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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 01.08.2019
  • 6 Minuten

Kosten Camperumbau: Was muss man für die selbstgestaltete Freiheit auf vier Rädern bezahlen?

Ein Meer aus weißen befensterten Plastikkästen und abgesteckten Gärten mit bunten Windspielen. Überall graue Köpfe mit dauergewellten Haaren. Über die Wege schlurfen Sandalen, in denen Socken stecken. Auf klappbaren Plastikstühlen mit Getränkehalter frönt man abends dem leidenschaftlichen Bierkonsum …

Habe ich genügend Vorurteile bedient? Ja, das Camping genießt nicht überall einen guten Ruf. Zu Unrecht. Denn mittlerweile gibt es viele verschiedene Versionen des mobilen Hausens – und für jeden ist etwas dabei. Seit geraumer Zeit etabliert sich beispielsweise eine ziemlich umtriebige Campervan-Szene. Junge Leute bauen dazu im ersten Schritt einen Kleintransporter zu einem individuellen Heim auf Zeit um. Ihre Treffen gleichen eher Festival als Campingplatz. Aber was kostet der „Do it yourself“-Campervan (DIY-Campervan) überhaupt?

Handwerker baut in Werkstatt einen Van zu einem Camper um

Was muss ich vor dem Umbau bedenken?

Natürlich brauchen Sie erstmal einen entsprechenden Wagen – wenn Sie nicht schon einen haben. Je nach Budget kaufen Sie den gebraucht oder neu und je nach Vorliebe sprechen Sie unterschiedliche Marken an. Fast jeder Automobilhersteller hat mittlerweile einen entsprechenden Wagen im Repertoire. Jeder Wagen hat da seine Vor- und Nachteile – Ihnen bleibt die Qual der Wahl. Vielleicht werden Sie ja bei heycar fündig?

Ihr neues Vehikel steht schon bereit und der Umbau kann beginnen? Dann sollten Sie sich vor der Planung ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel, welches Maximalgewicht für den Van gilt und wie viele Personen in der Regel mitreisen und Platz haben sollen. Das beeinflusst natürlich ganz entscheidend, wie Sie den Innenraum gestalten (können).

Zudem sollten Sie einen realistischen Zeit- und Budgetplan aufstellen. Welche Arbeiten können Sie selber machen und für was brauchen Sie einen Experten? Wie viel Geld haben Sie schon zurückgelegt und wie viel fehlt Ihnen noch? Und ganz wichtig: Wie kommen Sie an das fehlende Budget?

Wie soll das Schätzchen aussehen, was muss rein und wie teuer wird das?

Der selbst umgebaute Kleintransporter ist für viele der Inbegriff von Freiheit. Denn: Zur Freiheit auf der Straße kommt auch noch die Freiheit im Innenraum des Wagens. Wie soll das Bett aussehen? Was möchte ich in der Küche haben? Womit verkleide ich die Innenseiten der Flügeltüren? Bis ins kleinste Detail kann man alles selbst entscheiden und den eigen Traumcamper gestalten.

Und auch der Stil bleibt komplett Ihnen überlassen. Wollen Sie Ihren Camper eher edel-hochwertig, rustikal-alternativ, im Vintage Chic oder für Offroad-Abenteuer gestalten? Ganz egal. Diese Freiheit ist schließlich ein großer Vorteil des DIY-Umbaus.

Doch bedenken Sie: Der DIY-Camperumbau lässt sich bei all diesen Freiheiten in der Regel nicht spontan angehen. Denn einerseits muss man für sein Schätzchen gut Zeit einplanen und andererseits auch genügend Geld zurücklegen. Hier die wichtigsten Kostenfelder für Ihre Checkliste:

  1. Kauf:
    Kosten für die Anschaffung, Reparaturkosten und ggf. Kosten für die Überführung.
  2. Umbau:
    Material und ggf. Arbeitskraft und Mietkosten für eine Werkstatt.
  3. Abnahme des Fahrzeugs:
    Zulassung und Prüfung durch Prüfgesellschaft.

Fokussieren wir das Kostenfeld „Umbau“: Was müssen Sie dabei beachten und wie gehen Sie vor? Zunächst einmal brauchen Sie natürlich Werkzeug und Zubehör wie Schrauben und Winkel.

Über die Strom- und Wasserversorgung innerhalb Ihres neuen Campers sollten Sie sich im Vorfeld schon Gedanken machen, denn Kabel und Co müssen ja irgendwo verlegt werden. Denken Sie daran, ausreichend Kabel zu besorgen, denn um genug Spielraum zu haben, brauchen Sie in der Regel mehr als 50 Meter Kabel. Darüber hinaus brauchen Sie eine geeignete Isolation und klassische Dinge wie Abzweig- und Steckdosen, einen Sicherungskasten, Lichtschalter, Leuchten und Co. Den Strom selbst bekommen Sie am besten über eine Batterie und gegebenenfalls eine kleine zusätzliche Solaranlage. Überlegen Sie sich außerdem im Vorfeld, ob und wo Sie Fenster haben wollen: in den Türen, an den Seiten, im Dach oder an allen drei Stellen? Etwas Tageslicht im Camper und Möglichkeiten zum Lüften sind schließlich Gold wert. Bedenken Sie: Die Türen haben zwar serienmäßig schon Scheiben eingebaut, diese lassen sich aber in der Regel nicht öffnen und damit auch nicht als Fenster nutzen.

Eines der ersten Dinge, die Sie dann praktisch angehen sollten, ist der Boden. Schließlich ist es schwer, den Boden zu verlegen, wenn schon alle anderen Elemente verbaut sind. Da brauchen Sie in der Regel einen Unterbodenschutz, Dämmmaterial, Spanplatten und einen Bodenbelag (z. B. PVC). Auch für die Wände des Vans brauchen Sie Dämmmaterial und eine Verkleidung je nach Gusto.

Für die Küche benötigen Sie natürlich klassische Küchenelemente wie Spüle, Kochplatte, Kühlschrank und Schränke. Für die Wasserversorgung brauchen Sie Dinge wie Wassertanks, Pumpe, Schläuche und Abwasserkanister. Fürs Duschen empfiehlt sich außerdem ein Warmwasserboiler und eine Standheizung. In Sachen Toilette gibt es verschiedene Möglichkeiten – ob nun Chemie-, Eimer- oder Trenntoilette bleibt jedem selbst überlassen. An dieser Stelle ein Tipp: Melden Sie Ihren Campervan als Wohnmobil an, um steuerlich günstiger zu fahren.

Nun fehlen noch die Möbel: zum Beispiel Tisch, Sitzmöglichkeiten und natürlich ein Bett. Apropos Bett: So ein Campervan hat in der Regel keine Standardbettmaße. Herkömmliche Matratzen passen also zumeist nicht rein. Es gibt aber diverse Anbieter, die extra Matratzen für solche Zwecke zuschneiden.

Ein Tipp noch: Zusätzlichen Stauraum können Sie mithilfe eines Dachgepäckträgers schaffen. Und nicht nur das: So ein Gepäckträger kann auch zur Befestigung von Markise, Beleuchtung oder eines Dachzelts dienen. 

Illustration Kassiererin scannt Bulli für Preis und Kosten

Sie sehen: Ihr Camperumbau und auch die damit einhergehenden Kosten sind sehr individuell davon abhängig, auf was Sie Wert legen. Festhalten kann man aber, dass die einzelnen Teile für sich genommen oftmals gar nicht so teuer sind, aber der Innenausbau des Kleintransporters insgesamt schnell Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen kann. Damit bezahlen Sie dafür schnell ähnlich viel wie für die Anschaffung des Fahrzeugs selber. Aber da man so einen Van ja ohnehin sukzessive und über einen längeren Zeitraum umbaut, kann man auch ganz gut nebenher Geld ansparen. Alternativ bietet sich auch ein Kredit an.

Sie wollen mal konkrete Zahlen sehen? Dann schauen Sie sich doch beispielhaft die Kostenaufstellung von Freundship an. Das Camperpärchen hat alles auf den Cent genau zusammengeschrieben.

Natürlich sind bei Freundship die Arbeitsstunden nicht mit eingerechnet. Ein privater DIY-Umbau ist dementsprechend in der Regel automatisch günstiger als ein Auftrags-Umbau. Dafür spart letzterer natürlich enorm viel Ihrer persönlichen Freizeit. Wenn Sie also kein leidenschaftlicher Bastler sind, dann kommt vielleicht ein professioneller Umbau für Sie in Frage.

Um zu erfahren, was dabei preislich auf Sie zukäme, haben wir bei der Bullifaktur nachgefragt. Dort können Camper-Ausbauten in Auftrag gegeben werden. Firmengründer Dennis Sawadsky betont, dass der Preis für den Camperumbau natürlich je nach Aufwand sehr unterschiedlich ausfallen kann: „Bei uns würde ein Ausbau wie bei Freundship in dem Umfang und als Maßanfertigung zum jetzigen Zeitpunkt bei circa 25.000 bis 30.000 Euro liegen. Je nach eingebauter Technik – sprich Batterien, Solaranlage, Standheizung, Warmwasseranlage etc. – können die Kosten leicht in die Höhe getrieben werden.“ Die Bullifaktur hat aber auch größere Projekte in der Pipeline: „Wir bauen gerade einen sehr umfangreichen und langen Van mit Nasszelle und ziemlich viel Technik aus. Das ganze Projekt wird am Ende eher ein Expeditionsfahrzeug, als Reisemobil und der Kunde wird mehrere Jahre autark in den USA darin leben. Die Kosten für den Ausbau liegen schlussendlich bei circa 45.000 bis 50.000 Euro.“ Die Kosten beziehen sich dabei nur auf den Innenausbau. Sollte man den Van zum Beispiel offroad-tauglich umgestalten wollen, dann können laut Sawadsky schnell weitere 10.000 bis 15.000 Euro hinzukommen.

Beachten Sie: Eine pauschale Aussage über die Umbaukosten kann man natürlich nicht treffen. Sawadskys Zahlen sind dementsprechend nur ungefähre Angaben, die auf seinen aktuellen Erfahrungswerten beruhen und je nach Wunsch des Kunden variieren können.


Traumcamper gefunden und auf der Suche nach einer Geldquelle für den Umbau?

Sie haben jetzt auch Lust auf einen DIY-Camper-Umbau, aber noch keine geeignete Geldquelle für den Umbau? Dann kommt für Sie eventuell ein Ratenkredit der Volkswagen Bank in Frage. Der ist übrigens ganz unkompliziert online abschließbar.

Zum Ratenkredit der Volkswagen Bank

Was muss ich nach dem Umbau beachten?

Nach dem Umbau ist vor der ersten Fahrt. Aber diese können Sie nicht so ohne Weiteres antreten, denn Ihr neues Gefährt muss erstmal von einer unabhängigen Prüfgesellschaft abgenommen werden. Die achtet neben der generellen Verkehrstauglichkeit des Campers auch darauf, dass bewegliche Teile wie Tassen und Gläser fixiert werden können. Das hat damit zu tun, dass Sie gemäß § 22 StVO immer ordentlich sichern. Außerdem entscheidet die Prüfgesellschaft, ob Ihr Campervan die Voraussetzungen für die Anmeldung als Wohnmobil erfüllt. Die Kfz-Steuer ist laut TÜV Nord für Wohnmobile nämlich gegebenenfalls günstiger als für entsprechende Pkw. Auf der Website des TÜV Nord bekommen Sie außerdem weitere Tipps für Ihren Camperumbau.

Und vergessen Sie nicht: Der Campervan kostet – wie fast alle Fahrzeuge – auch nach dem Umbau noch Geld. Stichwort Unterhaltskosten – damit sind nicht nur die jährlichen Kosten für Versicherung und Steuern gemeint, sondern auch unvorhergesehene Kosten wie zum Beispiel für Reparaturen.

Passend zum Thema ein kleiner Tipp: Schauen Sie sich doch mal den Rahmenkredit der Volkswagen Bank an – damit schaffen Sie sich einen finanziellen Puffer für den Fall der Fälle. Und Zinsen zahlen Sie nur, wenn Sie den Kredit auch wirklich in Anspruch nehmen. Worin sich Rahmen- und Ratenkredit unterscheiden und welche Möglichkeiten es darüber hinaus gibt, lesen Sie hier.

Ein Bulli steht auf einem Berg in freier Natur

Bereit, die schönsten Strecken und Spots auszuprobieren?

Genug über die Hintergründe informiert und bereit für den eigenen Camperumbau? Bevor Sie loslegen, schauen Sie doch auch mal, wie Dominik von Freundship seinen Van ausgebaut hat. Vielleicht bekommen Sie da noch den ein oder anderen Impuls, sodass Sie auch schon bald gut vorbereitet auf Ihre erste Tour starten können.

Und wenn Sie Lust haben, dann schließen Sie auf dem Weg auch Freundschaft mit den klassischen Campingfreunden, um so zwei Campingwelten zu vereinen. Denn am Ende wollen doch alle das Gleiche: Freiheit auf vier Rädern – ob nun mit Gartenzwergen oder ohne. 

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Mit der Auto-Finanzierung der Volkswagen Bank zum Raum-Camper.

Sie haben Lust auf den Ausbau eines Vans, aber das geeignete Fahrzeug steht noch nicht auf Ihrem Hof? Wenn Sie es gefunden haben, dann schauen Sie sich doch mal die Fahrzeugfinanzierung der Volkswagen Bank an. Vielleicht bringt diese Sie Ihrem Traum vom DIY-Camping ein Stückchen näher.