Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 26.06.2020
  • 9 Minuten

Weniger Make-Up & mehr Video-Telefonie: Internationale VW-Konzernmitarbeiter im Homeoffice.

Wenn Sie jemand nach den Regeln für einen gelungenen Arbeitstag fragt, dann antworten Sie vielleicht direkt: Strikte Trennung von Arbeit und Erholung, gute Konzentration, klare Strukturen und Routinen sowie Austausch mit Kollegen. Und da haben Sie sicher recht. Allerdings sind diese Punkte im Homeoffice meist ungleich schwerer umsetzbar als im klassischen Büro. Kein Wunder also, dass es vor dem Ausbruch der Corona-Epidemie eher die Ausnahme als die Regel war, dass Arbeitnehmer ihren Job von zu Hause aus erledigten.

Aber die Pandemie hat das grundlegend geändert: Viele Unternehmen schickten die Mitarbeiter, bei denen es möglich war, ins Homeoffice. So auch Volkswagen (VW) und Volkswagen Financial Services (VWFS). Da der Konzern weltweit tätig ist, brachte das allerdings in jedem Land andere Voraussetzungen und Herausforderungen mit sich. Wir haben mit drei internationalen VW(FS)-Mitarbeitern gesprochen, um herauszufinden, wie sie Homeoffice und Lockdown in England, Spanien und Brasilien verleb(t)en. 

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Holly Park-Davies aus England bei VWFS.

Holly Park-Davies ist Engländerin und seit Januar 2015 in der Kommunikationsabteilung von Volkswagen Financial Services (VWFS) in Milton Keynes beschäftigt. Dort ist sie PR- und Social-Media-Managerin. Seit Mitte März arbeitet die 28-Jährige von zu Hause aus. Die drei Monate im Homeoffice fühlen sich für sie einerseits wie die längsten und andererseits wie die kürzesten drei Monate ihres Lebens an. Und das hat verschiedene Gründe:

„Der Kontakt zu Menschen spielt sowohl für meine tägliche Arbeit als auch in meinem Privatleben eine sehr große Rolle. Daher denke ich, dass die größte Erkenntnis, die ich aus all dem gezogen habe, ist, wie wichtig menschliche Interaktion für mich ist. Das ist es, was mir Energie gibt und warum ich meinen Job so liebe: Wir haben großartige Mitarbeiter bei VWFS UK und schlechte Tage können so viel besser werden, wenn man einfach im Büro herumläuft und mit lieben Kollegen spricht. Aber das geht ja im Moment nicht. Daher ist es – wie Sie sich vorstellen können – für mich eher nicht so schön, von zu Hause aus zu arbeiten.

Ich lebe allein in einer kleinen Wohnung, die sich im ungewöhnlich heißen Mai wirklich sehr aufgeheizt hat. Und als jemand, der normalerweise jeden Tag mehr als eine Stunde ins Büro pendelt, ist es für mich sehr seltsam, jeden Morgen nur die drei Schritte von meinem Schlafzimmer zum Laptop zu gehen. Aber es fühlt sich mittlerweile schon wie die neue Normalität an. Ich freue mich auf Videokonferenzen mit dem Team und meiner Managerin – die Geräusche ihrer Kinder im Hintergrund sind mittlerweile vertraut und es ist toll, dass sie jeden Tag zu mir herüberschwappen. Natürlich habe ich nicht die gleichen Herausforderungen wie viele meiner Kollegen, die sich im Homeoffice gleichzeitig noch um ihre Kinder kümmern und sie teilweise sogar von zu Hause aus unterrichten müssen.

Hier in England stand das Leben lange still. Ich wollte zum Beispiel kurz vor dem Lockdown umziehen, was leider erstmal auf Eis gelegt werden musste. Aber jetzt kann ich den Umzug endlich angehen, was die Arbeit zu Hause so viel einfacher machen wird. In meinem neuen Heim habe ich nämlich einen Garten und kann dann mit meinem kleinen Dackel Oliver draußen im Grünen sitzen. Und auch der restliche Alltag wird nun langsam wieder einfacher: Nach und nach öffnen die Geschäfte wieder und die Dinge normalisieren sich langsam. Man sieht das Licht am Ende des Tunnels. Dieses Gefühl von Normalität war nicht nur mir lange Zeit abhandengekommen.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe, von zu Hause aus zu arbeiten, aber langsam komme ich klar. Am Anfang fühlte ich einen enormen Druck:

  • den Druck, positiv zu bleiben,
  • den Druck, zu jeder Tageszeit erreichbar zu sein,
  • den Druck, Sport zu treiben
  • und den Druck, etwas Erstaunliches zu tun mit dieser Zeit, die man uns gegeben hat – zum Beispiel ein Buch zu schreiben.

Aber jetzt habe ich erkannt, dass das alles Druck war, den ich auf mich selbst ausgeübt habe. Es ist in Ordnung, diese Situation nicht zu genießen und jeden Tag einfach so zu nehmen, wie er kommt. Es reicht, den Tag zu überstehen und ihn so gut es geht zu bewältigen.

Das Beste an dieser Situation ist, dass ich nun wirklich Zeit für Dinge habe, die mir Spaß machen – zum Beispiel für Spaziergänge mit meinem Hund. Ich habe jetzt so viel mehr Zeit, da ich nicht mehr pendeln muss. Ich habe viel gekocht. Ich habe zwar schon immer gerne gekocht und gebacken, aber da ich jeden Tag lange pendeln musste, hatte ich nie die Zeit dafür. Jetzt kann ich das richtig auskosten und genießen. Ich habe jede Woche etwas Neues ausprobiert und sogar das Schawarma-Rezept aus unserem FS-Restaurant ausprobiert. Wie die meisten anderen habe ich auch ich eine Reihe neuer Serien begonnen (und beendet) und habe während des Lockdowns einige Bücher verschlungen.

Die Corona-Zeit hat mich auch gelehrt, Dinge zu schätzen, die ich früher einfach als selbstverständlich angesehen habe. Insgeheim habe ich es auch sehr genossen, nicht jeden Tag Make-up zu tragen und dass mein Haar sich vom Glätteisen erholen konnte. Außerdem musste ich mir nicht mehr so viele Gedanken über mein tägliches Arbeitsoutfit machen.

Die seltsamste Situation war für mich direkt zu Beginn der Pandemie, kurz bevor der Lockdown begann und ich in ein Café ging, um mir einen Kaffee zu holen. Es war das erste Mal, dass ich sah, wie Maßnahmen zum Social Distancing ergriffen wurden. Überall waren Markierungen auf dem Boden und man sollte vor der Tür warten, bis man dran ist. Das waren nur die ersten Anzeichen für das, was uns noch bevorstand. Aber ich hätte zu dem Zeitpunkt nie erwartet, was noch alles kommen würde.

Die schönste Situation für mich war eigentlich mein Geburtstag – seltsamerweise war es so viel schöner, einen Geburtstag im Lockdown zu haben, als ich es mir vorgestellt hatte. Meine Freunde und meine Familie haben sich solche Mühe gegeben. Ich habe ganz viele schöne Karten, Nachrichten und Videoanrufe bekommen.

Wenn ich andere frage, wie sie den Lockdown bisher verlebt haben, sind die Antworten wirklich gemischt: Ich kenne Leute, die es absolut geliebt haben, von zu Hause aus zu arbeiten und es wirklich genossen haben, bei ihren Familien zu bleiben. Auf der anderen Seite habe ich auch mit vielen Freunden gesprochen, die wirklich mit dieser Situation zu kämpfen hatten und einen ähnlichen Druck, beziehungsweise gleiche Herausforderungen wie ich gespürt haben.

Jetzt, wo die Situation langsam wieder lockerer wird, werden alle auch wieder entspannter und fangen an, darüber nachzudenken, welche positiven Effekte der Lockdown auch hatte. Ich persönlich muss für mich feststellen, dass ich viel gelernt habe: Das Leben ist kurz und unsicher und man muss die kleinen Dinge im Leben schätzen. Ich habe auch gelernt, wie ich brutal ehrlich zu mir selbst sein und mich mit mir selbst befassen kann. Ich habe erkannt, dass es in Ordnung ist, wenn es einem mal nicht gut geht. Und zu guter Letzt: Gesundheit über Wohlstand – immer! Oder wie wir auf Englisch sagen: Health over wealth! Und Lachen ist bei all dem wirklich die beste Medizin. Umgeben Sie sich also mit Menschen, die Sie zum Lachen bringen! Das kann ich nur jedem mit auf den Weg geben.

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Daniel Morales Fernández aus Spanien bei VW. 

Daniel Morales Fernández ist 25 Jahre alt und arbeitet seit dem 16. März im Homeoffice – und das in seiner Heimatstadt Barcelona. Eigentlich ist der Spanier seit Juli 2018 als UX Designer bei der Volkswagen AG in Wolfsburg angestellt. Dort beschäftigt er sich mit der Entwicklung von neuen Konzepten für die Augmented Reality in der Mobilität. Nach einem privaten Ausflug in sein Heimatland Spanien im März kam der 25-Jährige wegen des Corona-Lockdowns nicht mehr zurück nach Deutschland und blieb vorerst bei seiner Familie. Dort waren die Maßnahmen gegen Corona sicherlich etwas weitreichender als hier in Deutschland: Man durfte nur noch für das Allernotwendigste das Haus verlassen. Eine Zeit lang war noch nicht einmal Sport außerhalb der eigenen vier Wände gestattet. Über drei Monate hinweg wurden diverse, immer wieder neu gebuchte Rückflüge gecancelt – aber am 1. Juni hat es dann endlich geklappt: Daniel Morales Fernández ist wieder zurück in Deutschland, arbeitet aber auch hier im Homeoffice. Der 25-Jährige berichtet uns von seinen Erfahrungen mit der Arbeit von zu Hause aus:

„Mein Berufsleben sieht ganz ähnlich aus wie zuvor – mit dem offensichtlichen Unterschied, dass Meetings jetzt online stattfinden. Das Arbeiten von zu Hause aus hat für mich hauptsächlich zwei Konsequenzen mit sich gebracht: Die erste ist, dass diese Meetings nicht so flüssig ablaufen und es manchmal schwieriger ist, Menschen zu verstehen, weil es keine nonverbale Kommunikation gibt. Dennoch habe ich – vielleicht aus demselben Grund – das Gefühl, dass die Menschen dazu neigen, schneller auf den Punkt zu kommen und diese Treffen damit unkomplizierter zu gestalten. Die zweite Konsequenz ist, dass die Anzahl der täglichen Sitzungen reduziert wurde, sodass ich mehr Zeit habe, um aktiv an meinen Projekten zu arbeiten. Der Hauptnachteil für meine tägliche Arbeit ist jedoch die Tatsache, dass es schwieriger ist, als Team zu arbeiten. Die fehlende Teamarbeit ist insbesondere während kreativer Prozesse hinderlich. Es ist viel schwieriger, zum Beispiel Brainstorming-Sitzungen oder Workshops online abzuhalten.

Was mein Privatleben im Allgemeinen betrifft, so war es mir in Barcelona lange nicht möglich, auszugehen und andere Menschen zu treffen als diejenigen, mit denen ich zusammenlebe.

Ich würde sagen, dass Spanien einen stärkeren Lockdown erlitten hat als andere Länder. Hier war das Ausgehen völlig verboten. Man durfte nur raus, um Lebensmittel zu kaufen oder in die Apotheke zu gehen. Das hat das Zuhause-Sein an manchen Tagen wirklich schwierig gemacht. Vor allem körperlich und ergonomisch. Manchmal wollte man einfach nur einen kurzen Spaziergang machen, aber das war lange verboten. Und das war wirklich frustrierend. Und dabei hatte ich es noch ziemlich gut, da ich in einem Haus mit einer kleinen Terrasse und zusammen mit meiner Familie gelebt habe. So konnte ich auch noch etwas Sonne abbekommen und fühlte mich nicht einsam. Aber ich kann mir vorstellen, dass dies für viele Menschen, die in kleinen Wohnungen eingesperrt waren, sehr hart gewesen sein muss.

Ein weiteres wichtiges Thema für mich war die Ergonomie bei der Arbeit: Volkswagen-Mitarbeiter durften zum Beispiel Monitore und Tastaturen mit nach Hause nehmen, um das Arbeiten im Homeoffice zu erleichtern. Für mich war das von Barcelona aus natürlich nicht möglich. Unter den entsprechend nicht so geeigneten Bedingungen arbeiten zu müssen, war recht ermüdend. An manchen Tagen musste ich sogar aufhören zu arbeiten, weil meine Augen brannten und ich Rückenschmerzen bekam.

Hinzu kamen die recht unterschiedlichen Routinen in Deutschland und Spanien. Zum Beispiel ist in Spanien das Mittagessen später als in Deutschland. Ich hätte auch gerne mit meiner Familie zu Mittag gegessen, aber das war oft nicht möglich, da wir oft in dieser Zeit Meetings hatten, weil die Deutschen schon mit ihrer Mittagspause fertig waren.

Neben diesen Einschränkungen hatte die Zeit im spanischen Lockdown auch etwas Positives für mich: So hatte ich auf einmal mehr Zeit für andere Dinge, da ich mir den Arbeitsweg sparte. Dadurch konnte ich morgens vor der Arbeit Sport treiben, konnte zwischendurch Musik machen und hatte mehr Zeit für Entspannung nach der Arbeit. Außerdem konnte ich kleine Pausen einlegen und diese mit alltäglichen Haushaltstätigkeiten kombinieren, die ich normalerweise noch erledigen muss, wenn ich von der Arbeit zurück bin – zum Beispiel Wäsche waschen. Es ist ein großer Vorteil des Homeoffices, sich das so flexibel einteilen zu können. Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht erwartet, dass dieser Lockdown so lange dauern würde, also habe ich keine großen Herausforderungen oder persönlichen Projekte in Angriff genommen. Trotzdem ist es wirklich gut, jeden Tag diese zusätzliche Zeit zu haben – auch wenn es nur zum Entspannen ist.

Das Seltsamste, das ich erlebt habe, war, als ich kurz nach Beginn des Lockdowns in den Supermarkt ging. Es war wirklich verrückt, die fast leeren Straßen zu sehen und im Supermarkt dann die wirklich strengen Hygienemaßnahmen zu erleben. Das war schon ein großer Schock für mich. Das Schönste war aber, in den Nachrichten zu sehen, dass so viele Menschen freiwillig in Krankenhäusern helfen oder anderweitig Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten leisten.

Im Allgemeinen habe ich den Eindruck, dass die Menschen – vor allem in Spanien – immer noch sehr unsicher und ziemlich besorgt sind. Auf der einen Seite herrscht Ungewissheit, was die nächsten Monate bringen werden und wann wir wieder zu einer Normalität zurückkehren können. Man fragt sich, wie die Dinge von nun an funktionieren werden.

Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass die Menschen Angst vor den wirtschaftlichen Folgen haben, die Corona hat und haben wird. Viele Menschen haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und vor neuen Einschränkungen im Falle einer zweiten Infektionswelle. Die Corona-Krise hat Spanien ziemlich hart getroffen und die Menschen haben Angst, dass wir in eine zweite Krise geraten könnten, bevor wir die erste überstanden haben. Wir leben in Zeiten, in denen wir alles planen müssen, ohne zu wissen, ob wir es überhaupt planen können.

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Oscar Bülow aus Deutschland bei VWFS in Brasilien.

Oscar Bülow ist gebürtiger Schwede und seit 2014 bei Volkswagen Financial Services in Deutschland beschäftigt. 2018 wurde er als Leiter der Finanzabteilung für drei Jahre nach Brasilien entsandt, wo er seit dem 16. März dieses Jahres aus dem Homeoffice arbeitet. Der 37-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen fünf- und dreijährigen Söhnen in einer großen, bewachten Wohnanlage in São Paulo. Die meisten Läden sind geschlossen und so muss die Familie viel Zeit in der Wohnung verbringen. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile, wie er berichtet:

„Vor Corona sind wir an den Wochenenden oft in der Stadt gewesen oder haben andere Orte und Regionen in Brasilien besucht. Wir erkundeten das Land in Bezug auf Kultur, Essen und Sprache. Das ist jetzt während der Quarantäne leider nicht mehr möglich. Ich persönlich vermisse es auch sehr, an den Wochenenden in verschiedenen Restaurants essen zu gehen. Dafür ist es toll, dass ich meine Familie nun die ganze Zeit um mich habe. Ich habe kleine Kinder und kann jetzt fast jeden Tag mit ihnen und meiner Frau zu Mittag und zu Abend essen. Das kam vor Corona an Wochentagen nur selten vor.

Der große Vorteil des Homeoffices ist also die leichtere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben. Ich verbringe viel Zeit mit Frau und Kindern, was ich sehr genieße. Wir genießen brasilianisches Barbecue, da in den meisten Wohnungen hier ein Grillplatz auf der Terrasse installiert ist. Super Idee! Meine Frau und ich versuchen auch, mehr Sport zu treiben, um ein weniger aktives Leben in Zeiten des Lockdowns auszugleichen. Wir können den Fitnessraum im Gebäude zweimal pro Woche für eine Stunde reservieren. An den restlichen Tagen trainieren wir zu Hause mit YouTube-Trainingsvideos. Ich habe auch meine Jungs fast jeden Abend ins Bett gebracht, um etwas mehr Vater/Sohn-Zeit zu bekommen.

Aus beruflicher Sicht würde ich sagen, dass die größte Veränderung der fehlende persönliche Kontakt mit den Kollegen und anderen Geschäftspartnern ist. Was mir nicht gefällt, ist der Mangel an sozialer Interaktion im Büro sowie die Tatsache, dass sich manche Dinge leichter im persönlichen Gespräch als am Telefon klären lassen. Am Anfang war die digitale Kommunikation mit dem Team und den anderen Kollegen eine große Herausforderung. Aber jetzt funktioniert es gut und ich denke, dass es am Ende eine großartige Lernerfahrung war. Ich denke, dass das Flex-Office auch nach Corona eine Option bleiben und in irgendeiner Form Teil unserer normalen Arbeitsroutine sein wird. Digitale Lösungen für die Kommunikation sowohl über kurze als auch über lange Distanzen haben ihre Bedeutung und Wirksamkeit unter Beweis gestellt. Sie können in Zukunft eine gute Alternative für viele Dienstreisen sein. Die positiven Folgen liegen auf der Hand: Es ist gut für das Klima, das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben und es spart zudem Geld. 

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Ich denke, dass die Quarantäne hier in São Paulo in gewisser Weise mit der in Deutschland vergleichbar ist. Ein großer Unterschied ist aber, dass hier auch die Parks geschlossen sind. São Paulo ist eine riesige Stadt mit 22 Millionen Menschen in der Region und 12 Millionen im Stadtzentrum – und mit ohnehin schon wenig Natur. Dass die Parks geschlossen wurden, machte das Leben für Familien mit kleinen Kindern etwas kompliziert.

Ein Teil unserer Familie wohnt in Schweden. Ihre täglichen Routinen haben sich wenig verändert, da dort weiterhin fast alles geöffnet ist und vieles seinen normalen Gang geht. Der Lockdown in São Paulo hat nicht lange nach den großen europäischen Städten begonnen – wird aber wohl viel länger dauern, da die COVID-19-Fälle immer noch zunehmen. Eine zu lange Quarantäne erschwert es den Menschen, sich weiterhin an die Einschränkungen zu halten. So konnte man schon nach anderthalb Monaten Lockdown sehen, dass die Menschen anfingen, Ausnahmen zu machen und sich wieder mehr mit Freunden und vor allem mit der erweiterten Familie zu treffen.

Die insgesamt merkwürdigste Situation im Lockdown war der Versuch, unseren Kindern zu erklären, was vor sich geht. Das ist für die Kleinen nicht leicht zu begreifen. Die lustigsten Erfahrungen mache ich immer wieder bei der Arbeit: In Online-Meetings passiert es zum Beispiel häufig, dass Leute vergessen, ihr Mikrofon einzuschalten. Und dann fragt man sich die ganze Zeit, ob sie noch im Meeting sind, weil sie die Fragen nicht beantworten. Hunde und Kinder unterbrechen auch gerne ganze Besprechungen mit ihrem Bellen oder Gelächter, sodass man die anderen Personen nicht reden hört. Aber insgesamt denke ich, dass wir uns alle schnell an die Situation gewöhnt haben und all das schon normal geworden ist.

Die schönste Erfahrung, die ich gemacht habe, waren die Fortschritte meiner Kinder beim Heimunterricht. Mein Fünfjähriger hat zum Beispiel in dieser Zeit Schreiben und Lesen gelernt und ich habe es direkt miterlebt.

Die schönste arbeitsbezogene Erfahrung ist wohl, wie einfach man Leute zu Besprechungen hinzufügen beziehungsweise in diese einbeziehen kann, wenn kurzfristig ihr Input benötigt wird. Das macht die Entscheidungsfindung natürlich deutlich effizienter.

Doch am Ende muss man feststellen: Alle freuen sich darauf, wieder ins Büro und in ihr normales Leben zurückzukehren. Aber sie freuen sich auch über die Möglichkeit, mehr Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Gleichzeitig war es eine große Herausforderung für viele Kolleginnen und Kollegen, die sich neben ihrer Arbeit auch noch mit Hausunterricht oder der Betreuung ihrer Kinder beschäftigen mussten.“

Alles Gute.

Die Corona-Pandemie hat uns alle zwar einerseits vor riesige Herausforderungen gestellt, andererseits aber auch zu einer großen Verbundenheit geführt. Innerhalb von Familien. Innerhalb eines Landes. Und am Ende auch international. Alle machen derzeit mehr oder weniger ähnliche Erfahrungen und begegnen den gleichen Herausforderungen – wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Uns als fortynine. bleibt an dieser Stelle nur zu sagen: Alles Gute! Bleiben Sie gesund. Auf dass wir alle bald wieder sukzessive in einen normale(re)n Alltag zurückkehren können.

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