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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.

  • 11.10.2018
  • 7 Minutes

Gut gespart ist schlauer ausgewandert.

Neue Länder bringen neue Sitten und natürlich auch neue Abenteuer. Umso verlockender ist es daher, sich sofort Hals über Kopf in das Unterfangen „Auswanderung“ zu stürzen. Doch eine Auswanderung erfordert wesentlich mehr Planung als eine Urlaubsreise, denn wer unvorbereitet auswandert, riskiert vor allem eins: unangenehme Überraschungen.

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Vergessene Dokumente, ein ungekündigter Vertrag oder gar ein fehlendes Arbeitsvisum können beim Auswandern schnell zu großen, unerwarteten Kostenfaktoren werden und im schlimmsten Fall eine Auswanderung sogar scheitern lassen. Wenn Sie sich dagegen entsprechend vorbereiten und vorab schon ein bisschen Geld beiseitelegen, dann können Sie entspannter in Ihr neues Leben im Ausland starten.

Auswandern ist nicht gleich Auswandern.

Der erste Schritt zu einer entspannten Auswanderung ist immer: sich so gut wie möglich bereits im Vorfeld über das Zielland zu informieren. Denn Auswandern ist nicht gleich Auswandern. Ein Umzug innerhalb der Europäischen Union ist zum Beispiel mit weniger Bürokratie verbunden als eine Auswanderung in die USA. Darüber hinaus ist es nicht das Gleiche, seinen Hausrat im Umzugswagen nach Lissabon zu fahren wie ihn nach Neuseeland zu verschiffen.

Wie teuer eine Auswanderung letztendlich wird, welche Kosten anstehen und wie groß das persönliche finanzielle Polster sein muss, hängt also auch vom Land ab. Das betrifft nicht nur die Ausreise selbst, sondern auch das Leben vor Ort. Es ist daher sehr hilfreich, sich einen Überblick über die Lebenshaltungskosten im neuen Heimatland zu verschaffen.

Visumsprozess frühzeitig starten und damit Zeit und Geld sparen.

Unabhängig vom Zielland gibt es Kosten, die bei jeder Auswanderung anfallen. Dazu gehören in erster Linie Kosten rund um das Arbeitsvisum. Auch wenn Sie schon ein Jobangebot im Ausland haben oder sogar einen unterschriebenen Arbeitsvertrag, müssen Sie möglicherweise selbst einen Visumsantrag stellen, Ihr Visum bezahlen und gegebenenfalls Dokumente kopieren, übersetzen und beglaubigen lassen. Hinzu kommen zusätzliche Reisekosten, falls Sie zum Beispiel im Vorfeld für ein Visums-Interview ins Konsulat fahren müssen.

Der gesamte Visumsprozess kann bis zu einem Jahr dauern, weshalb Sie hier lieber zu viel als zu wenig Zeit einplanen sollten. Beachten Sie außerdem, dass Sie sich gegebenenfalls um neue Reisedokumente kümmern müssen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes muss ein Reisepass in vielen Ländern mindestens noch sechs Monate nach Einreise gültig sein. Sollten Sie einen neuen Reisepass benötigen, wenden Sie sich an ein Bürgeramt Ihrer Stadt. Dort wird Ihnen das Dokument auf Antrag ausgestellt. Welches Bürgeramt für Sie zuständig ist, können Sie über den Behördenfinder des Bundesinnenministeriums (BMI) herausfinden.

Der Preis des Reisepasses hängt von Ihrem Alter und der Seitenzahl ab. Wenn Sie unter 24 sind und Ihnen ein Pass mit 32 Seiten reicht, zahlen Sie 37,50 Euro für das Dokument. Sollten Sie 24 Jahre oder älter sein und außerdem einen dickeren Pass mit 48 Seiten brauchen, zahlen Sie 82 Euro. 

Planen Sie für die Beantragung genug Vorlauf ein, denn in der Regel dauert es laut BMI in der Regel mindestens zwei Wochen, bis ein Antragsteller seinen Reisepass in den Händen hält. In manchen Bürgerämtern wartet man sogar mindestens vier Wochen auf die neuen Papiere. 

Mit dem Eilverfahren können Sie das Ganze gegen einen Kostenaufschlag beschleunigen und müssen nur etwa drei Werktage auf das Dokument warten.

Wenn Sie spontan zum Beispiel für erste Vorbereitungen in das Land Ihrer Wahl reisen möchten und keinen (gültigen) Reisepass haben, könnte Ihnen ein vorläufiger Reisepass helfen. Den gibt es ebenfalls beim Bürgeramt für 26 Euro und er wird sofort ausgestellt.

Info Reisepass Kosten

Achtung: Mit dem vorläufigen Reisepass können Sie nicht in alle Länder (ungehindert) einreisen. Mehr dazu finden Sie unter den Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes beim Auswärtigen Amt.

Je früher Sie anfangen, sich um die bürokratischen Angelegenheiten zu kümmern, umso mehr Geld können Sie sparen und umso weniger Zeitdruck haben Sie.

Ein weiterer Spartipp: Wenn Sie für Ihr Arbeitsvisum beim Konsulat vorstellig werden müssen, sollten Sie versuchen, so viele Dinge wie möglich auf einmal dort zu klären. So können Sie sich unnötige Wege sowie Übernachtungs- und Anreisekosten sparen.

Sollten Sie ohne ein Arbeitsvisum auswandern, ist es wichtig, dass Sie sich im Vorfeld sowohl über den Visumsprozess als auch über den Arbeitsmarkt im Zielland gut informieren.

Doch egal, ob Sie bereits ein Arbeitsvisum in Händen halten oder nicht: Es kann immer sein, dass Sie eine Warteperiode zwischen alter Stelle und neuem Job haben. Darauf sollten Sie sich auch finanziell vorbereiten.

Die Wartezeit können Sie übrigens bei Bedarf gut mit einem Sprachkurs überbrücken. Dies ist bei Volkshochschulen oder den Sprachinstituten der einzelnen Länder möglich. Wenn Sie zwischen Behördengängen und Job wenig Zeit für lange Kurse haben, bieten viele Institute auch kürzere Intensivkurse an. 

Wichtige Fragen, die Sie im Vorfeld der Auswanderung klären sollten, sind zum Beispiel:

  • Ist es einfach für Ausländer, einen Job zu bekommen?
  • Brauchen Sie gute Sprachkenntnisse?
  • Gibt es deutsche Unternehmen, die Stellen zu besetzen haben?
  • Können Sie Dokumente im Zielland einfach übersetzen und beglaubigen lassen
  • Wie lange können Sie dort ohne Arbeitsvisum bleiben?
  • Haben Sie ein ausreichendes Finanzpolster für die Zeit der Jobsuche?
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Unterschätzter Kostenfaktor „Impfung“.

Neben Reisedokumenten, Visumsangelegenheiten und Sprachkursen muss man sich vor der Abreise ebenfalls um nötige Impfungen kümmern. Sowohl auf den Botschaftsseiten des jeweiligen Ziellandes als auch beim Auswärtigen Amt gibt es unter anderem Informationen darüber, welche Impfungen erforderlich sind.

Beachten Sie: Krankenkassen übernehmen nicht automatisch alle für das Ausland erforderlichen Impfungen. Beim Tropeninstitut finden Sie eine Übersicht über Impfungen, die von der Krankenkasse übernommen werden sowie die entsprechenden Antragsformulare für die Kostenrückerstattung zum Download.

Ein kleiner Tipp: Wenn Sie im Ausland für ein deutsches Unternehmen arbeiten, könnte es auch sein, dass Ihr Arbeitgeber die Impfkosten bezuschusst oder sogar übernimmt. Fragen Sie einfach mal nach.

Wohnung auflösen oder vermieten?

Wer ins Ausland auswandert, der steht in der Regel vor zwei Fragen: Was mache ich mit meiner Wohnung? Und was mache ich mit meinen Habseligkeiten?

Mietverträge müssen rechtzeitig gekündigt und der Hausstand aufgelöst werden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wenn Sie nur einige Jahre ins Ausland gehen, können Sie Ihre „sieben Sachen“ in einem Lagerhaus unterbringen. Dafür zahlen Sie zwar Miete, benötigen bei der Rückkehr aber keine neue Ausstattung. Eventuell können Sie einige Dinge auch bei der Familie oder Freunden einlagern.

Eine andere Option ist es, Ihre Möbel und Ausstattung über Internetportale, auf Flohmärkten oder über die Kleinanzeigen zu verkaufen. So sparen Sie sich die Kosten für ein Lagerhaus und können außerdem Ihre Finanzen etwas aufbessern.

Wenn Sie Ihre Wohnung und Ihre Einrichtung nicht aufgeben möchten, könnten Sie über eine Zwischenvermietung nachdenken. Das bietet sich vor allem bei Eigentumswohnungen an. Bei Mietwohnungen müssten Sie sich mit dem Vermieter entsprechend einigen.

Neben der aktuellen Wohnung in der Noch-Heimat steht aber auch die Suche nach einer neuen Wohnung im Ausland an. Wie können Sie hier schnell und günstig eine passende Bleibe finden? Die einfachste Variante ist, einen Makler anzuheuern, der eine passende Wohnung für Sie findet. Es gibt Maklerbüros sowohl im In- als auch im Ausland, die sich speziell auf die Wohnungssuche für Auswanderer spezialisiert haben. Gerade in Ländern mit größeren bürokratischen oder sprachlichen Hürden kann das sehr hilfreich sein. Ein Makler spart Ihnen zwar Zeit und Mühe, ist aber natürlich auch teurer als die Wohnungssuche auf eigene Faust.

Wenn Sie lieber selbst nach einer Wohnung suchen möchten, finden Sie im Internet beispielsweise Mietportale für das jeweilige Land. Manchmal sind die dort angebotenen Immobilien sogar möbliert. Auch soziale Netzwerke können eine gute Anlaufstelle sein, um schnell und unkompliziert Mietwohnungen an einem bestimmten Ort zu finden.

Oft können Sie den eigentlichen Mietvertrag jedoch nicht online, sondern erst vor Ort abschließen. Dafür bekommen Sie durch die Internetrecherche schon im Vorfeld einen guten Überblick über den Wohnungsmarkt und die Preise. Nach der Ankunft haben Sie damit auch schon eine Vorauswahl getroffen und können dadurch Zeit bei der Wohnungssuche sparen.

Doch bevor es mit Sack und Pack in die neue Wohnung geht, stellt sich die Frage: Wie bekommen Sie eigentlich all Ihre Dinge dorthin? Sollten Sie Ihre Habseligkeiten oder einen Teil davon mitnehmen wollen, dann ist der Transport in der Regel der letzte Schritt ins Auswandererleben. Ganz gleich, ob man fliegt oder einen Umzugswagen mietet: hier entstehen natürlich Kosten. Wenn Sie sich für einen Flug entscheiden, können Sie Kosten sparen, wenn Sie früher buchen oder Meilenprogramme von Fluggesellschaften oder Kreditkarten nutzen.

Nicht vergessen: Wenn Sie Haustiere mitnehmen möchten, müssen Sie sich rechtzeitig um Impfungen und Reisedokumente für die Tiere kümmern.

Kosten im Vorfeld und mitten im Auswanderprozess gut abfedern.

Im Vorfeld des Auswanderns entstehen also einige Kosten. Doch auch im neuen Heimatland selbst können Sie gerade in der ersten Zeit mit einigen zusätzlichen Ausgaben rechnen: Wenn Sie zum Beispiel nicht direkt in Ihre neue Wohnung einziehen können, müssen Sie die Ausgaben für eine vorläufige Unterkunft mit einberechnen. Hinzu kommen noch die Mietkaution sowie möglicherweise Maklerkosten für die neue Wohnung. Eventuell muss man sogar eine Zeit lang in Deutschland und im Ausland doppelt Miete zahlen. Doch auch hier gibt es Sparpotenzial. Anstatt eine Wohnung für die Überbrückungszeit zu mieten oder ein teures Hotelzimmer zu bezahlen, können Sie beispielsweise über private Bed & Breakfasts oder über Haus-Sitting-Angebote günstiger oder sogar kostenlos wohnen

Auch im Alltag gibt man als Auswanderer zunächst mehr Geld aus: Es kann sein, dass Sie sich eine neue Garderobe für den Job oder für ein anderes Klima kaufen müssen oder eine komplett neue Wohnungsausstattung.

Und egal wie gut man plant: Gerade an einem unbekannten Ort kann immer etwas Unerwartetes passieren. Das muss die Erfahrung im Ausland nicht trüben, wenn Sie sich vorher für den Fall der Fälle einen Notgroschen zurückgelegt haben.

Fazit: Auch wenn Sie ganz besonders das Abenteuerliche am Auswandern lockt – damit Sie Ihre Träume von einem Neustart auch komplett und ungetrübt ausleben können, sollten Sie sich ein gutes Finanzpolster für Ihre Auswanderung zulegen.

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