Marderschaden.

Wie Sie ihn verhindern und was Sie im Schadenfall tun können.

Marderschaden am Auto.

Eigentlich sind Marder ja niedliche kleine Tiere – aber wenn es ums Auto geht, sind sie manchmal auch ziemlich nervig. Vor allem die Landbewohner unter Ihnen werden das nur allzu gut kennen: Morgens springt auf einmal das Auto nicht mehr an, oder es bleibt irgendwann keuchend liegen. Dann hat wohl ein Marder zugebissen und den Motor Ihres Wagens lahmgelegt. Wie Sie Marder in Zukunft von Ihrem Wagen fernhalten und was Sie tun können, wenn das kleine Raubtier am Autokabel genagt hat, erfahren Sie hier.

Wie vermeide ich einen Marderschaden am Fahrzeug?

Jedes Jahr werden laut dem Deutschen Jagdverband (DJV) mehr als 200.000 Marderschäden gemeldet. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um durch- oder zumindest angebissene Zündkabel im Motorraum.

Dabei knabbern die Marder in der Regel nicht etwa am Autokabel, weil es besonders gut schmeckt. Grund für die Beißattacke ist, dass sie sich Platz schaffen wollen – an den warmen Motor gekuschelt schläft es sich offenbar besonders gut. Ganz nebenbei markieren die Tiere so außerdem ihr Revier. Das wiederum führt dazu, dass andere Marder sich bedroht fühlen, sobald Sie Ihr Fahrzeug zum Beispiel bei der Arbeit und damit möglicherweise in einem anderen Marderrevier abstellen. Dann können auch Revierkämpfe im Motorraum des Wagens zu (weiteren) Schäden führen.

Am besten wäre es, den Marderangriff gänzlich zu vermeiden. Nur wie? Das zuverlässigste Mittel, um Marder vom Auto fernzuhalten, ist wohl eine Garage. Die Tiere können sich allerdings auch dort einschleichen. Aber auch bei Garagen mit Schlupflöchern und natürlich für Draußenparker gibt es gute Mittel zu Marderabwehr: Zunächst ist natürlich die technische Ausstattung des Autos an sich entscheidend. Marder können nämlich nicht allen Kabeln gleichermaßen Schaden zufügen. Um die „Bissfestigkeit“ von Kabeln zu testen, werden immer wieder wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Demzufolge spielen sowohl Durchmesser als auch Material der Kabel eine Rolle: An dünnen Kabeln knabbern Marder beispielweise lieber, metallverstärkte Kabel hingegen sind robuster und halten kräftigere Beißattacken aus.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Kabelage Ihres Autos marderfest ist? Dann sollten Sie andere Tricks anwenden: Marder mögen zum Beispiel bestimmte Gerüche und Geräusche nicht so gerne. Deswegen vertreiben Geruchssprays oder auch Ultraschallgeräte die kleinen Nager ziemlich erfolgreich. Ultraschallgeräte senden für den Marder unangenehme Töne, die der Mensch nicht wahrnimmt. Auch Menschengeruch verscheucht Marder ziemlich zuverlässig. Daher werden selten Autos befallen, in deren Motorraum regelmäßig gearbeitet wird. Sollte das nicht der Fall sein, hilft oft auch schon ein getragenes Kleidungsstück unter der Motorhaube.

Alternativ zur Geruchs- und Geräuschattacke können Sie auch Netze im Motorraum spannen, um die Marder fernzuhalten. Deren Wirkung ist allerdings umstritten. So gehen Experten – im Übrigen auch bei den Geruchs- und akustischen Methoden – von einem Gewöhnungseffekt aus. Es kann also durchaus sein, dass die Marder sich trotz dieser Schutzmaßnahmen nach einer bestimmten Zeit nicht mehr von Ihrem Auto fernhalten lassen.

Übrigens: Das Auto regelmäßig umzuparken, hilft in der Regel nicht. Sie fahren es damit vielleicht aus dem Revier des einen Marders heraus, dafür aber möglicherweise in das des anderen Marders hinein. Damit könnten Sie die Revierkämpfe und so auch die Attacken auf Ihren Motor sogar noch verschlimmern. Sinnvoller ist es, regelmäßige Motorwäschen durchzuführen, um die Duftmarken der Marder zu eliminieren.

Ein kleiner Tipp: Manche Automobilhersteller bieten gegen einen Aufpreis auch so genannte Motorabschottungen mit Borstenvorhängen und Lochblechen an – somit wird es auch dem kleinsten Marder zumindest erschwert, ins warme Motor-Quartier zu gelangen. Übrigens lassen sich die Abschottungen auch bei älteren Modellen nachrüsten.

Marderbiss: Was kann ich tun und in welchem Fall zahlt die Kfz-Versicherung?

Das Tückische an einem Marderbiss ist, dass die kaputten Kabel nicht immer gleich entdeckt werden und damit während der Fahrt Folgeschäden entstehen können. Es ist daher ratsam, den Wagen und Parkplatz vor der Fahrt immer auf erste Anzeichen wie herumliegende Kabelteile oder ausgelaufene Flüssigkeiten zu untersuchen.

Sollten Sie vermuten, dass ein Marder die Kabel Ihres Autos malträtiert hat, empfiehlt es sich, nicht mehr mit dem Wagen zu fahren. Im Zweifel riskieren Sie einen Motorschaden durch Überhitzung, weil zum Beispiel Kühlflüssigkeit ausläuft. Und richtig gefährlich wird es, wenn der Marder Bremsleitungen angeknabbert hat und diese dann während der Fahrt komplett reißen. Also: Lassen Sie den Wagen am besten beim ersten Verdacht auf einen Marderschaden von einem Experten begutachten und im Zweifel in die nächste Werkstatt abschleppen.

Die gute Nachricht ist: Schon eine Teilkaskoversicherung kommt in der Regel für direkte Schäden durch Marderbisse auf – und das üblicherweise bereits im Basistarif. Wenn Sie eine Vollkasko haben – umso besser. Denn in der Vollkasko sind alle Leistungen der Teilkasko inklusive. So sind Sie sowohl mit einer Voll- als auch einer Teilkasko gegen Marderschäden versichert. Folgeschäden durch Marderbisse allerdings werden durch die meisten Kfz-Versicherungen nicht oder nur gegen einen Aufpreis abgedeckt.

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Lassen Sie sich durch Ihren Versicherer möglichst gegen „Tierbisse“ und nicht nur gegen Marderbisse absichern. Denn auch Waschbären oder Ratten verirren sich gerne mal in warme Motorräume.

Abbildung Kfz-Versicherung

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