Oft übersehene Stellschraube: CO₂-Emissionen mit der richtigen Reifenwahl senken.
Reifen und Effizienz auf einen Blick:
- Der Rollwiderstand eines Reifens ist für 20 bis 30 Prozent des Kraftstoffverbrauchs eines Fahrzeugs verantwortlich und damit ein entscheidender Kosten- und CO₂-Hebel.
- Reifen mit der EU-Label-Klasse „A“ beim Rollwiderstand können den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zur Klasse „E“ über die gesamte Lebensdauer um mehrere hundert Liter senken.
- Neben der Reifenwahl sind der korrekte, regelmäßig geprüfte Reifendruck und eine an die Beladung angepasste Reifengröße essenziell für die maximale Effizienz.
Nicht nur Gummi: Der Reifen als strategischer Faktor.
Die Wahl des richtigen Reifens ist keine rein operative, sondern eine strategische Entscheidung, die direkten Einfluss auf die Bilanz Ihres Fuhrparks und die Nachhaltigkeitsziele hat. Bei der Optimierung von Flottenkosten und der Reduzierung des CO₂-Ausstoßes stehen meist Faktoren wie Fahrzeugmodelle, Motorisierung oder das Fahrverhalten im Fokus. Dabei wird eine der wirkungsvollsten und am einfachsten zu beeinflussenden Stellschrauben oft übersehen: der Reifen.
Der Rollwiderstand: Wo das größte Sparpotenzial liegt.
Jedes Mal, wenn ein Reifen auf der Straße abrollt, verformt er sich und erzeugt dadurch einen Widerstand – den sogenannten Rollwiderstand. Um diesen zu überwinden, muss der Motor Energie aufwenden. Je höher der Rollwiderstand, desto mehr Kraftstoff wird verbraucht und desto mehr CO₂ wird ausgestoßen. Dieser Effekt ist massiv: Bis zu 30 % des gesamten Kraftstoffverbrauchs gehen allein auf das Konto des Rollwiderstands. Die Wahl eines Reifens mit niedrigem Rollwiderstand (Leichtlaufreifen) ist daher der größte Hebel, um die Effizienz eines Fahrzeugs spürbar zu verbessern.
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Zu den Reifen-DienstleistungenDas EU-Reifenlabel als Kompass für Ihre Entscheidung.
Seit 2021 erleichtert das überarbeitete EU-Reifenlabel die Auswahl des richtigen Reifens. Dabei ist vor allem die Skala zur „Kraftstoffeffizienz“ (Reifen-Symbol mit Zapfsäule) von zentraler Bedeutung. Sie reicht von Klasse A (höchste Effizienz, niedrigster Rollwiderstand) bis Klasse E (geringste Effizienz). Der Unterschied ist enorm: Der Wechsel von Reifen der Klasse E auf Klasse A kann den Kraftstoffverbrauch um bis zu 7,5 % reduzieren. Bei einer Flotte mit hunderten Fahrzeugen summiert sich dieses Einsparpotenzial schnell auf fünfstellige Beträge pro Jahr.
Über die Reifenwahl hinaus: Effizienz im laufenden Betrieb sichern.
Auch der effizienteste Reifen kann sein volles Potenzial nur entfalten, wenn die Rahmenbedingungen im Betriebsalltag stimmen. Ein zentraler, oft unterschätzter Hebel ist dabei der saisonale Reifenwechsel. Michael Anwar, Produktmanagement Dienstleistungen, fasst die wichtigsten Aspekte zusammen:
„Viele Fahrer unterschätzen, dass ein Winterreifen im Sommer ein echtes Effizienz- und Sicherheitsproblem darstellt. Erstens führt die weiche Gummimischung bei hohen Asphalttemperaturen zu einem wesentlich höheren Verschleiß. Zweitens sorgt sie für mehr Verbrauch, da der Rollwiderstand steigt – das kostet bares Geld bei fossilen Antrieben und wertvolle Reichweite bei E-Fahrzeugen.
Genau deshalb ist eine saisonal passende Bereifung in den meisten Dienstwagen-Regelungen von Arbeitgebern und Leasinggebern fest verankert. Es ist eine klare Managementaufgabe, diesen Wechsel aus Kosten- und Sicherheitsgründen zu steuern.
Allerdings sollte man auch nicht dem Trugschluss unterliegen, dass ein möglichst früher Wechsel immer der beste ist. Ein zu früher Wechsel auf Sommerreifen im Frühjahr, wenn die Temperaturen nachts noch oft unter 7 Grad fallen, kann ebenfalls zu höherem Verschleiß der härteren Gummimischung führen. Das richtige Timing ist also entscheidend.“
Die Koordination des Wechsels zum optimalen Zeitpunkt ist daher eine zentrale Planungsaufgabe im Frühjahr. Die folgenden Punkte helfen Ihnen ebenfalls, das Sparpotenzial dauerhaft zu nutzen:
- Reifendruck konsequent managen: Bereits 0,5 Bar zu wenig Luftdruck erhöhen den Rollwiderstand und den Verbrauch um mehrere Prozentpunkte. Etablieren Sie einen Prozess, der eine 14-tägige Kontrolle zur Routine macht – idealerweise durch den Fahrer selbst.
- Die richtige Reifendimension wählen: Aus Effizienzsicht ist die schmalste, für das Fahrzeug zugelassene Reifendimension meist die beste Wahl. Breitere Reifen können zwar die Optik verbessern, führen aber oft zu einem höheren Rollwiderstand.
- Vorausschauenden Fahrstil fördern: Ein ruhiger und vorausschauender Fahrstil ohne starke Beschleunigungs- und Bremsmanöver schont nicht nur den Reifenabrieb, sondern senkt auch den Kraftstoffverbrauch nachhaltig.
- Achsgeometrie regelmäßig prüfen lassen: Eine verstellte Spur nach einem Parkrempler oder einer Bordsteinberührung führt zu ungleichmäßigem Reifenverschleiß und erhöht den Rollwiderstand. Eine Achsvermessung im Rahmen der Inspektion schafft hier Abhilfe.
- Unnötigen Ballast vermeiden: Jedes zusätzliche Kilo im Fahrzeug kostet extra Kraftstoff. Regen Sie Ihre Fahrer an, nicht benötigtes Material oder Werkzeug regelmäßig aus dem Fahrzeug zu entfernen.
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Sonderfall E-Auto: Wenn der Reifen die Reichweite bestimmt.
Reifen für Elektrofahrzeuge sind speziell für die Anforderungen der E-Mobilität konzipiert. Sie müssen nicht nur das höhere Gewicht der Batterien tragen und dem sofort anliegenden, hohen Drehmoment standhalten, sondern sind auch auf einen niedrigen Rollwiderstand optimiert. Jeder eingesparte Watt an Rollwiderstand wird hier direkt in eine höhere Reichweite umgerechnet – ein entscheidender Faktor für die Alltagstauglichkeit und Effizienz von E-Fahrzeugen im Flotteneinsatz.