Mehr als nur ein Blitzermarathon: Der wahre Grund für die 2. „Speedweek“ im August.
2. Speedweek im August auf einen Blick:
- Die europaweite „Speedweek“ vom 3. bis 9. August 2026 ist keine wahllose „Jagd“ auf Temposünder, sondern eine gezielte Aktion zur Senkung von Unfällen an bekannten Gefahrenstellen.
- Hauptursache für schwere und tödliche Verkehrsunfälle in Deutschland ist nach wie vor überhöhte oder nicht an die Situation angepasste Geschwindigkeit.
- Ein defensiver und vorausschauender Fahrstil ist der wirksamste Schutz – er verhindert nicht nur Bußgelder, sondern vor allem (lebens)gefährliche Situationen für Sie und andere.
Ganz Deutschland im „Blitzer-Fieber“? Worum es wirklich geht.
Es ist wieder so weit: Vom 3. bis 9. August 2026 findet die zweite europaweite „Speedweek“ des Jahres statt, koordiniert vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk ROADPOL. In den Medien ist oft vom „Blitzermarathon“ die Rede, und viele Fahrer sorgen sich vor allem um drohende Bußgelder. Doch: Die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen sind kein Selbstzweck, sondern eine intensive Erinnerung an eine ernste Realität: Zu hohe Geschwindigkeit ist immer noch die Unfallursache Nummer eins mit den schwersten Folgen.
Die Logik der Kontrollen: Warum ausgerechnet an diesen Orten geblitzt wird.
Die Messstellen der Polizei werden nicht ausgewürfelt. Sie konzentrieren sich gezielt auf Orte, an denen zu schnelles Fahren besonders verheerende Auswirkungen hat. Dies sind in der Regel:
- Unfallschwerpunkte: Streckenabschnitte, auf denen sich in der Vergangenheit bereits viele schwere Unfälle ereignet haben.
- Schutzwürdige Zonen: Bereiche vor Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen oder Krankenhäusern, in denen sich besonders verletzliche Verkehrsteilnehmer bewegen.
- Gefahrenstellen: Orte wie enge Kurven, Kreuzungen mit schlechter Sicht oder Baustellen, die ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit erfordern. Die Kontrollen dienen also nicht der „Abzocke“, sondern dem Schutz an Orten, wo das Unfallrisiko statistisch am höchsten ist.
Erfahren Sie hier, ob die Verwendung von Blitzerapps legal oder verboten ist.
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Zum KaskoschutzGeschwindigkeit: Der entscheidende Faktor für die Unfallfolgen.
Doch warum ist die Geschwindigkeit eigentlich so entscheidend? Die Physik ist unerbittlich: Eine Verdopplung der Geschwindigkeit führt zu einer Vervierfachung des Bremsweges. Der Unterschied zwischen 30 km/h und 50 km/h kann also darüber entscheiden, ob eine Person, die auf die Straße läuft, mit einer potenziell tödlichen Wucht getroffen wird oder ob das Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen kommt.
Für Sie als professioneller Nutzer eines Dienstwagens bedeutet das: Angepasste Geschwindigkeit – egal, ob auf dem Weg zur Arbeit oder auf Dienstreisen – ist kein Vorschlag, sondern ein zentraler Bestandteil Ihrer Verantwortung.
Vorausschauend Fahren: Die professionelle Alternative zum Bremsen.
Der beste Schutz vor Bußgeldern, Führerscheinentzug und Unfällen ist eine Fahrweise, die gar nicht erst in den Grenzbereich kommt.
- Blickführung: Schauen Sie so weit wie möglich nach vorn und scannen Sie das Umfeld. So erkennen Sie potenzielle Gefahren (z. B. einen Ball, der auf die Straße rollt) frühzeitig.
- Fuß vom Gas: Nehmen Sie vor unübersichtlichen Kreuzungen, Zebrastreifen oder an Bushaltestellen präventiv den Fuß vom Gas. Diese „Bremsbereitschaft“ verschafft Ihnen entscheidende Meter.
- Tempolimits als Maximum verstehen: Betrachten Sie Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht als Zielvorgabe, sondern als Obergrenze bei idealen Bedingungen. Bei Regen, dichterem Verkehr oder schlechter Sicht ist oft ein deutlich langsameres Tempo angebracht.
Souveränes Fahren bedeutet zugleich, sich harmonisch in den Verkehrsfluss einzufügen. Übertrieben langsames Fahren aus reiner Angst vor Kontrollen kann ebenfalls gefährliche Situationen provozieren, da es andere zu riskanten Überholmanövern verleitet. Die Kunst besteht darin, sich sicher innerhalb der geltenden Limits im Fluss des Verkehrs zu bewegen.
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Zum Schadenmanagement„Überhöht“ vs. „Nicht angepasst“: Ein wichtiger Unterschied.
Im Polizeijargon und bei der Unfallaufnahme wird oft zwischen „überhöhter“ und „nicht angepasster“ Geschwindigkeit unterschieden:
- „Überhöht“ bedeutet, Sie fahren schneller als das Tempolimit erlaubt (z. B. 70 km/h in einer 50er-Zone).
- „Nicht angepasst“ ist subtiler, aber juristisch genauso relevant: Sie fahren zwar innerhalb des Limits (z. B. 80 km/h bei erlaubten 100 km/h), aber die Geschwindigkeit ist für die konkrete Situation – etwa bei starkem Regen, Nebel oder auf einer verschmutzten Fahrbahn – objektiv zu schnell. Viele schwere Unfälle ereignen sich bei „nicht angepasster“ Geschwindigkeit.2