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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 31.03.2020
  • 7 Minuten

Die Frau und ihre Rente: Altersvorsorge in 3 Generationen.

Frau spart Geld für die Altersvorsorge

Das Frauenbild ist im Wandel – die Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft ist eine andere als noch vor 100 Jahren und das wirkt sich auf ihre Altersvorsorge aus. Tendenziell streben viele Frauen heute mehr nach finanzieller Selbstständigkeit als früher. Entsprechend geht die Frau heute unter anderen Bedingungen in Rente als noch vor 100 Jahren. Was hat sich geändert? So Einiges. Zum Beispiel die Sicherheit einer Ehe als Altersvorsorge: Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war für die Frau eine Heirat auch ein Mittel zur finanziellen Absicherung. Während man sich früher dank der Ehe darauf verlassen hat, auch im Alter finanziell füreinander da zu sein, sind Mann und Frau heute nicht mehr so stark auf die Ehe angewiesen – 2018 wurden laut Statistischem Bundesamt nur noch etwas mehr als halb so viele Ehen geschlossen wie noch 1950. Zudem liegt die Scheidungsrate heute deutlich höher: 2018 war sie schon annähernd doppelt so hoch wie 1950.

Was außerdem für die Frau und ihre Vorsorge zum Problem werden kann: der Gender Pay Gap. Frauen verdienen oft weniger als Männer – je nach Position und Anstellungsart waren es laut statista/Statistischem Bundesamt 2019 im Schnitt 20 % weniger. Das wirkt sich natürlich auch auf die gesetzliche Rente aus – wer weniger verdient, zahlt weniger in die Rentenkasse ein und bekommt dementsprechend am Ende auch weniger Rente.

Möchte man als Frau eine Familie gründen, wird es in Sachen Rente noch schwieriger: Viele Mütter stellen nach der Geburt ihrer Kinder ihren Job hinten an – und zahlen zumindest zeitweise nichts oder weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Was bedeutet das nun? Die Frau ist heutzutage tendenziell selbstständiger beziehungsweise unabhängiger von Mann und Ehe. So weit, so gut. Das bedeutet aber auch, dass sie selbstständiger für sich finanziell sorgen muss – Gender Pay Gap und Teilzeitarbeit wegen der Kindererziehung sind nur zwei Gründe, fürs Alter zusätzlich vorzusorgen.

Soweit die Theorie. Und wie sehen der Wandel des Frauenbildes und die Einstellung zur Altersvorsorge im wahren Leben aus?  Wir haben mit drei Generationen von Frauen zweier Familien gesprochen: Familie Mücke und Familie Gosch. Sie erzählen von ihren eigenen Erfahrungen mit der Altersvorsorge und inwiefern sie selbst fürs Alter vorsorgen oder vorgesorgt haben. Warum zwei Familien? Nun, die Rentensysteme in der DDR unterschieden sich von denen in der BRD – Familie Mücke erzählt von den Erfahrungen im Osten, Familie Gosch erzählt von Rente und Altersvorsorge im Westen.

Familie Mücke redet über Altersvorsorge

Altersvorsorge im Osten: Familie Mücke.

Zur Familie Mücke gehören Oma Ilse, Mutter Eva und Tochter Anna mit ihrem kleinen Sohn. Oma Ilse ist heute 82 Jahre alt und hat ihr ganzes Leben in einem kleinen Ort namens Latdorf verbracht, das seinerzeit zur DDR gehörte. Um Altersvorsorge hat sie sich eigentlich nie Gedanken gemacht: „Ich habe mit 19 Jahren geheiratet und für die Finanzen war mein Mann zuständig – so ging das damals einfach“, erzählt sie. Ihre Tochter Eva Mücke fügt hinzu, dass sich in der DDR eigentlich keiner so richtig Gedanken um die Rente gemacht hätte, denn: „Fast alle Frauen haben in Vollzeit gearbeitet und den gleichen Lohn bekommen wie die Männer – also haben Frauen und Männer auch die gleiche Rente bekommen. Und von den Rentensätzen konnte jeder gut leben.“ Oma Ilse Mücke ist hier eine gewisse Ausnahme, denn sie hat nur sporadisch mal als Schneiderin oder im Labor einer Zuckerfabrik gearbeitet. Ansonsten hat sie sich zu Hause um ihre Tochter, die Familie und Haus und Garten gekümmert. Die gesetzliche Rente von Ilse Mückes Mann gepaart mit der sogenannten Intelligenzrente, die er im Alter bekommen hätte, hätte gut für beide gereicht. Intelligenzrente erhielten in der DDR vor allem Personen, die in Industrie und Bauwesen tätig waren – wie auch Ilse Mückes Mann, der Ingenieur war.

Da Oma Mückes Mann dann aber bereits vor dem Renteneintritt verstorben ist, kam es nicht mehr dazu, dass das Ehepaar die Intelligenzrente in Anspruch nehmen konnte. Ilse Mücke bekommt nun neben einer eigenen kleinen Rente eine Witwenrente, die 60 % der Rente ihres Mannes beträgt. Das sei zwar insgesamt nicht besonders viel, aber sie könne trotzdem gut davon leben: „Ich bin eigentlich ganz zufrieden und brauche nicht mehr Geld.“ Und wie sieht es in Sachen Altersvorsorge bei ihrer Tochter aus?

Auch Eva Mücke, die heute 62 ist, ist noch in der DDR großgeworden: Hier hat sie Abitur gemacht, Chemie studiert, promoviert und als Dozentin in einer Ingenieurschule gearbeitet. Die meiste Zeit ihres anschließenden Berufslebens war sie in Vollzeit angestellt – unterbrochen nur von einer einjährigen Babypause, als 1987 ihre Tochter Anna zur Welt kam. Obwohl sie durchgängig gut verdient habe, sei private Altersvorsorge schon früh ein Thema für sie gewesen: „Ich habe damals schon überlegt, ob ich zusätzlich was machen muss – zumal ich zu Annas Geburt schon alleinerziehend war“, erklärt sie und hat in diesem Zuge eine Lebensversicherung abgeschlossen, die mit ihrem 65. Lebensjahr fällig wird. Außerdem ist Eva Mücke mit etwa 40 verbeamtet worden – was ihr zumindest anteilig noch eine Pensionierung einbringe, die etwas höher ausfällt als die gesetzliche Rente. Jetzt blicke sie ihrer Rentenzeit entspannt entgegen – wenn sie 63 wird, soll es schon so weit sein.

Unterschiede in der Rentenversorgung sieht Eva Mücke sowohl zwischen ihrer Generation und der ihrer Tochter, als auch innerhalb ihrer eigenen Generation: „Meine Freundinnen in der DDR haben immer alle voll gearbeitet und bekommen deshalb auch ihre volle Rente – da muss sich keiner Gedanken machen. Aber im Westen sah das immer etwas anders aus: Da blieben die Frauen eher zu Hause, betreuten die Kinder und verließen sich auf ihren Ehemann – da kommt dann eben nur eine kleine Rente zusammen“, erzählt Mutter Mücke. Ihre Generation sei rententechnisch hingegen recht gut aufgestellt, erklärt Eva Mücke, während in der Generation ihrer Tochter die Rente einfach nicht mehr sicher sei. Deshalb findet die 62-Jährige es besonders wichtig, dass junge Frauen sich rechtzeitig um ihre Altersvorsorge kümmern. Dass sie sich kümmert, wünscht Eva sich auch für ihre Tochter Anna. Und was sagt die dazu?

Anna Mücke ist 32 Jahre alt – um ihre Altersvorsorge hat sie sich bisher nicht gekümmert: „Altersvorsorge liegt für mich genauso in weiter Ferne wie das Alter an sich“, gibt sie lachend zu. Sie hat Lehramt studiert und dann vor dem Referendariat auf ihre Leidenschaft umgeschwenkt: Illustrationen. Der Abschluss ihres Illustrationsstudiums verzögere sich gerade noch etwas, weil ihr Sohn zwischendurch auf die Welt kam. Annas finanzielle Situation ist gerade etwas unregelmäßig – sie bekommt zwar ab und zu Aufträge für Illustrationen, hat aber noch kein festes Einkommen.

Obwohl sie sich noch nicht aufraffen konnte, sich um die Altersvorsorge zu kümmern, findet sie das Thema Altersvorsorge aber grundsätzlich wichtig: „Ich will mir ja Gedanken machen, aber es kommt mir alles so kompliziert und abstrakt vor. Ich weiß nicht, wo ich ansetzen soll, wer mich vielleicht beraten kann, wem ich vertrauen kann. Im Moment mache ich die Augen zu, damit ich diesen Berg nicht besteigen muss“, gesteht Anna. Sie habe bisher auch noch keine Angst davor, im Alter arm zu sein – „ich kriege schon noch die Kurve“, sagt sie sich.

Darüber, dass man sich als Frau heutzutage mehr um seine Rentenabsicherung kümmern sollte, sind sich alle drei einig: „Bei Oma war es noch ganz normal, dass man geheiratet hat und dann aufeinander aufbaute – Altersvorsorge war einfach gemeinschaftliche Sache“, fasst Anna zusammen und betont auch, dass die familiären Strukturen heute freier seien und das Thema Altersvorsorge dadurch einfach individueller.

Familie Gosch redet über Altersvorsorge

Altersvorsorge im Westen: Familie Gosch.

In Hamburg haben wir mit drei Generationen der Familie Gosch* zusammengesessen und über das Thema Altersvorsorge für Frauen gesprochen:  Oma Gerda, Mama Verena und Tochter Kim teilen mit uns ihre Erfahrungen mit der Altersvorsorge in Westdeutschland.

Die heute 82-jährige Gerda Gosch wuchs in den 40er und 50er Jahren in einem kleinen Dorf auf. Dort galt für Mädchen die Devise: „Heiraten ist die beste Lebensversicherung“. Doch Gerdas Mutter – ungewöhnlich für die damalige Zeit – riet ihr, möglichst selber für eine eigene Rente vorzusorgen. Also ging Gerda fünf Jahre lang einem Beruf nach und zahlte in dieser Zeit in die Rentenkasse ein. Dann heiratete sie und bekam zwei Kinder. Ihnen und dem Haushalt widmete sich Gerda Gosch über 15 Jahre lang – so wie es die Gesellschaft damals von Frauen erwartete. Als die Kinder größer waren, entschied sie sich, wieder zu arbeiten. In ihrem Teilzeitjob hatte sie jedoch kein großes Einkommen und konnte daher auch nicht viel für ihre eigene Rente ansparen. Inzwischen ist Gerda Witwe und bekommt neben ihrer eigenen kleinen Rente 60% der Rente ihres verstorbenen Mannes als Witwenrente. Von beiden Renten zusammen könne sie gut leben und sei zufrieden.

Obwohl der Weg ihrer Rente so klar vorgezeichnet war, ist Altersvorsorge für Oma Gosch kein Fremdwort: Ihrer Tochter Verena Gosch legte sie nahe, sich finanziell nie auf einen Mann zu verlassen, sondern sich möglichst Eigentum – zum Beispiel in Form von Immobilien – zuzulegen, um fürs Alter vorzusorgen. Diesen Ratschlag hat die heute 59-Jährige befolgt: Mittlerweile besitzt sie drei Immobilien.

Generell war die Altersvorsorge für Verena Gosch immer ein wichtiges Thema: Schon im Studium hat sie durch Nebenjobs in die Rentenkasse einzahlen können. Und im späteren Berufsleben kümmerte sich die heutige Journalistin auf vielfältige Art weiter um ihre Altersvorsorge: beispielsweise mit einer Lebensversicherung und einer Erfolgsbeteiligung ihres Arbeitgebers, die im Rentenalter ausgezahlt wird. Seit sie selbstständig ist, zahlt Verena Gosch zudem Beiträge in die Pensionskasse der Rundfunkanstalten ein. Darüber hinaus hat die 59-Jährige auf Anraten ihrer Tochter – auch, wenn es nicht risikofrei ist – mittlerweile als ergänzende Altersvorsorge in ETFs investiert. „Die Wertigkeit der gesetzlichen Rente verfällt, man muss wirklich zusehen, dass man ergänzend auch privat für sich vorsorgt“, erklärt Verena Gosch.

Was Oma Gosch schon ihrer Tochter Verena geraten hat, gab sie auch an ihre Enkelin Kim weiter: „Oma hat mir immer gesagt, dass es für mich keine Rente geben wird. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber ich gehe tatsächlich davon aus, dass meine gesetzliche Rente nicht zum Leben reichen wird“, erklärt Kim Gosch. Sie ist 26 und hat sich schon intensiv um ihre Altersvorsorge gekümmert. Dabei interessiert sich Kim in erster Linie für die Altersvorsorge durch Börsenprodukte – vor allem ETFs seien für sie interessant: „Ich gehe nicht davon aus, dass ich mit 65 schon in Rente gehe, also haben die ETFs noch viele Jahre Zeit, um sich positiv zu entwickeln“, erklärt sie lachend. Auch den von ihrer Mutter und Großmutter geschätzten Immobilienbesitz ziehe sie in Erwägung. Kim Gosch blickt dementsprechend entspannt auf ihre Rentenzeit. Und das wiederum beruhigt ihre Oma Gerda, denn die war zu Beginn unseres Gesprächs noch davon ausgegangen, dass es jungen Leuten heutzutage sehr schwerfallen würde, für die Rente vorzusorgen.

* Namen der Familie Gosch redaktionell geändert

Und Ihre eigene Altersvorsorge?

Unsere Gespräche zeigen: Dass Frau sich um eine private Altersvorsorge kümmert, ist heute wichtiger denn je – da sind sich Familie Mücke und Familie Gosch einig.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Sie schon die ersten Schritte in Richtung Altersvorsorge gegangen oder sind Sie eher der Typ Anna Mücke und wissen einfach nicht, wo sie anfangen sollen? Wie Sie die erste Hürde nehmen und weitere Schritte Richtung private Altersvorsorge meistern, erfahren Sie hier.

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