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  • 31.05.2022
  • 3 Minuten

Ladung und Überstand – so transportieren Sie große Dinge richtig.

Der Einkauf beim Baumarkt ist wieder etwas größer ausgefallen, fürs Sommerfest sollen noch schnell Sitzgelegenheiten herangekarrt werden oder im Kurzurlaub am See darf passendes Sportgerät nicht fehlen. Man kennt‘s. Doch bei Transportgütern wie Arbeitsplatten, Bierbänken oder Surfbrettern stoßen auch geräumige Kombis an ihre Grenzen. Kein Thema, denken Sie? Dann muss die Heckklappe eben einfach offenbleiben. Aber ist das eigentlich erlaubt? Wie weit darf Ladung nach hinten überstehen? Wie sollte sie gekennzeichnet sein? Wir haben zusammengefasst, was es beim Transport von großen Dingen zu beachten gilt.

Ladung Überstand Frau Kanu Auto Dach

Ladung im Pkw – was sagt die StVO?

Wie Sie Ihre Ladung im Auto verstauen, hat einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit des Straßenverkehrs. Schließlich können unzureichend gesicherte Gegenstände schnell zur Gefahr werden – und zwar sowohl für die Insassen des beladenen Fahrzeugs als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Entsprechend hat die StVO beim Thema „Ladung“ zu Recht ein Wörtchen mitzureden und definiert im entsprechenden § 22, was zu beachten ist.

So gilt es beispielsweise erst mal, sämtliche Ladung auf eine Weise zu sichern, „dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen“ kann. Wie diese Sicherung grundsätzlich zu bewerkstelligen ist, können Sie hier genauer nachlesen.

Zum Thema Überstand macht die StVO klare Vorgaben – und zeigt sich angenehm eindeutig. Fahrzeug und Ladung dürfen bis zu 2,55 Meter breit und bis zu 4 Meter hoch sein, mehr nicht. Ausnahmen gelten nur für land- und forstwirtschaftliche Arbeiten und sind somit für den Weg zum Möbelhaus und zurück also völlig unerheblich.

Wie weit darf Ladung überstehen?

Grundsätzlich kann Ladung bei einem Auto vorne und hinten überstehen. Bei einem Überstand nach hinten heraus hat man etwas Spiel und kann bei entsprechender Sicherung sogar mit geöffneter Heckklappe fahren. Entgegen landläufiger Meinung ist das nämlich nicht verboten, sollte aber dennoch besser die Ausnahme bleiben. Wie weit die Ladung hinausragen darf, ist wiederum von der Fahrtstrecke abhängig:

  • Bei Strecken bis zu 100 Kilometer darf die Ladung bis zu 3 Meter nach hinten hinausragen.
  • Bei Strecken über 100 Kilometer darf die Ladung bis zu 1,50 Meter nach hinten hinausragen.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie Ladung nach vorne überstehen lassen wollen, gibt es folgende Regelung:

  • Ist das Fahrzeug bis zu 2,50 Meter hoch, darf die Ladung nicht nach vorne überstehen.

  • Ist das Fahrzeug über 2,50 Meter hoch, darf die Ladung vorne bis zu 50 Zentimeter über das Fahrzeug hinausragen.

Da aber selbst ausladende SUVs und Vans in der Regel bei Weitem nicht an 2,50 Meter heranreichen, gilt für den durchschnittlichen Pkw-Fahrer wohl eher: Überstand nach vorne? Ist nicht.


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Große Dinge transportieren

Ab wann braucht man eine rote Fahne?

Dann ist da natürlich noch die Sache mit der Kennzeichnung. Um andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig auf die überstehende Ladung hinzuweisen und zu schützen, ist es sinnvoll und ab einem gewissen Überstand auch Pflicht, das Transportgut klar ersichtlich zu markieren. Auch für sperrige Ladung gelten laut § 22 Absatz 4 der StVO wieder handliche Zahlen: Ragt die Fracht mehr als einen Meter über die Rückstrahler des Fahrzeugs hinaus, muss sie gekennzeichnet werden. Dabei sieht die StVO drei Optionen vor:

  • Eine hellrote Fahne von mindestens 30 x 30 Zentimetern mit Querstange zum Auseinanderhalten.
  • Ein hellrotes Schild von mindestens 30 x 30 Zentimetern, quer zur Fahrtrichtung pendelnd.
  • Ein hellroter, senkrecht hängender Zylinder von mindestens 30 Zentimetern Höhe und einem Durchmesser von 35 Zentimetern.

Wer mit überstehender Ladung unterwegs ist, hat übrigens „während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es erfordern“ für die passende Beleuchtung (§ 17 Abs. 1 StVO) zu sorgen. Wo sonst Fahne oder Schild angebracht werden, braucht es dann eine rote Leuchte und einen roten Rückstrahler in maximal 90 cm Höhe (§ 22 Abs. 4 StVO).

Was der Gesetzgeber in Sachen Ladung, Überstand und Kennzeichnung verlangt, haben wir jetzt auf dem Zettel. Wer sich noch einmal kurz in Erinnerung rufen möchte, wie die Fracht ordentlich gesichert wird, findet hier die wichtigsten Infos im Überblick. Der ACE hat darüber hinaus noch weitere Tipps und Hinweise in petto, die Sie sich als praktische Liste herunterladen können.

Wichtig: Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal Ladung verlieren, sichern Sie die Unfallstelle ordentlich und informieren Sie die Verkehrspolizei. Versuchen Sie aber keinesfalls, das verlorene Transportgut selbst aus dem fließenden Verkehr zu entfernen – das Risiko ist für Sie und andere Verkehrsteilnehmer viel zu hoch.

Bereit für die volle Ladung?

Beim Thema Ladung im Auto präsentiert sich die Straßenverkehrsordnung praxisnah: die Zahlen eingängig, die Vorschriften leicht umsetzbar. Selbst der Transport bei geöffneter Heckklappe ist unproblematisch – vorausgesetzt, die Fracht ist ordentlich gesichert. In diesem Punkt gebieten allerdings sowohl StVO als auch gesunder Menschenverstand ein gründliches und verantwortungsbewusstes Vorgehen: Formschlüssig packen, auf die Gewichtsverteilung achten, die Ladung mit passenden Gurten fixieren und bei entsprechendem Überstand kennzeichnen. Und natürlich umsichtig fahren, logisch. Dann mal frohes Puzzeln und gute Fahrt.

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