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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 11.10.2018
  • 6 Minuten

Unser 5-Schritte-Plan zur Existenzgründung.

Ein feucht-fröhlicher Abend mit Freunden in der Bar. Es wird getrunken, gelacht und diskutiert. Und dann hat einer die Geschäftsidee des Jahrhunderts. Stolz wird sie auf einem Bierdeckel verewigt. Diese „Schnapsideen“ bleiben oft aber eben nur Ideen. Manchmal beweisen sie sich im nüchternen Zustand als weniger genial, manchmal wird die Idee nicht zu Ende gedacht und manchmal fehlen einfach die nötigen Kenntnisse zur Umsetzung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie im Idealfall von der Geschäftsidee zur Existenzgründung gelangen.

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Schritt 1: Geschäftsidee prüfen & Gründungsart festlegen.

Nehmen Sie sich den Bierdeckel mit Ihrer Geschäftsidee noch einmal vor: Gefällt Ihnen die Idee immer noch? Dann prüfen Sie, ob das Vorhaben sinnvoll und realisierbar ist. Haben Sie die nötigen Fähigkeiten? Gibt es einen Markt für das Produkt oder die Dienstleistung? Wie steht es mit rechtlichen und technischen Voraussetzungen? Machen Sie aus der „Schnapsidee“ eine gut durchdachte Geschäftsidee.

Abhängig von Ihrer Geschäftsidee wählen Sie die Gründungsart. Muss zur Umsetzung ein komplett neues Unternehmen gegründet werden? Dann kommt es zur Neugründung. Benötigen Sie dafür ein geringes Startkapital von unter 25.000 Euro und nur einen Arbeitsplatz für sich selbst, sind Sie Kleingründer. Ist Ihre Neugründung mit einer noch die da gewesenen, meist technologie-basierten Geschäftsidee, hohem Wachstumspotenzial und geringen finanziellen Rücklagen verknüpft, machen Sie sich mit einem Start-up selbstständig.

Entwickelt sich Ihre Gründung aus einem bestehenden Unternehmen heraus – verselbstständigen sich also Abteilungen, Projektgruppen oder Unternehmensteile mit einer Geschäftsidee – starten Sie ein Spin-Off.

Hatten Sie noch kein Bierdeckel-Erlebnis oder sind Ihre Geschäftsideen einfach nicht realisierbar und sie wollen sich trotzdem selbstständig machen? Auch dann können Sie gründen. Eröffnen Sie zum Beispiel ein Franchise-Unternehmen. Damit profitieren Sie von dem bewährten Geschäftsmodell eines Franchisegebers. Dieser lässt Sie sein Geschäftsmodell nutzen und ein eigenständiges Unternehmen unter seiner Marke führen. Oder Sie treten eine Unternehmensnachfolge an, übernehmen ein bestehendes Unternehmen und entwickeln es weiter.

Die Geschäftsidee steht und Sie kennen Ihre Gründungsart? Dann haben Sie den ersten Schritt in Richtung Existenzgründung getan. Jetzt heißt es fortbilden und guten Rat einholen. Sind Sie bereit für den zweiten Schritt?

Schritt 2: Weiterbilden & beraten lassen.

Buchführung, Personalführung, Marketing und Vertrieb: Zur Existenzgründung gehören Kenntnisse, an die viele bei der euphorischen Ideenfindung noch nicht denken. Häufig übersteigen diese Voraussetzungen auch die fachliche Ausbildung des Gründers. Nicht entmutigen lassen: In vielen Kommunen sind Gründungsinitiativen ansässig, die Ihnen weiterhelfen können. Auch Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, die Agentur für Arbeit sowie Berufs- und Branchenverbände unterstützen Sie mit Gründungsseminaren dabei, sich selbstständig zu machen.

Individuelle Probleme lassen sich aber am besten im persönlichen Gespräch lösen. Lassen Sie sich deshalb beraten. Das geht bei der Agentur für Arbeit oder Sie suchen eine kostenpflichtige Existenzgründungsberatung auf. Während Sie die Agentur für Arbeit zu allen eigenen Angeboten und Hilfeleistungen berät, helfen Ihnen Existenzgründungsberater bei den weiteren Schritten der Existenzgründung. Sie entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Businessplan und beraten Sie zu Finanzierungskonzepten.

Achtung Sparpotenzial: Viele Bundesländer bieten Förderungen von Existenzgründungsberatungen  an.

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Schritt 3: Businessplan erstellen & Rechtsform definieren.

Jetzt wird es Zeit, dass Ihre Geschäftsidee dem Bierdeckel entwächst und Platz in einem umfangreicheren Dokument findet: dem Businessplan. Das ist der Fahrplan für Ihre Existenzgründung und Argumentationsgrundlage gegenüber Ihren potenziellen Geldgebern. Überzeugen Sie mit einer runden Vorstellung davon, wie Ihr Unternehmen funktionieren soll.

Aber was gehört alles in Ihren Businessplan? Zurück zur eigentlichen Geschäftsidee. Stellen Sie die Besonderheit Ihrer Idee heraus und beschreiben Sie den konkreten Kundennutzen. Apropos: Wer sind eigentlich Ihre potenziellen Kunden und welche Kaufkraft können Sie von dieser Gruppe erwarten? Zeichnen Sie ein klares Bild von Ihrer Zielgruppe.

Nun wissen Sie im besten Fall schonmal, wen Sie ansprechen wollen. Jetzt beschreiben Sie, wie Sie diese Kunden ansprechen wollen. Mit welchen Kommunikations- und Werbemaßnahmen machen Sie auf sich aufmerksam? Über welche Vertriebskanäle bringen Sie Ihr Angebot an den Mann und die Frau?

Werfen Sie dann einen Blick nach außen. Mit wem stehen Sie in Konkurrenz beim Kampf um die Gunst der Kunden? Machen Sie eine kurze Wettbewerbsanalyse und erläutern Sie, warum Sie sich durchsetzen werden.

Bleiben wir noch kurz bei der Außenperspektive. Welche anderen äußeren Umstände können Ihr Unternehmen begünstigen oder gefährden? Dazu gehören Trends, Änderungen der Gesetzeslage oder auch technologische Entwicklungen. Zeigen Sie mit einer Chancen-Risiken-Analyse, dass Sie Möglichkeiten und Bedrohungen für Ihr Unternehmen erkannt haben.

Zurück zu Ihrem Unternehmen. Sie haben beschrieben, was Sie warum für wen und unter welchen Bedingungen anbieten wollen. Vor der Existenzgründung müssen Sie das Ganze jedoch noch in eine rechtsgültige Form gießen. Die Wahl der Rechtsform hat finanzielle, steuerliche und rechtliche Auswirkungen und sollte nach ausführlicher Beratung durch die Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder Rechtsanwälte getroffen werden.

Einer der Kernpunkte des Businessplans ist das Finanzielle. Zu welchem Preis müssen Sie Ihr Angebot vertreiben, um eingesetzte Ressourcen aufzuwiegen und vom Gewinn leben zu können? Auch die Existenzgründung selbst und die Anfangsphase, in der Ihre Ausgaben die Einnahmen überwiegen, müssen finanziert werden. Weil der Finanzierungsplan ausschlaggebend für die Argumentation mit Geldgebern und ein recht umfangreiches Thema innerhalb des Businessplans ist, widmen wir der Finanzierung einen eigenen Planungsschritt.

Unternehmer im Weltraum

Schritt 4: Kapitalbedarf berechnen & Finanzierung planen.

Bei Ihrem Bargespräch haben Sie sich schon als Millionäre gesehen, die ihr Geld für sich arbeiten lassen. Doch wer ein erfolgreiches Unternehmen gründen möchte, muss ein gewisses Startkapital investieren.

Erstmal investieren Sie in die eigentliche Existenzgründung Geld: Beratungskosten, Notarkosten und Gebühren für die Gewerbeanmeldung. Dann nehmen Sie Geld in die Hand, um aus der Gründungsidee endlich Realität werden zu lassen. Sie beschaffen das nötige Material, suchen sich gegebenenfalls eine Immobilie, statten Ihre Räumlichkeiten aus und vieles mehr. Nachdem Sie Ihr Unternehmen eröffnet haben, dauert es in der Regel eine Weile, bis Sie Fuß fassen und die Berechnungen aus dem Businessplan aufgehen. Kalkulieren Sie auch diese Überbrückungsphase beim Erstellen des Kapitalbedarfsplans ein.

Dabei die Steuer nicht vergessen: Das Finanzamt wird sich bald mit der ersten Steuerforderung bei Ihnen melden. Ziehen Sie bei Bedarf einen Steuerberater hinzu. Und dessen Honorar gehört natürlich auch in Ihre Kostenrechnung.

Jetzt haben Sie einen scheinbar nicht zu bewältigenden Kostenberg vor Augen? Keine Panik. Mit einem gut aufgestellten Finanzierungsplan tragen Sie den Berg gekonnt ab. Meist wird die Existenzgründung mit einer Mischung aus Eigenkapital, Krediten, Förderungen und Zuschüssen finanziert.

Eigenkapital ist jenes Geld, das Sie selbst oder Ihre Gesellschafter in das Unternehmen stecken. Wenn das zur Finanzierung nicht genügt, können Sie auch einen Kredit bei Ihrer Bank aufnehmen. Hier gilt: Je höher das Eigenkapital, desto besser ist Ihre Chance auf einen günstigen Zinssatz.

Neben den klassischen Bankkrediten werden aber auch Förderkredite vergeben, die Existenzgründungen unterstützen. Diese sind meist zweckgebunden, können also nur für festgelegte Ausgaben genutzt werden, bieten dafür aber einen besonders günstigen Zinssatz.

Gründen Sie Ihr Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit heraus? Oder entwickeln Sie eine förderungswürdige Technologie? Vielleicht stärken Sie mit Ihrer Geschäftsidee auch eine bestimmte Region? Dann können Sie sich einen entsprechenden Zuschuss beantragen. Das passende Programm von Bund, Ländern und EU finden Sie in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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Schritt 5: Gewerbe anmelden & Versicherungen abschließen.

Jetzt haben Sie die nötige Planung für eine Existenzgründung abgeschlossen. Sie müssen es nur noch offiziell machen – und Ihre selbstständige gewerbliche Tätigkeit beim Gewerbeamt anzeigen. Damit tun Sie es laut dem Statistischen Bundesamt den 637.515 neuen Gewerbeanmeldungen gleich, die es 2017 allein in Deutschland gab. Freiberufler müssen das übrigens nicht.

Was aber für Freiberufler und Gewerbetreibende gleichermaßen gilt: Sie müssen eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen. Erkundigen Sie sich außerdem bei Ihrer Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, ob für Ihr Unternehmen weitere Formalitäten eingehalten werden müssen.

Haben Sie es geschafft, aus der „Schnapsidee“ eine Existenzgründung zu machen? Das kann Ihnen niemand mehr nehmen. Oder doch? Gerade weil in die Gründung viel Eigenkapital und Herzblut fließt, sollten Sie das neue Unternehmen gegen alle Eventualitäten absichern. Schließen Sie zum Beispiel Versicherungen gegen betriebliche Risiken wie Einbruch, Feuer oder Maschinenschäden ab.

Aber auch privat müssen Sie jetzt vorsorgen: Erkundigen Sie sich bei der Agentur für Arbeit über die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige und planen Sie eine private Altersvorsorge, denn viele Selbstständige sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. So sichert der Gewinn aus der Existenzgründung nicht nur ihren Lebensunterhalt während des Berufslebens, sondern auch danach.

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Existenzgründung: Nur mit genügend Unterstützung.

Laut KfW-Gründungsmonitor 2017  beendeten 30 Prozent aller Gründer Ihre Existenzgründung innerhalb von drei Jahren wieder. Warum: Vor allem aus persönlichen Gründen wie familiärer Belastung, Stress und Unzufriedenheit.

Sichern Sie sich deshalb den Rückhalt von Freunden und Familie und planen Sie in die Existenzgründung von Anfang an eine gesunde Work-Life-Balance ein. Leichter gesagt als getan. Schließlich sind Gründer selbst verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens und stecken deshalb viel Zeit und Energie in die Gründung.

Trotzdem benötigen Sie Zeit für sich und mit Ihrer Familie. Und auch ein ausgelassener Abend mit Freunden kann Ihnen den nötigen Motivationsschub geben – schließlich hat so einst alles begonnen.

Von der „Schnapsidee“ zum eigenen Unternehmen.

Sie haben bereits eine zündende Idee und können es kaum erwarten, daraus eine Geschäftsidee zu machen, sich weiterzubilden, einen Business- und Finanzierungsplan zu erstellen und endlich Ihr Gewerbe anzumelden? Mit unserem 5-Schritte-Plan können Sie sich auf den Weg von der Geschäftsidee zur Existenzgründung machen. Und damit Sie währenddessen dem ein oder anderen Stolperstein ausweichen können, haben wir Ihnen eine Checkliste zur Existenzgründung  zusammengestellt.

An alles gedacht? Unsere Checkliste zur Existenzgründung.

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