Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 30.11.2021
  • 5 Minuten

50 Jahre dasselbe Auto: Treue auf vier Rädern.

„Das macht sich einfach gut, wenn so ein alter VW vorbeifährt – und dann auch noch in der Farbe. Da gucken die Leute schon mal.“ Günther Ennulat aus Cuxhaven spricht gerne über sein Auto. Kein Wunder, denn das knallgelbe VW Käfer Cabriolet begleitet den 76-Jährigen schon seit 1972. Wenn das mal keine treue Verbundenheit ist. Warum Ennulat „den Gelben“, wie er seinen Käfer liebevoll nennt, schon so lange hat und was er alles mit ihm verbindet, erfahren Sie hier.

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Ein Auto – gekommen, um zu bleiben.

Dass Günther Ennulat zu seinem VW Käfer kam, ist mittlerweile fast 50 Jahre her. Damals sah der heute 76-Jährige das gelbe Cabriolet, wie er sagt, „zufällig im Schaufenster" und war sofort verzückt. „Ich habe nur gedacht: ‚Das ist er!‘, bin in den Laden gegangen und habe gefragt: ‚Darf man den haben?‘“, lacht Ennulat. Und man durfte! Für 10.000 DM ging der Wagen an seinen begeisterten Erstbesitzer.

Und diese Euphorie kam nicht von ungefähr: Mal abgesehen von einer kleinen Schwäche für das Auto an sich war es vor allem die Farbe, die in Ennulat Erinnerungen weckte. Denn während eines längeren Aufenthalts in Vietnam, wo er zu Zeiten des Krieges auf dem Hospitalschiff Helgoland arbeitete, war er immer einen gelben Geländewagen gefahren, den er seit seiner Rückkehr nach Deutschland schmerzlich vermisste. „Gelb ist meine Lieblingsfarbe – es erinnert mich an den Sonnenschein“, schmunzelt Ennulat.

Was soll man sagen? Wer so schwärmt, der lässt nicht so schnell los. Also kam der Käfer, um zu bleiben. Als erster Besitzer des Wagens fährt Ennulat „den Gelben“ noch heute – zwar seltener als früher und in erster Linie im Sommer, aber dafür nicht minder begeistert: „Der Käfer war und ist immer zuverlässig und treu wie ein Hund.“

Dass der Wagen so lange bei ihm geblieben ist, sei nicht geplant gewesen und habe sich „einfach so ergeben“, erzählt der 76-Jährige. Und so kletterten in all den Jahrzehnten die Zahlen auf der Kilometeranzeige immer weiter nach oben – „Der Tacho ist schon zweimal rum und hat wieder von vorne angefangen“ – und Ennulat und seine Familie konnten zeitgleich immer wieder neue tolle Erinnerungen ins Käfer-Logbuch eintragen. So was verbindet natürlich ein Auto und seine(n) Besitzer auf eine ganz besondere Weise.

Die Erinnerungen sind ständige Beifahrer.

Die längste Käfer-Tour in einem Stück machte Günther Ennulat nicht lange nach dem Kauf des Wagens im Jahr 1974: „Ich wollte die Fußball-WM damals unbedingt auf dem Farbfernseher sehen und hatte noch einen in meiner alten Heimat München stehen. Also fuhr ich an einem Tag insgesamt 1.600 Kilometer von Cuxhaven nach München und wieder zurück“, erzählt er und lacht: „So verrückt war man mal!“

Aber natürlich durfte der Käfer im Lauf der Jahrzehnte für mehr herhalten als für spontane Transportdienste: Diverse Reisen in den Urlaub und eine Fahrt über die Alpen mit den Kindern hängen ihm noch genauso an den Reifen wie seine Dienste im Rahmen von Feierlichkeiten des Schützenvereins sowie als „Hochzeitskutsche“ – für die eigene und diverse andere Hochzeiten. Überall war „der Gelbe“ gefragt und Günther Ennulat stellte ihn gerne für die verschiedensten Anlässe zur Verfügung. So wurden die beiden nach und nach zu kleinen Lokalberühmtheiten. Gut, das hat sicher zu einem nicht unwesentlichen Anteil auch mit Ennulats Filmen über Cuxhaven zu tun, die im örtlichen Kino ein Verkaufsschlager sind – aber raten Sie mal, wer auch im Film vorkommt? Richtig! Der Gelbe.

In letzter Zeit sind die Ennulats mit ihrem Käfer vor allem in Norddeutschland geblieben. Die letzte größere Tour machte Ennulats Sohn vor 25 Jahren nach Portugal und Jugoslawien – vom Atlantik zur Adria.

Apropos Familie – natürlich kommen in so vielen Jahrzehnten auch Verbundenheitsgefühle auf, die über den Besitzerstolz hinausgehen:

„Der Gelbe“ ist Teil der Familie.

Was die Liebe und Treue für den einen Wagen angeht, zieht die Familie um Günther Ennulat seit jeher an einem Strang: „Die finden das sehr gut, dass es den Gelben noch gibt. Er ist für uns alle wie ein Familienmitglied und hat irgendwie über die Jahre auch eine Seele bekommen“, sinniert der 76-Jährige und ist sich offensichtlich bewusst, wie skurril das für manch einen klingen mag: „Rational lässt sich dieses Käfer-Gefühl nicht erklären. Da muss man mit dem Herzen dran sein. Der Wagen schreit nach Nostalgie und Sentimentalitäten – und dieses Gefühl war vom ersten Tag an da.“

Natürlich gab es auch den ein oder anderen vierrädrigen Nebenbuhler im Hause Ennulat – so hatte man zum Beispiel stets einen Zweitwagen, den vor allem Günther Ennulats Frau nutzte – aber das gelbe Cabriolet wurde immer wieder besonders gerne von verschiedenen Familienmitgliedern gefahren. Und weil alle lange Freude an dem Auto haben wollten und wollen, wird das Schätzchen bis heute gut gehegt und gepflegt.


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Günther Ennulat steht neben seinem gelben VW Käfer

Von Anfang an wurde gut auf den treuen Gefährten achtgegeben.

Immer ein Auge auf seine gelbe Knutschkugel zu haben, das lernte Günther Ennulat gleich zu Beginn der Autofreundschaft: Kurz nach dem Kauf parkte der frischgebackene Käferbesitzer den Wagen im bergigen Wiesbaden und vergaß – nachdem er ihn bisher vorwiegend im platten norddeutschen Land gefahren hatte – die Handbremse anzuziehen beziehungsweise den Gang einzulegen. „Ich bin ausgestiegen und weggegangen. Da fing er sofort an zu rollen. Ich bin direkt hinterhergerannt und konnte ihn noch kurz vor dem Graben stoppen. Wenn ich weggeguckt hätte, wäre es das Ende gewesen.“

Bei so viel tollkühnem Einsatz war also früh klar, dass die beiden ein unzertrennliches Gespann würden – bis heute kümmert sich Günther Ennulat ausgiebig um „den Gelben“. Wichtig sei vor allem, dass der Wagen in der kalten und feuchten Jahreszeit in der Garage stehen kann, damit er nicht rostet. Zudem müsse man insbesondere einen solchen Oldtimer immer wieder fahren, damit „das Öl richtig durchläuft“. Gleichzeitig dürfe man natürlich klassische Wartungs- und Inspektionsarbeiten nicht aus dem Blick verlieren.

Immer wenn Ennulat den Wagen im Sommer aus der Garage holt, wird er wieder fit gemacht – Handwäsche und Lackpolieren inklusive, versteht sich. „Manchmal sieht er dann wieder aus wie neu!“ Ansonsten habe er immer wieder auch Sachen selbst repariert oder Einzelteile ausgetauscht. So gab es im Laufe der Jahre zum Beispiel neue Sitze und einen neuen Bezug fürs Dach – „und jetzt müssen die Gummidichtungen bald mal wieder ausgetauscht werden.“

„Bis dass der TÜV oder der Tod uns scheidet!“

„Wenn ich mit dem Käfer fahre, kommen die Erinnerungen zurück – an die Zeiten, in denen man jung und abenteuerlustig war“, sinniert Günther Ennulat zu guter Letzt. Eins ist klar: Der Mann liebt sein „Auto mit Charakter“, wie er es nennt – egal, ob die Heizung mal nicht funktioniert oder es bei einem Sommerschauer reinregnet. Und er gibt es auch nicht mehr her, wenn er nicht muss. Nächstes Jahr im Sommer muss „der Gelbe“ allerdings zur Hauptuntersuchung. Kann gut sein, dass dann wieder ein paar Reparaturen fällig werden und vielleicht sogar der Unterboden ausgetauscht werden muss. Günther Ennulat wird alles tun, was nötig ist, denn er möchte, dass der gelbe VW Käfer noch ganz lange Teil der Familie bleibt: „Ich verkaufe den nicht. Das will ich nicht. Mein Motto ist: ‚Bis dass der TÜV oder der Tod uns scheidet!‘“, lacht er und zwinkert. Na dann wünschen wir diesem Dreamteam noch eine wunderbare gemeinsame Zeit.

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