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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 09.05.2019
  • 2 Minuten

Generationenvertrag adé? Das deutsche Rentensystem und seine Zukunft.

Der Generationenvertrag – niemand unterschreibt ihn persönlich, aber alle leben mit ihm. Das System an sich ist schnell nachvollziehbar: Junge erwerbstätige Menschen zahlen in die Rentenversicherung ein, aus der dann die Älteren ihre Rente beziehen. Dieses Umlageverfahren ist ein System, das sich rein theoretisch dauerhaft selbst tragen könnte. Und dennoch ist allenthalben von Altersarmut und anderen Schauerszenarien für den Lebensabend der jetzt jüngeren Generationen zu hören. Der selbsternannte Zukunftslobbyist Wolfgang Gründinger hat sich intensiv und kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt und kann die jüngeren Generationen beruhigen. Wir haben uns nach einem Gespräch mit ihm das deutsche Rentensystem einmal näher angesehen.

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Rente: Mit Sicherheit?

„Die Rente ist sicher!“ Der Satz ringt Ihnen nicht mehr als ein müdes Lächeln ab und an den Fortbestand eines Generationenvertrags glauben Sie auch nicht? Dann geht es Ihnen wie vielen Leuten im jungen bis mittleren Erwachsenenalter.

Wolfgang Gründinger ist 1984 geboren und damit Teil dieser jungen Generation. Doch im Gegensatz zu den meisten in seinem Alter beschäftigt er sich sehr eingehend mit dem deutschen Rentensystem – und das sowohl als Buchautor als auch als Sprecher der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen.

Und obwohl der Mitdreißiger gerne kritisch seine Meinung äußert, steht er ganz optimistisch hinter dem deutschen Rentensystem und dem Generationenvertrag: „Die im Umlageverfahren organisierte gesetzliche Rente ist besser als ihr Ruf. Unser Rentensystem insgesamt ist erstaunlich stabil. Probleme gibt es bei Menschen, die zwar lange eingezahlt, aber dabei wenig verdient haben, oder die längere Unterbrechungen im Erwerbsleben hatten. Da muss man mit einem Ausbau der Mindestsicherung nachhelfen.“
Quelle Foto: David Ausserhofer

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Junge Generation: Optimistisch in die Zukunft blicken und laut sein.

Das deutsche Rentensystem besteht aus drei Säulen: die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge und die private Altersvorsorge. Was diese Säulen im Detail umfassen, erfahren Sie in unserem Artikel zum 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge.

Angesicht des demografischen Wandels könnte man davon ausgehen, dass man den Generationenvertrag bald in der Luft zerreißen kann. Gründinger hingegen ist der Ansicht, dass das Konzept immer noch zeitgemäß ist: „Ja, und zwar umso mehr! Die Rente kann gar nicht anders organisiert werden als über die Solidarität zwischen Alt und Jung. Und der Anstieg der Altersarmut ist im Übrigen nicht so drastisch, wie er häufig dargestellt wird.“

Auf seiner Website räumt der Publizist außerdem mit dem Mythos auf, dass die Renten sinken. Im Interview fügt er hinzu: „Viele verwechseln das Rentenniveau mit der tatsächlichen Rente. Und die steigt – jedes Jahr aufs Neue, trotz Inflation. Die Rentner von morgen werden es besser haben als die Rentner heute. 
Grundsätzlich ist Gründinger der Auffassung, dass man die Rente nicht immer schlecht reden sollte. Damit sei schon viel geholfen.

Dabei betont er die wichtige Rolle der jungen Generation: „Greta hat eine internationale Schülerbewegung für Klimaschutz losgetreten. Es ist bezeichnend, dass wir dieses Thema der jungen Generation überlassen haben. Denn wir haben es über Jahre verschlafen. Die ‚Friday for Future‘-Bewegung und die Demonstrationen gegen Uploadfilter machen es vor: Die junge Generation muss laut sein, sonst wird sie nicht gehört. Und: Sie muss umso lauter sein, denn sie sind wenige im Vergleich zu den Älteren.“

Gegenüber dem Satz „Die Rente ist sicher“ reagieren laut Gründinger viele junge Leute deswegen mit Zynismus, weil sie nicht mehr an die Rente und den Generationenvertrag glauben. Das sei sehr bedauerlich, stellt der Publizist fest, und fügt hinzu: „Deswegen müssen wir umso mehr das Vertrauen in den Generationenvertrag wiederherstellen.“

Und welche Perspektive hat das deutsche Rentensystem mit dem Generationenvertrag?   

Man müsse zwar noch ein paar Löcher im System flicken und wieder selbstbewusster für das Konzept Rente einstehen, erklärt Gründinger, aber: „Sofern nicht die digitale Transformation oder andere strukturellen Brüche unseren Sozialstaat durcheinanderwirbeln, ist unser Rentensystem alles in allem fit für die Zukunft.“

Hier finden Sie das vollständige Interview:

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