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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 25.03.2021
  • 5 Minuten

Kreditnehmer in Coronazeiten: Wie hat sich das Kreditverhalten durch die Pandemie verändert?

Das Leihen von Geld scheint in Deutschland weit verbreitet zu sein – ob für größere Anschaffungen oder Arbeiten am Haus. So blieb laut SCHUFA die Anzahl an neu abgeschlossenen Ratenkreditverträgen in den Jahren vor der Corona-Pandemie trotz einiger Schwankungen auf einem konstant hohen Niveau. In der Tendenz stieg sie sogar an – von rund 6,5 in 2006 auf rund 7,2 Millionen abgeschlossenen Verträgen in 2019. 

Die Corona-Krise allerdings hat einige Prioritäten verschoben. Werden durch Corona also weniger Kredite aufgenommen? Oder für andere Dinge? Wie sieht es mit der Zahlungsmoral aus? Zahlen die Menschen weiterhin Ihre Kredite verlässlich zurück? Im Folgenden soll das Kreditverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen werden, um zu schauen, ob und wie sich das Verhalten in finanziellen Angelegenheiten angesichts der Corona-Pandemie verändert hat. 

Sparschwein mit Maske

Es war einmal … Kreditverhalten kurz vor der Pandemie.

Im Jahr 2018 war laut SCHUFA Kreditkompass die Anschaffung größerer Konsumgüter – wie zum Beispiel Autos und elektronische Geräte – für die meisten bei der SCHUFA verzeichneten Kreditnehmer der Grund für die Aufnahme eines Ratenkredits. Das Rückzahlungsverhalten war, wie auch in den Jahren davor, sehr vorbildlich. So wurden 97,9 Prozent aller Ratenkredite ordnungsgemäß abbezahlt.

Corona dürfte dafür gesorgt haben, dass die Menschen Ihre Prioritäten gegenwärtig neu ordnen oder schon neu geordnet haben. Die Pandemie hat unser aller Leben ordentlich durcheinander gerüttelt und für viele Unsicherheiten gesorgt. Naheliegend, dass sich Menschen in solchen Zeiten auf neue Dinge fokussieren. Und so wäre es laut SCHUFA Kreditkompass 2020 sicherlich auch erwartbar gewesen, dass die Menschen mit Beginn der Pandemie weniger Kredite aufnehmen, weil sie sich zum Beispiel angesichts drohender Arbeitslosigkeit finanziell lieber nicht zu sehr verausgaben wollen. Oder aber, dass laufende Kredite schwerfälliger zurückgezahlt werden. All dies lässt sich vermutlich durch den kommenden Kreditkompass 2021 noch präziser abschätzen, zeichnet sich aber auch schon über den aktuellen Bericht ab, der seitens der SCHUFA durch regelmäßige Corona-Updates immer wieder ergänzt und aktualisiert wird.

Bevor wir uns die Ergebnisse genauer ansehen, sei eine Information vorweggeschoben: Die im Rahmen dieser SCHUFA-Analyse veröffentlichten Zahlen beschreiben natürlich nur die Kredite, die mit der Bonitätsprüfung der SCHUFA vergeben wurden, und beziehen sich damit ausschließlich auf die im SCHUFA-Datenbestand erfassten Kredite.

Der Kreditkompass 2020 analysiert zunächst einmal die Daten aus dem Jahr 2019 und wirft schließlich auch einen Blick in die ersten Monate des ersten Coronajahrs 2020, um der besonderen Pandemie-Situation Rechnung zu tragen und Trends im Kreditverhalten abzuschätzen.

Laut Kreditkompass 2020 lief das Jahr 2019 in Kreditangelegenheiten wie erwartet ab und folgte dem Trend der Vorjahre.

„Nachdem bereits im zweiten Jahr die Anzahl der neuen Kreditverträge sinkt, ist 2019 auch die Zahl der laufenden Ratenkredite leicht rückläufig. Allerdings kann man bei einem Ratenkreditbestand von 18,2 Millionen am 31.12.2019 immer noch davon sprechen, dass Ratenkredite eine viel genutzte Finanzierungsform für größere Konsumausgaben sind.“

SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2020

Die Zahl laufender Kredite war leicht rückläufig und es gab einen steigenden Anteil bei den Ratenkrediten über 10.000 Euro – was unter anderem eine steigende durchschnittliche Höhe neu aufgenommener Kredite, eine längere durchschnittliche Kreditlaufzeit sowie eine höhere durchschnittliche Restschuld bedingt hat. Die Kreditnehmer waren bei alldem aber weiterhin vorbildlich in Sachen Rückzahlungsverhalten – weit über 90 Prozent bedienten ihren Kredit wie geplant. Zum Jahresbeginn 2020 änderte sich die Lage sukzessive.


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Und dann kam Corona … Kreditverhalten zu Beginn der Pandemie.

Das Jahr 2020 schließlich war spätestens ab März von der Pandemie geprägt. Wer aber gleich zu Beginn der Corona-Zeit einen radikalen Stimmungswechsel in der Kreditwelt erwartet hatte, der lag falsch. Und dennoch gab es natürlich sanfte Veränderungen, deren weitere Entwicklung zu beobachten bleibt. Noch ist die Bilanz aber verhältnismäßig positiv: So hat Corona in den ersten drei Quartalen 2020 unter den bei der SCHUFA verzeichneten privaten Kreditnehmern nicht zu einem unzuverlässigeren Rückzahlungsverhalten von Ratenkrediten geführt. Zum Ende des 3. Quartals 2020 belief sich die Ausfallrate genau wie am Ende der beiden Vorjahre auf 2,1 Prozent. 97,9 Prozent der Kreditnehmer im SCHUFA-Datenbank zahlten also ihre Raten termingerecht ab.

„Nach dem ersten Lockdown ist es weder zu einem signifikanten Anstieg der Zahlungsstörungen oder ausgefallenen Ratenkrediten gekommen, noch kann man umgekehrt von einer Kreditklemme sprechen. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich vom künftigen Verlauf der Corona-Pandemie ab und davon, wie deutsche Unternehmen deren Folgen bewältigen können.“

SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2020

Und dennoch: Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ratenkredite sinkt erneut und das sogar deutlicher als zuvor. Während es 2018 noch eine Verringerung von 1,6 Prozent gegenüber 2017 gab, so waren es 2019 schon 8,3 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend wird im Coronajahr 2020 zumindest vorübergehend verstärkt: Ende April 2020 lag die Anzahl der neu abgeschlossenen Ratenkredite ganze 36 Prozent unter dem Wert im April des Vorjahres 2019. Darüber hinaus konnte die SCHUFA zwischen März und Juli 2020 auch einen Einbruch in der Nachfrage nach Ratenkrediten verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr 2019 feststellen.

Dementsprechend wurde in 2020 auch der Trend der sinkenden Anzahl von laufenden Ratenkrediten fortgesetzt – aber (noch) nicht bedeutend verstärkt. So wurden am 30. September 2020 rund 17,6 Millionen laufende Ratenkredite im SCHUFA-Datenbestand verzeichnet, während es am 31. Dezember 2019 noch 18,2 Millionen waren. 2018 waren es noch 18,4 Millionen.

Privatpersonen sind während der Pandemie sowohl die Themen Gesundheit, Familie als auch Finanzen wichtiger geworden. Das ist angesichts der Lage naheliegend. Und auch der Fokus der Ausgaben verschiebt sich. Ersparnisse werden genutzt, um Engpässe zu überstehen und Ausgaben für Freizeitaktivitäten werden angesichts der Lockdown-Maßnahmen und aufgrund von finanziellen Unsicherheiten entscheidend zurückgeschraubt. Mehr als die Hälfte der von der SCHUFA Befragten ist besorgt, was die Zukunft bringt. Das senkt natürlich die Risikobereitschaft – auch bei denjenigen, die sich (noch) nicht akut Sorgen um Ihren Arbeitsplatz machen müssen.

März 2021: Was macht das Kreditverhalten nach einem Jahr Pandemie?

Die SCHUFA-Aktualisierungen zum Kreditkompass, die derzeit monatlich veröffentlicht werden, zeigen, wie die Corona-Pandemie sukzessive mehr Auswirkungen auf das Kreditverhalten der Deutschen hat:

So ließ sich laut SCHUFA zu Beginn des Jahres 2021 ein klarer Rückgang an neu abgeschlossenen Ratenkrediten festhalten – zwar hatten sich die Zahlen der neuen Kreditanträge Ende 2020 schon wieder auf ein normales bis hohes Niveau eingependelt, im Februar 2021 lag die Summe der neuen Kreditverträge dann allerdings um rund 40 Prozent unter dem Wert im Februar 2020.

Die im März 2021 veröffentlichten Daten treffen keine weiteren Aussagen zu neuen privaten Kreditabschlüssen, wohl aber zum Finanz- und Konsumverhalten im Allgemeinen und zum Rückzahlungsverhalten im Speziellen. Es zeigt sich, dass trotz der Tatsache, dass gerade junge Menschen verstärkt mit „finanziellen Verlustängsten“ zu kämpfen haben, ein weiterhin stabiles Rückzahlungsverhalten herrscht. Darüber hinaus signalisieren etwas mehr als die Hälfte der von der SCHUFA Befragten (53%), dass sie in der Corona-Pandemie auf das Entgegenkommen ihrer Bank im Ernstfall vertrauen.

Fazit: Abwarten und Maske tragen.

Auf der Haben-Seite lässt sich festhalten: Das Kreditverhalten der Deutschen bleibt auch angesichts Corona verantwortungsbewusst. Über 90 Prozent der bei der SCHUFA erfassten deutschen Konsumenten hatten zum Zeitpunkt der Erstellung des SCHUFA Kreditkompasses 2020 seit Jahren eine positive Kreditbiographie. Die Entwicklung des Kreditverhaltens ist seit Anfang 2020 nun durch die Corona-Pandemie geprägt, was sich vor allem durch weniger neu aufgenommene Ratenkredite zeigt. Es bleibt aber abzuwarten, wie die Corona-Pandemie sich weiterentwickelt und was sie in der längerfristigen Betrachtung für Auswirkungen auf das Verhalten der Deutschen in finanziellen Angelegenheiten hat. 

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