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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 07.03.2019
  • 5 Minuten

Kann ich mir leisten! Große Anschaffungen richtig planen.

Ein neues Kinderzimmer? Die mehrwöchige Reise? Ein neues Auto? Oder gar ein Eigenheim? Alles Dinge, die ins Geld gehen und die man nicht einfach mal so aus der Portokasse zahlen kann. Um sich größere Anschaffungen trotzdem leisten zu können, nehmen manche einen Kredit auf und andere sparen lange darauf. Warum man solche Investitionen aber in jedem Fall gut planen sollte, erklärt Finanzcoach Per Schippl.

Porträt Per Schippl

Der Selbstcheck: Lernen Sie Ihr Finanzpolster kennen, bevor es unbequem wird.

Per Schippl ist 34 und arbeitet seit Ende 2016 als Finanzcoach im Rahmen seines Projekts „Geld verstehen“ – dabei coacht er vor allem digital, aber auch im persönlichen Gespräch. Und wie ist das entstanden? „Ich habe gemerkt, dass es da einen Bedarf gibt. Ich hatte eine Idee, wie man seine Finanzen strukturiert. Die hat für mich funktioniert und dann stellte ich fest, dass es auch für die Leute in meinem Umfeld ein hilfreicher Ansatz war.“

Dieser Ansatz ist so simpel wie sinnvoll: Grundlagen schaffen im alltäglichen und privaten Finanzchaos. In der Finanzwelt konzentriere man sich in erster Linie auf die „großen Dinge“ wie die Vermehrung des Geldes, erklärt Schippl.

Er selbst setze viel früher an und helfe seinen Schützlingen, erst mal Struktur und Ordnung zu schaffen und einen Überblick zu bekommen. „Viele haben keinen wirklichen Zugang zu Finanzen und die großen Themen wie Kredite oder Geldanlage sind Ihnen erst mal zu groß. Da fällt Ihnen der Einstieg schwer – denn eigentlich haben sie schon genug mit ihren alltäglichen Finanzen zu tun.“ So hätten viele Menschen den Eindruck, dass alles nur gerade so funktioniere und sie nie so richtig wüssten, was sie sich leisten können und was nicht. Sie könnten ihre Rechnungen zwar bezahlen, aber ob das dauerhaft so möglich sei, könnten viele nicht abschätzen. „Da herrscht oft Chaos im Kopf – begleitet von einer großen Sorge, einen Schritt hin zu größeren Dingen wie beispielsweise der Altersvorsorge zu wagen.“ 

Um dieses Chaos abzubauen, empfiehlt der Finanzcoach, sich seine Einnahmen und Ausgaben gezielt vor Augen zu führen – das gehe zum Beispiel gut über ein Haushaltsbuch. Für viele ist das eine Art Aha-Moment. Endlich klarer sehen. Erst dann ist der Weg frei für größere, aber wohl überlegte finanzielle Sprünge.

1, 2 oder 3? Geld gezielt auf Töpfe verteilen.

Hat man also erst mal einen Überblick über die eigenen Finanzen, kann man auch viel besser einschätzen, welche Ausgaben über das Alltägliche hinaus möglich und sinnvoll sind. Schippl empfiehlt seinen Klienten dazu sein so genanntes 3-Töpfe-Modell zur Aufteilung des Geldes:

  1. Lebensunterhalt: Hier sammeln Sie das Geld, das Sie im Alltag benötigen – Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen und Freizeit.
  2. Rücklagen: In diesem Topf bauen Sie einen finanziellen Puffer für unerwartete Ausgaben auf und legen mittelfristig Geld für größere Anschaffungen zurück.
  3. Vermögensaufbau: An dieser Stelle geht es um langfristige Anlagen. Mit dem Geld, das in Topf 3 landet, sorgen Sie beispielsweise fürs Alter vor.

Sinnvoll ist es auch, die Töpfe klar zu trennen. So laufen Sie nicht Gefahr, Ihr Urlaubsgeld im Alltag „aus Versehen“ für andere Dinge auszugeben. Lassen Sie also das Geld, das Sie sparen wollen, nicht auf dem Girokonto liegen. Rechnen Sie sich aus, wie viel Geld Sie wann brauchen und schieben Sie einen dementsprechenden monatlichen Betrag auf ein extra Konto – am Besten gleich mit einem Dauerauftrag. „Die Töpfe für Rücklagen und Vermögensaufbau füllen Sie am besten direkt nach dem Geldeingang. Danach ist es dann auch nicht so schlimm, wenn das Geld auf dem Girokonto bis zum Ende des Monats komplett ausgegeben ist. Ihre Pflicht haben Sie schließlich schon vorher erledigt“, fasst Per Schippl zusammen.

Paar plant Hauskauf

Aus dem eigenen Alltag gelernt: Der Coach zeigt, wie Finanzen Spaß machen können.

„Wichtig ist das Planen an sich. Aus dem Bauch heraus größere Dinge anzuschaffen, ist selten sinnvoll.“ Warum? Weil man dann oft entweder Geld ausgebe, das man nicht habe oder Dinge anschaffe, die man eigentlich gar nicht brauche. Oder eben beides. „Dinge, die mir wirklich wichtig sind, muss ich einplanen. Mir zum Beispiel ist es wichtig, mehr als einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren. Also lege ich dafür jeden Monat einen gewissen Teil meines Einkommens zurück“, erklärt Schippl. „Dinge, die einem wichtig sind, muss man schließlich beschützen. Und das geht am besten mit konsequenten Rücklagen.“

Jeder habe da natürlich andere Wünsche und Leidenschaften, die ihm wichtig sind. Aber da müsse man eben auch ehrlich zu sich selbst sein: Ist mir dieser eine Wunsch wirklich so viel wert, dass ich dafür im Zweifel auf andere Sachen verzichten würde?

Per Schippl stellt immer wieder fest, dass solche anschaulichen und greifbaren Beispiele es den Menschen leichter machen, sich mit ihren eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Es mache ihnen dann auf einmal sogar Spaß und sie seien ehrlicher zu sich selbst. Einer seiner Coachees habe am Ende sogar sein Auto abgeschafft, da er merkte, dass er es nur aus emotionalen Gründen besaß und es eigentlich gar nicht brauchte. Am Ende gibt es ja auch viele Alternativen zum eigenen Wagen – wie zum Beispiel Carsharing oder Autovermietungen wie zum Beispiel (Achtung, Werbung! 😉) die VW FS-Tochter Rent-a-Car.

Sparen oder Kredit: Wie plant man also große Anschaffungen richtig?

Die Betonung liegt also auf der Planung. Per Schippl formuliert ein Plädoyer gegen die Bauch- und für die Kopfentscheidung: „Man muss sich ganz genau überlegen, was man sich anschaffen will und was das für Konsequenzen hat. Wo möchte ich denn mal hin? Was möchte ich mal haben? Was bedeutet das? Was brauche ich an Geld? Ist es mir das wert?“ Dazu muss man sich auch ein wenig in die Sache einfühlen. Das helfe, die Relevanz eines Wunsches abzustecken oder auch die Motivation zu steigern. Machen Sie doch zum Beispiel mal eine Probefahrt mit dem Traumwagen oder streunen Sie in Ruhe durchs Möbelhaus und sitzen Sie auf Ihrem Lieblingssessel Probe. Am Ende seien die meisten Wünsche realisierbar, glaubt der Finanzcoach, es komme eben nur auf den Zeitrahmen an.

Möchte man das Geld – wie vom Finanzcoach skizziert – ansparen, dann braucht das natürlich seine Zeit. „Aber das Schöne ist: Wenn Sie einmal angefangen haben, wird es immer leichter. Denn mit steigender Summe, steigt auch die Motivation und die Vorfreude“, lacht der 34-Jährige. Insofern ist das Sparen am Ende ein entschleunigter und damit vielleicht bedachterer Weg zum Kauf.

Alternativ können Sie für größere Anschaffungen natürlich auch einen Kredit aufnehmen. „Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn ich wirklich etwas ad hoc brauche. Zum Beispiel, wenn ich für die Arbeit ein Auto benötige.“

Auch eine Kombination aus Sparen und Kredit ergibt für den Finanzcoach Sinn. Wenn man zum Beispiel eine Summe als Anzahlung für ein neues Auto anspare und den Rest über eine Finanzierung laufen lasse, dann vermeide man einerseits eine zu impulsive Kaufentscheidung, da man sich ja durch die Investition von Eigenkapital in der Regel mehr in die Pflicht genommen fühle. Andererseits komme man aber auch schneller zur – im Zweifel dringend benötigten – Anschaffung. 

Immer mit Köpfchen an die Kaufentscheidung gehen.

„Viele Menschen haben beim Einkaufen permanent ein schlechtes Gewissen, da sie nicht so genau wissen, was sie sich wirklich leisten können. Diese Unsicherheit gilt es zu verlieren. So können sie viel entspannter in den Supermarkt oder das Klamottengeschäft gehen und nach dem Einkauf mit dem Gefühl ‚Jo, passt!‘ rausgehen“, fasst Per Schippl zusammen.

Verschaffen Sie sich also zunächst einen klaren Überblick über Ihre Ausgaben und Einnahmen. So können Sie gut bewerten, wie viel Geld Sie in welchen Topf werfen können. Damit ist schnell klar, was Sie sich wann und zu welchen Bedingungen leisten können. Und dann denken auch Sie am Ende im besten Fall: „Jo, passt!“

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