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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 31.12.2021
  • 6 Minuten

Assistenzsysteme im Auto: auf der Mission zu mehr Sicherheit.

Autofahren ist für viele Menschen eine Notwendigkeit – oft bedeutet es aber auch Freiheit und Fahrspaß. Welchen Anlass auch immer Ihre Fahrt hat, eines gilt immer: Beim Autofahren muss insbesondere der Fahrer aufmerksam sein und Rücksicht auf sich und andere nehmen, damit er möglichst sicher unterwegs ist. Unterstützung bekommt er dabei durch die Sicherheitssysteme des Wagens, die brenzlige Situationen vorhersehen und vermeiden können oder im Fall der Fälle sogar eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern.

Dass Fahrerassistenzsysteme helfen, steht außer Frage. Aber was genau machen sie wann und warum. Wo genau liegen die Herausforderungen und welche Rolle kommt bei dem Ganzen dem Fahrer zu? Erfahren Sie im Folgenden mehr.

Illustration Assistenzsysteme und was sie leisten

Learning by driving: Technik reagiert auf klassische Probleme aus dem Verkehrsalltag.

Seit Erfindung des Autos hat sich viel getan: Die Autos sind immer schneller geworden, die Straßen immer voller und die Sicherheitstechnik immer komplexer. Knautschzonen, Airbags, Sicherheitsgurte und Co. sind als passive Sicherheitssysteme heutzutage Standard – und sie sind letztlich Lösungen für Probleme, die in jedermanns Fahreralltag auftauchen können. Tatsächlich ist aber natürlich längst noch nicht das Ende der Stoßstange erreicht.

Mittlerweile werden in allen neueren Automodellen diverse aktive Fahrerassistenzsysteme verbaut – und da gibt es neben dem altbekannten Antiblockiersystem (ABS) auch technische Raffinessen, die nahezu hellseherische Fähigkeiten zu haben scheinen. So unterstützt zum Beispiel der Bremsassistent eine Vollbremsung und der Müdigkeitswarner alarmiert uns rechtzeitig, bevor wir zu schläfrig zum Weiterfahren sind. Science-Fiction? Mitnichten. Ausgefeilte Technik, die das Fahren entspannter und damit sicherer macht.

Bei all dem übernehmen die Assistenzsysteme natürlich nicht die Aufgabe des Fahrers – der ist selbstverständlich weiterhin Chef im Fahrzeug und trägt die volle Verantwortung. Aber er wird durch seine elektronischen Begleiter tatkräftig unterstützt. Am Ende ermöglicht das Assistenzsystem also eine gute Interaktion zwischen Fahrer, Fahrzeug und Fahrumgebung. Und dabei begegnen sie den verschiedensten Herausforderungen im Straßenverkehr und reagieren entsprechend darauf.

Herausforderung 1: Unaufmerksame Verkehrsteilnehmer. 

Wir kennen sie alle – die schnellen Spurwechsler und abrupten Abbremser. Klar, es gibt immer Leute, die unvorsichtig fahren. Aber manchmal sind sie auch einfach nur – ganz menschlich – abgelenkt oder unaufmerksam. Das sollte nicht passieren, kommt aber eben doch vor. Und dann ist es umso besser, wenn andere Autofahrer aufmerksamer sind, oder eben Fahrerassistenzsysteme Schlimmeres verhindern.

In diesem Fall greifen insbesondere der Bremsassistent beziehungsweise das automatische Notbremssystem. Letzteres erkennt über Sensoren, wenn man sich einem Hindernis zu schnell nähert. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein anderes Fahrzeug unerwartet abbremst oder wegen eines Spurwechsels plötzlich auf der Fahrbahn vor einem auftaucht. In diesem Fall leitet das Notbremssystem eine Bremsung ein. Dadurch kann in der Regel schneller und effektiver eine Vollbremsung erfolgen.

Zusätzlich gibt es noch Systeme, die ein zu nahes Auffahren verhindern, indem sie den Wagen abbremsen, wenn der Sicherheitsabstand zu gering wird. So ein Fahrerassistenzsystem nennt sich Abstandsregeltempomat. Das schützt Sie vor allem davor, auf sehr langsam fahrende Autos aufzufahren. Das sollte natürlich eigentlich durch Ihre eigene Aufmerksamkeit gut verhindert werden – aber manche Situationen sind eben auch für den umsichtigsten Autofahrer nur schwer überschau- und vorhersehbar. In diesen Fällen kann Ihnen ein solcher Abstandsregler schon vieles erleichtern und ein Stück mehr Sicherheit geben.

Wichtig ist allerdings auch hier zu wissen: Auch dieses technische System hat seine Grenzen. So erkennt es zum Beispiel nicht immer Motorräder oder verliert bei schlechtem Wetter manchmal „Sichtkontakt“ – das wird dann in der Regel auch im Display angezeigt. Da geht es dem System also zuweilen ebenso wie dem menschlichen Auge: Es kann dann nicht immer alles „überblicken“. Lassen Sie Ihre menschlichen Sensoren also am besten auch immer auf vollem Empfang – dann unterstützen Sie und Ihr Auto sich gegenseitig.

VW fährt mit Spurhalteassistent über Straße

Herausforderung 2: Eigene Unaufmerksamkeit.

Neben unerwarteten Fahrmanövern anderer Verkehrsteilnehmer kann Ihnen natürlich auch bisweilen die eigene Ablenkung oder Müdigkeit im Wege stehen und das Fahren unsicherer machen.

Gut, wenn man dann ein paar Helferlein wie Müdigkeitswarner oder Spurhalteassistent an Bord hat. Ersterer soll vor allem Sekundenschlaf vorbeugen – dazu wird zum Beispiel das Fahrverhalten des Fahrers analysiert. Wenn das System darauf basierend eine Übermüdung vermutet, wird ein Warnsignal gegeben und eine Pause empfohlen. Tatsächlich funktionieren die Müdigkeitswarner bei verschiedenen Fahrzeugen unterschiedlich und orientieren sich an verschiedenen Anzeichen. Die Müdigkeitswarnung ist also in der Regel vor allem ein Impuls und kann dazu anregen, in sich hinein zu horchen und im Zweifel öfter Pausen zu machen. Das Ausbleiben der Warnung bedeutet im Umkehrschluss nicht automatisch, dass man noch fit genug ist, weiterzufahren.

Eine weitere gute Unterstützung bieten Spurhalteassistenten beziehungsweise Spurverlassenswarner. Diese Systeme helfen dem Fahrer, die Spur zu halten. Wenn er langsam von der Spur abkommt, ohne einen Blinker zu setzen, erfolgt zum Beispiel eine Warnung über eine Anzeige im Display oder die Vibration des Lenkrads. Zudem kann ein akustisches Signal ausgespielt werden. Manche Systeme greifen im Notfall sogar aktiv in die Lenkung ein – aber keine Sorge: Die eingebrachte Lenkunterstützung ist dabei so gering, dass Sie als Fahrer jederzeit gegensteuern können.

Das Problem ist, dass viele Autofahrer den Spurhalteassistenten ausstellen – dann kann er natürlich nicht helfen. Also nutzen Sie die technischen Helferlein Ihres Fahrzeugs, auch wenn Sie sich vielleicht erst mal daran gewöhnen müssen. Und auch, wenn es seine Grenzen hat: Tatsächlich funktionieren Spurhalteassistenten nämlich nur auf Straßen, auf denen es eine gut erkennbare Fahrbahnmarkierung gibt – denn daran orientieren sie sich.


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Herausforderung 3: Hindernisse am Straßenrand.

Unsere dritte Herausforderung ist völlig unabhängig von menschlicher (Un)aufmerksamkeit – denn es geht um leblose Hindernisse auf der Straße oder am Fahrbahnrand.

Egal ob größere Steine, vom Transporter gefallene Güter oder angefahrene Tiere – gerade bei höheren Geschwindigkeiten können Fremdkörper auf der Fahrbahn schnell zur Gefahr werden. Vor allem, wenn man sie nicht rechtzeitig sieht. Ein sogenannter Ausweichassistent kann in einer solchen Situation sehr hilfreich sein. Tatsächlich ist er so was wie ein Add-on des oben beschriebenen Notbremsassistenten, das besonders bei einem Fahrtempo über 50 km/h hilft. Das bedeutet, der Ausweichassistent hilft in den Fällen, in denen eine Notbremsung nicht mehr möglich ist.

Das Ausweichmanöver wird dann natürlich nicht eigenständig durchgeführt – vielmehr unterstützt der Ausweichassistent den Fahrer lediglich bei der Lenkung, sodass er am Ende den bestmöglichen Fahrweg einschlägt.

Herausforderung 4: Fahrumgebung.

Neben menschlichen Faktoren oder einzelnen Hindernissen können auch andere Einflüsse wie schlechte Sichtverhältnisse und herausfordernde Strecken eine Autofahrt gefährden.

Auch für diese Fälle gibt es natürlich schon ein paar Assistenten: Das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) sowie die Antriebsschlupfregelung (ASR) zum Beispiel. Ersteres wirkt wie ein Schleuderschutz und stabilisiert ein Fahrzeug bei kritischen Fahrmanövern – zum Beispiel, wenn man zu schnell in eine scharfe Kurve fährt. Die ASR hilft insbesondere beim Anfahren, Beschleunigen und Bremsen.

Apropos Anfahren: Auch eine sogenannte Berganfahrhilfe kann Ihnen in dem Fall gute Hilfe leisten. Diese funktioniert im Grunde wie eine automatisierte Handbremse und verhindert ein Zurückrollen an Steigungen. Wenn Sie also viel in den Bergen unterwegs sind, kann Ihnen dieses Goodie ein paar Nerven ersparen.

Und zu guter Letzt können natürlich auch schlechte Sichtverhältnisse – insbesondere bei Nacht – ein Gefahrenpotenzial bergen. Für nachtblinde Fahrer kann es sinnvoll sein, eine Nachtsichtbrille zu tragen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch ins Auto eingebaute Nachtsichtassistenten, die mit Wärmebild- oder Infrarotkameras arbeiten. Auf einem Bildschirm kann man dann schemenhaft die Straße vor einem sehen und im besten Fall rechtzeitig erkennen, wenn ein Tier droht auf die Straße zu rennen oder ein Fußgänger am Straßenrand steht. In der Regel werden dann auch entsprechende Warnungen im (Head-up-)Display des Fahrzeugs ausgespielt. 

Herausforderung 5: Generelle Unterstützung für mehr Sicherheit.

Neben den genannten Fahrerassistenzsystemen, die die gesamte Fahrt überwachen, um in unvorhersehbaren Gefahrensituationen einzugreifen, gibt es auch Assistenten, die nur in ganz bestimmten Fällen zum Einsatz kommen. Einpark- oder Überholassistenten zum Beispiel. Sie helfen, in unübersichtlichen Situationen und schützen dabei Fahrer oder andere Verkehrsteilnehmer.

Selbiges gilt für den Totwinkelassistenten, der beim Spurwechsel oder Abbiegen warnt, falls ein anderes Auto oder ein Fahrradfahrer von hinten kommt. Das geschieht zum Beispiel über eine entsprechende Anzeige im Display oder Außenspiegel oder auch über ein akustisches Warnsignal. Letzteres ist vor allem sinnvoll, wenn man das Display wegen der ungünstig stehenden Sonne nicht gut erkennen kann oder der Außenspiegel verschmutzt ist. Aber Achtung: Auch hier können Sie sich nicht ausschließlich auf den Assistenten verlassen – machen Sie immer auch noch den berühmten Schulterblick, um ganz sicher zu sein.

Ein weiteres Nice-to-have ist die sogenannte Verkehrszeichenerkennung. Verfügt ihr Auto über eine solche, dann erkennen Kameras Schilder am Straßenrand und können zum Beispiel Tempolimits im Display des Fahrzeugs anzeigen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Schilder ungehindert von den Kameras erfasst werden können. Daher gilt auch hier: Wer selber aufmerksam bleibt, gewinnt. 😉

Und wo wir schon bei Eigenverantwortung sind: Dass man betrunken nicht Auto fährt, müssen wir Ihnen nicht mehr erzählen, aber dass es mittlerweile sogar eine Alkoholwegfahrsperre für Autos gibt, ist doch immerhin eine spannende Info. Diese Sperre funktioniert über einen klassischen Atemtest und verhindert das Starten des Motors, wenn der Fahrer zu alkoholisiert zum Fahren ist.

Moderne Autos: Mit Sicherheit technisch unterstützt.

Neuere Wagen verfügen in der Regel über ein ganzes Set an Fahrerassistenzsystemen. Und das ist auch gut so, denn es unterstützt die allgemeine Sicherheit im Straßenverkehr. Vorausgesetzt, alle Fahrer aktivieren ihre Helferlein und verlassen sich nicht ausschließlich auf sie. Übrigens: Neben den bereits obligatorischen Fahrerassistenzsystemen müssen ab Sommer 2022 sukzessive noch weitere verpflichtend in neuen Fahrzeugtypen und bei Erstzulassungen eingebaut werden.

Fahrzeugsicherheit ist ein komplexes Themenfeld, in dem viel in Bewegung ist. Wir können also gespannt auf viele Weiter- und Neuentwicklungen in der (nahen) Zukunft sein. Bleiben Sie dran und fahren Sie (immer) sicherer.

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