Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 15.04.2022
  • 2 Minuten

Mind the gap! Was ist die GAP-Versicherung?

Auto gestohlen oder Unfall gehabt? Das ist eine Horrorvorstellung für jeden Autofahrer – und wenn der geliebte Wagen dann auch noch ein Totalschaden ist, dann geht die Rennerei erst richtig los. Unabhängig von körperlichen Blessuren hat man oft auch finanziell das Nachsehen. Vor allem dann, wenn der Wagen geleast oder finanziert ist. Denn Versicherungen decken meist nur den Wiederbeschaffungswert ab und der kann unter dem Ablösewert des Finanzierungs- oder Leasingvertrags liegen. An der Stelle zahlt sich eine GAP-Versicherung oder -Deckung aus – sofern Sie sie vorher abgeschlossen haben. Wir erklären das Versicherungsmodell im Detail. 

Hände schützen Papierauto

Was ist eine GAP-Versicherung genau?

„GAP“ ist zunächst mal eine Abkürzung und steht für „Guaranteed Asset Protection“ – doch die drei Buchstaben spielen letztlich auch auf den englischen Begriff „gap“ und dessen Bedeutung an. Schließlich beschreibt die entsprechende Übersetzung „Lücke“ ziemlich genau das Ursprungsproblem: Es entsteht eine Lücke, die geschlossen werden will.

Genauer gesagt: Im Falle eines Totalschadens (Vollkasko) oder Fahrzeugdiebstahls (Teilkasko) kommt Ihre Kfz-Versicherung in der Regel nur für den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Schadensereignisses auf. Dieser Wert entspricht der Summe, die Sie benötigen würden, um ein gleichwertiges gebrauchtes Fahrzeug anzuschaffen. Sollte der Ablösewert Ihres Finanzierungs- oder Leasingvertrags den Wiederbeschaffungswert übersteigen, müssten Sie für die finanzielle Lücke selbst aufkommen. Und genau bei dieser entstandenen finanziellen Differenz hilft eine GAP-Versicherung.


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Ob eine Differenz zwischen Rest- und Wiederbeschaffungswert auftritt oder nicht, hängt unter anderem davon ab, was für ein Auto Sie finanzieren oder leasen und wie lange der dazugehörige Vertrag schon läuft. Einen GAP-Schutz im Rahmen Ihrer Autoversicherung abzuschließen, ist also nur unter bestimmten Umständen sinnvoll:

Illustration GAP Versicherung

Wann und wofür lohnt sich der GAP-Schutz?

Der Wertverlust eines Neuwagens ist in den ersten zwölf Monaten nach Erstzulassung am höchsten, weshalb viele Versicherer für diese Zeit eine so genannte Neuwertentschädigung anbieten. Daher benötigen Sie einen GAP-Schutz genau genommen erst dann, wenn diese Neuwertentschädigung nicht mehr greift. Allerdings ist dieser Versicherungsschutz in der Regel nicht mehr im Nachhinein abschließbar, sondern muss schon bei Vertragsabschluss vereinbart werden.

Grundsätzlich gilt aber: Je teurer das geleaste oder zu finanzierende Auto, desto größer kann im Fall eines Totalschadens oder eines Diebstahls die zu schließende Lücke sein. Daher lohnt sich ein GAP-Versicherung insbesondere für Wagen der gehobenen Mittelklasse oder Oberklasse.

Aber auch für Fahrer von günstigeren Wagen kann eine GAP-Versicherung sinnvoll sein. Denn vielleicht fällt es Ihnen leichter, regelmäßig einen kleineren Betrag für die Zusatzversicherung zu zahlen als im Fall der Fälle eine höhere Summe auf einen Schlag begleichen zu müssen.

Je nach Versicherungsanbieter kann es sein, dass der GAP-Schutz bereits im Rahmen Ihrer Kaskoversicherung inklusive ist. Ist dies bei Ihrem Versicherungsvertrag nicht der Fall, können Sie den Versicherungsschutz in der Regel für einen gewissen monatlichen Betrag als Zusatzversicherung oder Leistungsbaustein hinzu buchen. Ob bei der Deckung im Falle eines Totalschadens oder Diebstahles eine Selbstbeteiligung anfällt, variiert ebenfalls je nach Versicherer oder Versicherungsvertrag.

Übrigens: Manche Leasinggeber machen die GAP-Versicherung auch zur Pflicht, damit die Deckung der Differenz zwischen Rest- und Wiederbeschaffungswert in jedem Fall gesichert ist. Informieren Sie sich einfach bei Ihrem Vertragspartner.

Mehr als ein Lückenfüller: GAP-Versicherung.

Ob sich ein GAP-Schutz als Zusatzversicherung für Sie lohnt, müssen Sie je nach Situation individuell entscheiden. Sicher ist: Im Fall der Fälle kann er vieles erleichtern. Grundsätzlich lohnt sich vor der Entscheidung ein Blick in Ihre Versicherungspolice sowie Ihren Finanzierungs- oder Leasingvertrag, um zu checken, was genau für Sie gilt – denn letztlich unterscheiden sich die genauen Bedingungen auch von Versicherer zu Versicherer. Also kurz gesagt: Mind the gap!

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