Handy, Navi & Co.: Warum Ablenkung am Steuer für den Fuhrpark teuer werden kann.
Ablenkung am Steuer auf einen Blick:
- Die ROADPOL-Aktionswoche „Focus on the Road“ findet vom 5. bis 11. Oktober 2026 statt.
- Schon zwei Sekunden ohne Blick auf die Straße bedeuten bei 50 km/h rund 28 Meter Blindfahrt.
- Klare Dienstwagenregelungen, Schulungen und strukturierte Fuhrparkprozesse können dabei helfen, Ablenkungsrisiken und damit verbundene Kosten zu reduzieren.
Was ist die ROADPOL-Aktionswoche „Focus on the Road“?
ROADPOL ist ein europäisches Netzwerk von Verkehrspolizeien, das mit gemeinsamen Aktionen die Verkehrssicherheit in Europa verbessern möchte. Vom 5. bis 11. Oktober 2026 steht bei der Aktion „Focus on the Road“ gezielt die Ablenkung am Steuer im Mittelpunkt. Dabei sollen insbesondere Verstöße durch die Nutzung von Smartphones und anderen elektronischen Geräten kontrolliert und Verkehrsteilnehmende für die Risiken sensibilisiert werden.
Für Fuhrparkverantwortliche bietet die Aktionswoche einen konkreten Anlass, auch die eigenen Dienstwagenregelungen und Präventionsmaßnahmen zu überprüfen.
Warum ist Ablenkung am Steuer für Fuhrparks ein Kostenfaktor?
Ablenkung am Steuer kann für Unternehmen gleich mehrfach teuer werden. Denn die tatsächlichen Kosten eines Unfalls mit dem Dienstwagen gehen häufig über die reine Werkstattrechnung hinaus. Je nach Schaden entstehen beispielsweise:
- Reparaturkosten und Selbstbeteiligungen,
- mögliche Auswirkungen auf Versicherungskosten,
- Ausfallzeiten von Fahrzeug und ggf. Beschäftigten,
- Kosten für Ersatzmobilität oder Mietfahrzeuge,
- Aufwand für Schadenmeldung und -abwicklung,
- Produktivitätsverluste oder Terminverschiebungen.
Für eine realistische Betrachtung der Kosten im Fuhrpark lohnt es sich daher, neben den direkten Schadenkosten auch solche Folgekosten einzubeziehen. So lässt sich besser erkennen, an welchen Stellen Präventionsmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sein können.
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Zum Kaskoschutz.Wie gefährlich ist der kurze Blick aufs Smartphone?
Das Smartphone gehört zu den besonders relevanten Ablenkungsquellen im Straßenverkehr. Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden auf das Display schaut, fährt rund 28 Meter, ohne die Straße im Blick zu haben. Entsprechend kann Ablenkung die Reaktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.
Ablenkung entsteht jedoch nicht nur durch das Smartphone. Auch Navigationssysteme, Infotainment, Essen oder andere Tätigkeiten können die Aufmerksamkeit vom Verkehr weglenken.
Ist die Handynutzung am Steuer grundsätzlich verboten?
Nein, aber: Für elektronische Geräte gelten klare gesetzliche Vorgaben. Nach § 23 Abs. 1a StVO dürfen Fahrer ein elektronisches Gerät, das etwa der Kommunikation, Information oder Organisation dient, grundsätzlich nur nutzen, wenn sie es weder aufnehmen noch halten. Zulässig sind beispielsweise die Nutzung per Sprachsteuerung oder Vorlesefunktion sowie kurze, den jeweiligen Verkehrsbedingungen angepasste Blickzuwendungen.
Doch zulässig bedeutet nicht automatisch ablenkungsfrei: Auch ein Telefonat über die Freisprecheinrichtung kann Aufmerksamkeit beanspruchen. Für Unternehmen kann es daher sinnvoll sein, in der Dienstwagenregelung oder gegebenenfalls in der Car Policy strengere oder konkretere Regeln für dienstliche Fahrten festzulegen.
Was können Fuhrparkverantwortliche gegen Ablenkung tun?
Unternehmen können bereits präventiv ansetzen. Entscheidend ist, dass Regeln nicht nur vorhanden sind, sondern im Arbeitsalltag eindeutig und leicht umsetzbar bleiben. Sinnvolle Maßnahmen sind etwa:
- Dienstwagenregelung und Car Policy konkretisieren: Klare Regeln für Smartphone, Navigation und Infotainment festlegen – etwa, dass Routen möglichst vor Fahrtbeginn eingestellt werden.
- Fahrer sensibilisieren: Ablenkungsrisiken regelmäßig in Unterweisungen und Fahrsicherheitsschulungen anhand konkreter Situationen thematisieren.
- Erreichbarkeit regeln: Klar kommunizieren, dass Beschäftigte während der Fahrt nicht auf Anrufe oder Nachrichten reagieren müssen und Rückmeldungen bis zur nächsten sicheren Fahrtunterbrechung warten können.
- Schadenfälle auswerten: Auffälligkeiten analysieren, um wiederkehrende Risiken zu erkennen und Präventionsmaßnahmen gezielt anzupassen.
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Zu FleetCARSFazit: Unfallprävention kann sich für den Fuhrpark rechnen.
Ablenkung am Steuer ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern kann für Unternehmen schnell zum Kostenfaktor werden. Für Fuhrparkverantwortliche lohnt es sich daher, Unfallprävention auch als Teil der wirtschaftlichen Fuhrparksteuerung zu betrachten.
Ein praktischer Ansatz: Erfassen Sie neben der Anzahl der Schadenfälle auch Fahrzeugausfallzeiten, Kosten für Ersatzmobilität und internen Bearbeitungsaufwand. So wird sichtbar, welche Folgekosten Unfälle verursachen und wie sich Schadenaufkommen und Folgekosten über längere Zeit entwickeln. Damit lassen sich Sicherheit im Dienstwagen und Wirtschaftlichkeit im Fuhrparkmanagement gezielter miteinander verbinden.