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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 06.06.2019
  • 6 Minuten

Das wertvollste Gut an Bord: Kinder im Auto sichern.

Der gelegentliche Arzttermin, Ausflüge am Wochenende, Besuche bei Freunden und Verwandten: Mit Kindern stehen Autofahrten regelmäßig auf der Tagesordnung. Damit die Kleinen auf kurzen und langen Reisen bestmöglich gesichert sind, haben wir Ihnen Sicherheitstipps für die nächsten Autofahrten zusammengestellt.

Familie freut sich über sicheres Familienauto

Nicht nur „anschnallen und los“: Kinder gehören auf den richtigen Kindersitz.

Dass Kinder im Auto in einem Kindersitz sitzen sollten, müssen wir den meisten Eltern sicher nicht erklären. Aber was für einen Kindersitz benötigen Sie eigentlich und bis zu welchem Alter müssen Ihre Kinder zusätzlich gesichert werden? Diese Fragen werden in Deutschland schon rein rechtlich geklärt:

Laut Gesetzgeber müssen alle Kinder, die jünger als 12 Jahre oder kleiner als 150 cm sind, im Auto mit einem Kindersitz gesichert werden. Und dieser muss den gesetzlichen Anforderungen nach UN/ECE-Regelung 44 oder 129, kurz ECE-R 44 oder ECE-R 44, entsprechen. Für den Straßenverkehr zugelassene Kindersitze sind deshalb mit einem entsprechenden Prüfzeichen versehen. Ist ein Kindersitz ECE-R 44-konform, erhält dieser eine orangene Plakette mit entsprechender Kennung. Erfüllt ein Kindersitz ECE-R 129, finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf auf der Kindersitzplakette.

Doch worin unterscheiden sich die Regelungen und nach welchem Prüfzeichen sollten Sie Ausschau halten?

Beide Regelungen teilen die Rückhalteeinrichtungen – wie Kindersitze in der Fachsprache auch genannt werden – entweder nach Gewicht oder Größe in verschiedene Klassen ein. Die ECE-R 44 bezieht sich auf Kindersitze für vier verschiedene Gewichtsklassen:

  • Klasse 0+: von Geburt bis 13 kg
    In dieser Gewichtsklasse sind Babyschalen erhältlich. Diese können Sie rückwärtsgerichtet entweder auf der Rückbank oder – wenn der Beifahrerairbag ausgeschaltet ist – auf dem Beifahrersitz platzieren.
  • Klasse I: von 9 bis 18 kg
    Für diese Gewichtsklasse finden Sie vorrangig Rückhaltevorrichtungen, die mit dem Sicherheitsgurt oder mittels Isofix am Autositz befestigt werden. Ihr Nachwuchs wird, ebenso wie in der Klasse 0+, durch einen zusätzlich im Kindersitz integrierten Sicherheitsgurt fixiert.
  • Klasse II: von 15 bis 25 kg
    In dieser Klasse haben Sie in der Regel die Auswahl zwischen Sitzerhöhungen mit und ohne Rückenlehne. In beiden Fällen ist Ihr Kind zumeist mit dem Dreipunktegurt des Autos gesichert.
  • Klasse III: von 22 bis 36 kg
    Auch für diese Gewichtsklasse finden Sie vor allem Sitzerhöhungen. Entscheiden Sie sich für ein Modell ohne Rückenlehne, sollte der Kopf Ihres Kindes von der Kopfstütze am Sitz gestützt werden. So schützen Sie Ihr Kind bei einem Unfall vor schweren Verletzungen am Genick.
Illustration verschiedene Kindersitze Familienauto

Bei den nach ECE-R 44 genormten Autositzen finden Sie sowohl Modelle, die mit dem Sicherheitsgurt als auch solche, die mit Isofix im Auto befestigt werden. Bei Isofix handelt es sich um eine starre Verbindung zwischen Kindersitz und Fahrzeug, die das Einbauen des Rückhaltesystems besonders einfach macht. Das ist wichtig, weil die falsche Bedienung von Kindersitzen das Schutzpotenzial drastisch reduzieren kann. Überprüfen Sie unbedingt vor dem Kauf eines Kindersitzes, ob Ihr Fahrzeug mit Isofix ausgestattet ist.

Die ECE-R 129 unterteilt die Kindersitze nach Größenklassen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Kinder häufig schneller größer werden als schwerer. So sind sie den Klassen nach ECE R44 manchmal bereits entwachsen, obwohl sie noch das passende Gewicht haben. Das ist vor allem gefährlich, wenn der Kopf über die Rückenlehne ragt und das Genick so nicht mehr optimal geschützt ist. Es gibt sechs Klassen nach ECE-R 129:

  • Q0: </= 60 cm
  • Q1: 60 bis </= 75 cm
  • Q1.5: 75 bis </= 87 cm
  • Q3: 87 bis </= 105 cm
  • Q6: 105 bis </= 125 cm
  • Q10: >/= 105 cm

Die Regelung 129 ist übrigens auch unter dem Begriff i-Size bekannt. Alle als i-Size-Sitz zugelassenen Kindersitze können nur mit dem Isofix-System eingebaut werden. Isofix ist ein Universal-Verbundsystem, mit dem Sie jeden i-Size-Kindersitz in Ihrem Auto einbauen können. Für Isofix muss das Fahrzeug allerdings extra ausgestattet sein. Deshalb können i-Size-Sitze nicht in jedem Auto angebracht werden.

Sicherheitstipps rund um den Kindersitz.

Kindersitz ist nicht gleich Kindersitz – auch wenn für den Straßenverkehr zulässige Rückhalteeinrichtungen für Kinder ECE-zertifiziert sein müssen. Es bestehen trotzdem noch Unterschiede bei Kindersicherheit, Schadstofffreiheit, Komfort, Handhabung und natürlich dem Preis. Schauen Sie sich deshalb Produktvergleiche und Testergebnisse genau an und machen Sie lieber einen Bogen um gebrauchte Kindersitze. Denn gebrauchte Produkte können nicht sichtbare Schäden aufweisen, die die Sicherheit des Sitzes verringern.

Sie schwanken zwischen verschiedenen Modellen? Dann nehmen Sie Ihr Kind mit zum Kauf und lassen den Nachwuchs ein Wörtchen bei der K-Frage mitreden. Denn in einem selbst gewählten Sitz ist das Festschnallen oftmals nur halb so schlimm.

Andersrum im Auto mit Reboardern.

Während der Fahrt möchten Kinder am liebsten viel von ihrer Umgebung mitbekommen: Nach vorn auf die Straße gucken und die Eltern im Blick haben. In Punkto Sicherheit ist das aber nicht immer ratsam. Bei sogenannten Reboardern oder rückwärtsgerichteten Kindersitzen blickt das Kind entgegen der Fahrtrichtung. Der Vorteil: Vor allem bei einem Frontalcrash wird die Belastung breitflächig über den Rücken des Kindes übertragen, statt die schwach ausgebildete Halsmuskulatur zu treffen. So reduziert ein Reboarder das Risiko von Verletzungen an der Halswirbelsäule.

Bei Reboardern handelt es sich zunächst um Babyschalen bis 13 kg Körpergewicht nach ECE-R 44. Nach der i-Size-Norm sind rückwärtsgerichtete Sitze sogar bis zu einem Alter von 15 Monaten vorgeschrieben. Es gibt aber auch Reboarder für ältere Kinder. Der ADAC empfiehlt sogar, rückwärtsgerichtete Kindersitze bis zu einem Alter von mindestens zwei Jahren zu nutzen.

Ob Reboarder oder vorwärtsgerichteter Kindersitz: Der Sitz muss richtig eingestellt und platziert sein. Zunächst sollte der Sicherheitsgurt straff genug sein. Lediglich Ihre flache Hand sollte noch Platz zwischen Gurt und Körper des Kindes haben. Kleiner Tipp für den Winter: Ziehen Sie Ihrem Kind dicke Anoraks vor dem Anschnallen aus, denn bei dicker Kleidung liegen Haltegurte oft nicht eng genug an.

Platzieren Sie den Kindersitze am besten auf der Rückbank. Falls der mittlere Sitz keine Vorrichtung zur Befestigung aufweist, wählen Sie den rechten Sitzplatz. So startet und beendet Ihr Kind die Fahrt möglichst sicher: nämlich auf der Gehwegseite.

Rückbank ade: Wann dürfen Kinder vorne mitfahren?

Auch wenn Kindersitze in der Regel auf einem der Rücksitze platziert werden sollten, hat der Beifahrersitz vor allem für ältere Kinder großen Reiz. Der Blick auf die Straße, die Möglichkeit am Radio zu spielen und das Gefühl bei den Großen zu sitzen machen den Vordersitz für Kinder interessant.

Die Straßenverkehrsordnung macht beim Sitzplatz keinen Unterschied. Ein Kindersitz kann, solange die nötigen Befestigungsvorrichtungen vorliegen, an jedem Platz im Auto angebracht werden. Nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfehlenswert ist, dass Kinder zumindest bis zur vorgeschriebenen Körpergröße von 150 cm auf einer Sitzerhöhung Platz nehmen – auch wenn Sie schon über 12 Jahre alt sind. Denn nur wenn die nötige Körpergröße erreicht ist, liegt der Sicherheitsgurt richtig am Körper an. Und das ist vor allem auf den vorderen Sitzplätzen wichtig.

Familienabenteuer Autofahrt: So meistern Sie es.

Es geht mit dem Familienauto an die See oder in die Berge? Oder besuchen Sie Verwandtschaft am anderen Ende Deutschlands? Für längere Reisen mit Kindern im Auto haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengetragen:

  1. Gepäck sicher verstauen:
    Ungesicherte Gegenstände können laut ADAC bei einem Frontalaufprall mit 50 km/h bereits mit dem 30- bis 50-fachen ihres Eigengewichts durchs Auto fliegen und dort schwere Verletzungen bei den Mitfahrern verursachen. Verstauen Sie deshalb schwere Gegenstände unten, legen sie nichts Schweres auf die Hutablage und sichern Sie größere Gegenstände gegebenenfalls mit Spanngurten.
  2. Fahrzeug ordentlich verschließen:
    Nutzen Sie die Kindersicherung zum Verschließen der Türen und deaktivieren Sie elektrische Fensterheber. Denn jegliche Knöpfe und Hebel im Auto laden Kinder zum Herumspielen ein und dabei könnten sich Fenster und Türen öffnen.
  3. Gemütlichen Schlaf ermöglichen:
    Wenn die Monotonie im Auto ihren Tribut zollt und die Lider Ihrer Kinder schwer werden, sollten sie problemlos in den Schlaf gleiten können. Für längere Autofahrten empfehlen sich deshalb Kindersitze mit Rückenlehnen und Seitenwangen. Denn sonst können Kinder im Schlaf zur Seite kippen, was zu Verspannungen und Schmerzen im Rücken führen kann und außerdem keine sichere Sitzposition mehr darstellt. Sollte Ihr Kind hingegen dazu neigen, nach vorn zu kippen, können Sie den Sitz etwas liegender einstellen, ein Nackenkissen benutzen oder den Kopf mit einer Schlafhilfe fixieren.

Finanzieller Spielraum: Preise variieren stark.

Kindersitze sind im Familienauto also genauso unabdingbar wie Airbags. Nur leider sind sie in der Regel nicht mit in den Wagen integriert.  Das heißt also oft vor der ersten Fahrt mit den Kids: shoppen gehen! Und das wird sich in den Folgejahren noch ein paar Mal wiederholen. Denn: Sie brauchen für ein Kind insgesamt eben drei bis vier verschiedene Sitze.

Dabei kann der Preis pro Sitz je nach Art und Modell sehr unterschiedlich sein. Zwischen 10 und 500 Euro sind diverse Preisabstufungen vertreten. Im besten Fall kann ein Sitz innerhalb der Familie mehrfach verwendet werden. Schließlich kann die kleine Schwester problemlos die Sitze ihres großen Bruders weiter benutzen. Sollten Ihre Kinder allerdings kurz hintereinander geboren worden sein, dann benötigen Sie einen Sitz eventuell sogar doppelt oder gar dreifach.

Klingt so, als könnte das im Zweifel recht teuer werden? Stimmt! Natürlich gibt es diverse Tipps und Tricks, um beim Sitzkauf Geld zu sparen. Darüber hinaus wäre auch die Finanzierung der Sitze eine Möglichkeit. An dieser Stelle ein bisschen Werbung in eigener Sache: Schauen Sie doch mal nach Finanzierungsmöglichkeiten – wie zum Beispiel dem Rahmen- oder Ratenkredit der VW FS.

Kinder im Auto: Aufmerksam und sicher unterwegs.

Sie haben den richtigen Kindersitz gefunden, korrekt im Auto platziert und Ihr Kind sitzt nun fröhlich und gut gesichert im Auto. Mit genügend Verpflegung, Beschäftigung und gemütlichen Schlafpositionen kann die Fahrt beginnen. Fahren Sie vorausschauend, rücksichtsvoll und gönnen Sie sich selbst genügend Pausen, damit die Konzentration nicht nachlässt. So müssen die Sicherheitsvorrichtungen für Kinder hoffentlich nie Ihre Wirksamkeit im Ernstfall beweisen.

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