Der Service ist zur Zeit leider nicht verfügbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 04.07.2019
  • 7 Minuten

Roadtrip geplant? Das müssen Sie bei der Autoversicherung im Ausland beachten.

In die Schweizer Alpen, an die Strände Italiens oder in die französische Provence: Viele Urlaubsziele lassen sich von Deutschland aus mit dem Auto erreichen. Wenn auch Sie dieses Jahr mit dem Auto in den Urlaub fahren, haben Sie sich bestimmt schon Gedanken über die Autoversicherung im Ausland gemacht. Nicht? Kein Problem, hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen.

Ihr Versicherungsschutz im Ausland.

Auf der Autobahn Richtung Urlaub, ab über die Grenze und dann weiter bis zum Ferienziel. In vielen Fällen läuft die Reise mit dem Auto problemlos ab. Doch was, wenn es im Ausland doch mal zum Unfall kommt? Wie funktioniert das dann mit der Versicherung? Greift sie genau wie bei Unfällen in Deutschland? Was muss ich tun und wen muss ich kontaktieren? Eine pauschale Antwort auf diese Fragen gibt es nicht, denn es kommt – wie so oft – auf den einzelnen Fall an. Doch was gibt es grundsätzlich zu beachten?

Europakarte zur Übersicht der Länder der Grünen Karte

Die Grüne Karte und das Kennzeichenabkommen.

Als Versicherungsnachweis gilt bei einem Unfall im Ausland in der Regel die sogenannte Grüne Karte – die internationale Versicherungskarte. Sie enthält Angaben zum Versicherer – wie beispielsweise entsprechende Kontaktdaten und Vertragsnummer –, Informationen zum versicherten Fahrzeug und der Versicherungsnehmer. Grüne Karten sind kostenlos bei der Versicherung erhältlich. 

Übrigens: In vielen Ländern der EU muss der Versicherungsnehmer die Grüne Karte nicht mehr mitführen. Hier gilt im Rahmen des Kennzeichenabkommens auch das Kfz-Kennzeichen als Versicherungsnachweis.

Da aber einige EU-Staaten nicht im Kennzeichenabkommen sind und Polizeibeamte im Ausland manchmal trotzdem noch auf die Grüne Versicherungskarte bestehen, lohnt es sich, den Versicherungsnachweis zur Sicherheit im Handschuhfach zu haben. In jedem Fall erleichtert sie die Schadenregulierung.

Autounfall im europäischen Ausland: So regeln Sie das.

Ein einheimischer Verkehrsteilnehmer hat während Ihres Urlaubs in einem EU-Land einen Schaden an Ihrem Auto verursacht? Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Denn in den geografischen Grenzen Europas sowie den außereuropäischen Gebieten, die zur Europäischen Union gehören, greift die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers.

Ob eigen- oder fremdverschuldet: Bei einem Unfall im Ausland müssen Sie sich zunächst mit der Situation vor Ort und Ihrem Unfallgegner auseinandersetzen. Und das kann bei Sprachbarrieren und erhitzten Gemütern eine Herausforderung sein. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber die Polizei einschalten. Die Beamten können zwischen den Unfallparteien vermitteln und ein polizeiliches Protokoll erstellen, welches Sie übrigens auch bei manchen Versicherern vorlegen müssen.

Hilfreiche Tipps und Unterstützung kann Ihnen auch der Zentralruf der Autoversicherer unter +49 40 300 330 geben. Dort erfahren Sie zum Beispiel, wer der Ansprechpartner des ausländischen Versicherers für Ihre Schadenersatzforderungen ist. Dieser Ansprechpartner nennt sich Schadenregulierungsbeauftragter. Europäische Versicherer müssen für jedes EU-Land einen dieser Ansprechpartner einsetzen, um die Schadenregulierung innerhalb der EU zu erleichtern. Das Praktische: Mit dem deutschsprachigen Schadenregulierungsbeauftragten können Sie den Schadenersatz ganz ohne Verständigungsschwierigkeiten und auch noch nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland abwickeln. Hier wird dann in der Regel das Schadenersatzrecht des Unfalllandes zugrunde gelegt – das kann sich vom deutschen Recht unterscheiden.

Wichtig ist aber, dass Sie sich noch am Unfallort alle relevanten Informationen einholen: In jedem Fall benötigen Sie zum Beispiel die Versicherungsdaten des Unfallgegners. Diese finden Sie auf seiner Grünen Karte. Sollte der Unfallverursacher keine Grüne Karte dabeihaben, können Sie sowohl die Versicherung als auch die Kontaktdaten – auch im Ausland – über den Zentralruf der Autoversicherer erfahren. Dazu müssen Sie das Kennzeichen und das Herkunftsland des anderen Fahrzeugs, den Schadentag sowie das Unfallland angeben.

Wenn Sie selber Unfallverursacher sind gelten diese Tipps natürlich umgekehrt: Dann stellen Sie dem anderen Unfallbeteiligten alle Ihre Daten zur Verfügung, damit er den Schaden entsprechend abwickeln kann.

Ihre Kfz-Haftpflicht kommt für Schäden auf, die Sie während eines Verkehrsunfalls bei Dritten verursacht haben. Das gilt bei Unfällen in allen Ländern, die auf Ihrer Grünen Versicherungskarte verzeichnet sind. Der genaue Versicherungsumfang variiert abhängig von Ihrem Versicherungsanbieter und kann auch erweitert werden. Sprechen Sie Ihren Anbieter an, falls Sie mit dem Auto in ein Land reisen möchten, das nicht auf Ihrer Grünen Karte steht.

Sind Sie für einen Schaden an Ihrem Auto selbst verantwortlich, haftet Ihre Vollkaskoversicherung. Meist entspricht der Geltungsbereich für Kaskoversicherungen denen der Kfz-Haftpflichtversicherung und damit den Angaben auf Ihrer Grünen Karte. Um sicher zu gehen, sollten Sie vor Urlaubsantritt allerdings einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen oder noch mal bei Ihrem Versicherer nachfragen, ob Sie im gewählten Urlaubsland wirklich abgesichert sind. In der Regel übernehmen die Versicherer Kosten für Schäden, die im europäischen Ausland beziehungsweise in einem der Länder der Grünen Karte passiert sind. Vielleicht finden Sie ja ein entsprechendes Angebot für Ihre Kfz-Versicherung über die VW FS.

Egal ob fremd- oder eigenverschuldet: Klären Sie alle Details mit den Unfallbeteiligten.

Neben dem Austausch der Daten ist es sinnvoll, wenn Sie und Ihr Unfallgegner gemeinsam einen Unfallbericht für Ihre Versicherung erstellen. Dazu haben Sie am besten immer ein Exemplar des Europäischen Unfallberichts dabei, wenn Sie ins europäische Ausland reisen. Damit alle Unfallbeteiligten den Bericht verstehen und richtig ausfüllen können, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Übersetzungsbroschüre in elf Sprachen erstellt. Diese können Sie mitsamt einem Exemplar des Berichts über die Homepage des GDV kostenlos bestellen.

Nach dem gemeinsamen Ausfüllen erfolgt wie bei fast jedem Bericht am Ende die Unterschrift. Im besten Fall sollten sowohl Sie als auch der Unfallgegner unterschreiben. Dies ist allerdings kein Muss – zum Beispiel, wenn Sie sich über den Unfallhergang nicht einig sind. Den Bericht können Sie auch ohne die zweite Unterschrift bei der Versicherung einreichen.

Damit Sie im Fall eines Unfalls vorbereitet sind, sollten Sie diese Dokumente und Informationen im Urlaub immer griffbereit haben:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Grüne Karte
  • Europäischer Unfallbericht
  • Örtliche Notfallnummern wie Rettungsdienst, Polizei und den Zentralruf der Autoversicherer

Sollte es zu einem Streit über den Unfallhergang und die Schuldfrage kommen, ist es auch nützlich, wenn Sie Namen und Adressen von eventuellen Unfallzeugen festgehalten haben.

Ein Tipp am Rande: Sichern Sie sich wirklich auch dann mit Zeugendaten und Unfallbericht ab, wenn sie den Unfall selbst verursacht haben. In solchen Situationen lässt einen das schlechte Gewissen sowas manchmal vergessen. Aber es schützt Sie im Nachhinein vor eventuell falschen Behauptungen des Geschädigten.

Der Schaden an sich: Was passiert mit dem Auto?

Da Sie die Schadenregulierung nach einem Unfall in der EU auch nach Ihrer Rückkehr in Deutschland durchführen können, spricht nichts dagegen, nach den ersten Maßnahmen vor Ort einfach weiter zu fahren – sofern das geht.

Was ist aber, wenn Ihr Wagen so sehr beschädigt ist, dass Sie nicht weiterfahren können? In dem Fall können Sie sich in der Regel zu einer nahegelegenen Werkstatt abschleppen lassen. Der Wagen kann nicht kurzfristig repariert werden? Dann brauchen Sie einen Mietwagen. Dafür kommt in der Regel die Versicherung des Unfallverursachers auf. Sind Sie der Geschädigte, dann kontaktieren Sie den Schadenregulierungsbeauftragten. Haben Sie den Unfall selbst verursacht, sprechen Sie mit Ihrem Versicherer. Für solche Fälle ist es hilfreich, wenn Sie sich durch einen so genannten Kfz-Schutzbrief zusätzlich abgesichert haben. Dieser dient zur Absicherung Ihrer Mobilität im Fall einer Panne oder eines Unfalls. Kosten, die zum Beispiel für den Abschleppdienst, einen Mietwagen oder Übernachtungen entstehen, sind dadurch in der Regel abgedeckt. Details erfahren Sie bei Ihrem Versicherer.

Beachten Sie für den späteren Prozess: Natürlich erfolgt die Schadenregulierung von Land zu Land unterschiedlich. Der ADAC hat die wesentlichen Informationen zur Unfallregulierung in verschiedenen Urlaubsländern mal zusammengestellt. Klicken Sie doch mal rein.

Und sollten doch einmal Probleme bei der Schadenregulierung entstehen, hilft Ihnen die Verkehrsopferhilfe weiter, die bei Unfällen innerhalb der EU als Entschädigungsstelle dient.

Und was, wenn der Unfall außerhalb der EU passiert?

In Ländern außerhalb der EU gibt es keine standardisierte, dem deutschen System ähnelnde Schadenabwicklung. Es gilt das Recht des entsprechenden Landes. Das heißt, Sie müssen sich wahrscheinlich erstmal gut informieren und mit den Gepflogenheiten vertraut machen. Vielleicht lesen Sie sowas sogar schon vor dem Roadtrip nach, um in der – hoffentlich nicht eintretenden – Stresssituation eines Unfalls gut vorbereitet zu sein. Grundsätzlich gilt jedoch auch außerhalb der EU in der Regel, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers in der Pflicht ist.

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, kann diese Sie nun unterstützen und für einen Verkehrsrechtsanwalt aufkommen. Der Anwalt kennt sich mit dem geltenden Recht im Urlaubsland aus und setzt Ihre Schadenansprüche beim Versicherer durch.

Vater und Sohn machen Wanderurlaub mit dem Auto

Nützliche Zusatzversicherungen für die Urlaubsfahrt.

Zwar sind Sie zumindest innerhalb der EU zuverlässig durch das Haftpflichtsystem der Grünen Karte abgesichert, jedoch unterscheiden sich die Deckungssummen der Versicherungen von Land zu Land. Dadurch kann es passieren, dass die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers nicht für den kompletten Schaden aufkommt. In dem Fall müssten Sie also zumindest einen Teil der Kosten selber tragen. Um das zu vermeiden, könnten Sie einen Ausland-Schadenschutz abschließen. Dann erhalten Sie den Schaden so ersetzt, als wäre der Schaden in Deutschland passiert.

Sie machen sich nicht nur Gedanken um einen Unfall, sondern fragen sich auch, was Sie im Falle einer Autopanne im Ausland machen? Bei Pannen unterstützt Sie ein Kfz-Schutzbrief. Der Versicherer leistet schnelle Hilfe vor Ort, organisiert bei Bedarf einen Abschleppdienst und kümmert sich manchmal auch um Ersatzmobilität. Besonders in einem fremden Land entlastet Sie die Unterstützung des Schutzbriefes und bringt Sie gegebenenfalls doch noch sicher ans Urlaubsziel.

Sie fliegen in den Urlaub, möchten vor Ort aber mit einem Mietwagen mobil sein? Aufgepasst, denn Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung gilt nur für Ihr eigenes Auto. Möchten Sie mit einem fremden Wagen im Ausland Kfz-Haftpflichtschutz genießen, müssen Sie eine sogenannte Mallorca-Police abschließen. Das ist eine Kfz-Haftpflicht nach deutschen Standards für Mietwagen im Ausland. Für Leihwagen im Ausland gelten ansonsten nur die Deckungssummen des jeweiligen Urlaubslandes. Die Mallorca-Police hebt die Deckungssumme auf den deutschen Standard an. Gut zu wissen: Die Versicherung gilt, anders als der Name vermuten lässt, auch in anderen Ländern.

Alle Zusatzversicherungen sind natürlich freiwillig und sollten passend zu Ihrem Urlaub sowie Ihrem Sicherheitsbedürfnis ausgewählt werden.

Unbesorgt mit dem Auto in den Urlaub.

Über die Skipiste heizen in den Alpen, sonnenbaden in Italien oder durch französische Lavendelfelder streifen – klingt verlockend. Und Sie sollen das auch in vollen Zügen genießen. Also lassen Sie sich die Vorfreude auf Ihren Urlaub nicht von den Sorgen um Ihr Auto trüben. Wenn es ins EU-Ausland geht, beantragen Sie sicherheitshalber die Grüne Karte beim Versicherer und informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen. Legen Sie sich für alle Fälle auch einen Europäischen Unfallbericht ins Handschuhfach. Und wenn Sie wirklich auf Nummer sicher gehen möchten, schließen Sie noch die Zusatzversicherungen Ihrer Wahl ab. Dann steht einer abgesicherten Autofahrt in den Urlaub nichts mehr im Wege.

Auch interessant:

Familie packt für Urlaub mit dem Auto

Ratgeber

Urlaub mit dem Auto: Tipps für eine sichere Fahrt.

Wie können Sie sich vor Pannen schützen? Und wie verstauen Sie das Gepäck am besten? Finden Sie es in unserem Ratgeber heraus. Hier haben wir Ihnen Tipps für den Urlaub mit dem Auto zusammengestellt.

  • 04.07.2019
  • 7 Minuten
Familie freut sich über sicheres Familienauto

Familie & Leben

Kinder im Auto sichern.

Der richtige Kindersitz ist Grundlage für eine möglichst sichere Autofahrt. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen, und geben wertvolle Tipps rund um Kindersitz, Sitzposition und Familienfahrten.

  • 06.06.2019
  • 6 Minuten
father-son-football

PRODUKTINFORMATIONEN

Kfz-Versicherung bei VW FS.

Sind Sie noch auf der Suche nach einer geeigneten Versicherung für Ihren Urlaub mit dem Auto? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Informationsseiten rund um Kfz-Versicherungen an.