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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 28.02.2020
  • 4 Minuten

Oldtimer restaurieren und fahren: Sind Sie der Typ dafür?

  • Von Oldtimer-Fans und echten Schraubern.
  • Die verschiedenen Typen von Oldtimer-Liebhabern.
  • Das besondere Fahrgefühl mit dem Oldie.
Oldtimer-Schrauber Maurice Klapproth

„Ein Waldschrat muss man sein!“, scherzen Maurice Klapproth und seine Frau Jule als Antwort auf die Frage, was ein echter Oldtimer-Fan ist, „Also eine echt leidenschaftliche Person, die aber auch manchmal ein bisschen blind für alles außerhalb der Oldtimer-Welt ist.“

Die beiden haben ein großes Herz für Oldtimer – Maurice Klapproth restauriert mit Leidenschaft in die Jahre gekommene Kultautos und bezeichnet sich daher selbst gern als Schrauber. Aber nein, man müsse natürlich nicht unbedingt ein Waldschrat sein, nehmen die Klapproths ihren Scherz zurück. Denn die beiden sind sich einig, dass es verschiedene Arten von Oldtimer-Fans gibt. Darüber und auch über die Freuden und Tücken der Oldtimer-Restauration erfahren wir von ihnen eine Menge:

Wie die Schrauberbibel die Restauration voranbringt.

Wie wird man denn zum Schrauber? Maurice Klapproth hat die Leidenschaft von seinem Vater geerbt, mit dem er zusammen sein erstes Auto überhaupt restauriert hat. In seiner Ausbildung zum Industriemechaniker habe der heute 31-Jährige viel über Getriebe und Motoren gelernt und seine praktischen Erfahrungen mit Hilfe vieler Fachbücher ausgebaut. „Außerdem gibt es zu vielen Modellen auch so Wie-helfe-ich-mir-selbst-Bücher, nach denen wir immer Ausschau halten. Diese Bücher sind unsere Schrauberbibeln, die sollte man immer dabeihaben“, fügt Klapproths Frau mit nicht ganz ernst gemeintem Oberlehrer-Zeigefinger hinzu. Zum richtigen Schrauber wuchs Klapproth also durch eine Mischung aus theoretischem und praktischem Lernen heran – was natürlich nicht heißt, dass man nicht auch auf anderen Wegen zum „Profi“ werden kann.

Und was macht nun den typischen Oldtimer-Schrauber aus? Wie Maurice Klapproth erklärt, gibt es aus seiner Sicht drei verschiedene Typen von Oldtimer-Fans:

  • Den Gelegenheits-Oldie
  • Den Only-One-Lover
  • Den Schrauber

„Da gibt es einmal den Gelegenheits-Oldie, der sich fürs Fahrgefühl gerne mal einen Oldtimer leiht und auf Messen und Veranstaltungen geht, um sich dort Oldtimer anzuschauen. Der Only-One-Lover ist Fan eines bestimmten Modells, weil er beispielsweise etwas Persönliches damit verbindet. Und dann gibt es eben noch den Schrauber.“

Die Schrauber, zu denen sich Maurice und Jule Klapproth zählen, „fahren mit dem Oldtimer auf Festivals und Veranstaltungen, um zu campen, Musik und die Community zu genießen und sich die restaurierten Werke der anderen erklären zu lassen. Zudem gibt es auf Festivals meistens einen Teilemarkt, wo man den einen oder anderen Schatz ergattern kann“, kommt Klapproth ins Schwärmen. Außerdem treffen sie sich regelmäßig mit anderen Hobbyschraubern, um gemeinsam zu frühstücken und dann zusammen am Auto zu arbeiten. „Viel fachsimpeln, dumm rum sabbeln und irgendwann zum Bierchen übergehen gehört auf jeden Fall auch dazu“, freut sich Klapproth. Seine Frau verdreht derweil liebevoll die Augen: „Mit so einem Schrauber zusammen zu sein, das muss man halt auch wollen – manchmal muss ich zu ihm in die Werkstatt kommen, wenn ich ihn überhaupt mal zu Gesicht kriegen will.“

Letztendlich sei es aber natürlich die starke Liebe zum Auto, die alle Schrauber gemeinsam haben. Denn wer seinen Oldtimer selbst restauriert, stecke auch viel von seiner Persönlichkeit hinein – „man verwirklicht sich halt selbst in seinem Auto, das am Ende auch ganz individuell aussieht“, führt Maurice aus und reibt sich strahlend die Hände. Und was bekommt man von seinem Oldtimer, den man restauriert und hegt und pflegt, dann so?

Maurice Klapproths VW Käfer in der Garage

Oldtimer-Restauration: Was gehört dazu?

Die Suche nach Oldtimern ist für Maurice Klapproth mittlerweile Routine: Die „Baustellen“, wie seine Frau die restaurationsbedürftigen Fahrzeuge liebevoll nennt, findet Maurice Klapproth über diverse Online-Marktplätze, die er regelmäßig abklappert.

Dabei muss er oft nicht einmal selbst aktiv werden: Manche Autos laufen ihm gewissermaßen zu – vor allem über Freunde, Verwandte und Bekannte, deren Freunde wiederum einen Cousin 3. Grades haben, bei dessen Vater noch ein altes Auto steht, das „Hilfe braucht“.

Was dann alles zur Restauration dazu gehört, hänge natürlich immer davon ab, was das jeweilige Modell brauche – das könne man nicht pauschal sagen, erklärt Maurice Klapproth. Manche Oldtimer bräuchten nur eine Aufhübschung beim Interieur und beim Lack. Aber manche Fahrzeuge sind auch „Großbaustellen“ – dann kann vom Austausch und der Reparatur der Technik oder einzelner Fahrzeugteile bis hin zu den Feinarbeiten an der Optik alles nötig sein. „Neun ... nein, zehn Oldtimer hab ich insgesamt schon restauriert“, zählt Klapproth an den Fingern ab und ist selbst ein wenig überrascht, wie viel da schon zusammengekommen ist.

Oldtimer fahren: Freuden und Eigenheiten.

Vier fahrbereite Oldtimer haben Maurice und Jule Klapproth aktuell in ihrem eigenen Fuhrpark. „Wenn man Oldtimer fährt, darf man gar nichts erwarten, muss aber auf alles vorbereitet sein“, erklärt Klapproth lachend. Denn jeder Oldtimer habe seine ganz speziellen Eigenheiten, die aber auch seinen Charme und seine Persönlichkeit ausmachen. Und als Halter nehme man diese gerne in Kauf. Denn was man für die Eigenheiten seines Liebhaberfahrzeugs bekommt, sei echtes Fahrgefühl: Man merke das Fahren noch so richtig, die Lautstärke des Motors, die Unebenheiten der Straßen. Nicht wie beim Neuwagen, bei dem alles ganz leise und sanft ist und die Anordnung der Komponenten standardisiert. In jedem Oldtimer muss man sich neu orientieren – Blinkhebel und Lichtschalter sind je nach Modell an verschiedenen Stellen montiert. Und auf modernen technischen Komfort muss man oftmals verzichten. Aber genau das sei ja gerade erwünscht, erklären Klapproths, dann habe das Auto erst richtig Persönlichkeit – „man merkt, dass das Auto schon so richtig gelebt hat.“

Und um was für Charakterstärken kann es sich bei Oldtimern so handeln? „Da gibt es Autos, bei denen das Zündschloss nur funktioniert, wenn man vorher gegen die Armatur boxt, oder Autos, bei denen der Motor bei 4 °C nicht anspringt. Bei 10 °C und auch bei -10 °C geht es, aber eben nicht bei 4 °C – aber sowas weiß man dann halt und stellt sich drauf ein“, erzählt der Schrauber schmunzelnd und klatscht einmal kräftig in die Hände, als wolle er einen Punkt hinter das Thema setzen. Denn gegen das einzigartige Fahrgefühl kämen so ein paar Kleinigkeiten einfach nicht an. „Ich hatte auch mal ein Auto, bei dem die Heizung nur im Sommer ging, aber nicht im Winter“, fügt seine Frau noch schmunzelnd hinzu, als wäre auch das ganz selbstverständlich.

Was man laut Klapproth auf Oldtimer-Fahrten immer dabei haben muss: Werkzeug und eine Wolldecke. Die Wolldecke entweder um sich eine kuschelige Zeit zu machen, während man auf den Abschleppdienst wartet, oder um sich zum Schrauben unter das Auto zu legen. Die Autos hätten halt ihren eigenen Willen – und wenn dieser gerade mal von den eigenen Plänen abweicht, nutzt man die Gelegenheit zum Schrauben. Denn dass man mal ganz blöd irgendwo liegen bleibt, passiere jedem Schrauber garantiert irgendwann mal. „Da geschehen ja die wildesten Sachen, weil du hier mal was vergessen oder da was falsch zusammengebaut hast“, erzählt Maurice Klapproth belustigt.

Und, angefixt?

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Und ganz wichtig, wenn Ihr Oldtimer dann irgendwann einsatzbereit ist: Vergessen Sie die Wolldecke nicht!

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