Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 31.05.2022
  • 6 Minuten

Neues Auto versichern – das müssen Sie wissen.

  • Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht, Teil- und Vollkaskoversicherung sind optional.
  • Regionalklasse, Typklasse, Schadenfreiheitsklasse, Fahrerkreis sowie das Alter der Fahrer beeinflussen die Höhe der Kfz-Versicherung.
  • Zusatzversicherungen sollten nach dem eigenen Bedarf gewählt und verschiedene Tarife miteinander verglichen werden, um Versicherungskosten einzusparen.

Egal, ob (junger) Gebrauchter oder Neuwagen frisch vom Werk – wer sich ein neues Auto kauft, kümmert sich neben den finanziellen Aspekten und der Zulassung zwangsläufig auch um die Kfz-Versicherung oder passende Zusatzversicherungen. Was Sie im Detail über die verschiedenen Versicherungsarten sowie über den Versicherungsprozess wissen sollten, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst.

Kfz-Versicherung: Mann hält schützend einen Schirm übe rein Auto

Welche Kfz-Versicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und welche gibt es darüber hinaus?

Unter dem Überbegriff „Kfz-Versicherung“ oder „Autoversicherung“ werden drei Versicherungsarten zusammengefasst: Haftpflichtversicherung, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung.

Die Pflicht zur Kfz-Haftpflicht steckt schon im Namen – hierbei handelt es sich um eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung. Wer sein eigenes Fahrzeug zusätzlich absichern möchte, kann sich zwischen Teilkasko und Vollkasko entscheiden. Dürfen Sie den Wagen Ihr Eigen nennen, ist der Abschluss einer Kaskoversicherung freiwillig. Im Rahmen eines Leasing- oder Kreditvertrags sind Sie jedoch in der Regel dazu verpflichtet, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen.

Doch was ist eigentlich genau abgedeckt? Hier eine kurze Zusammenfassung der Unterschiede: Die Kfz-Haftpflicht greift zum Beispiel, wenn jemand in einem durch Sie verursachten Unfall verletzt oder ein anderes Auto dabei beschädigt wird.

Die Teilkasko kommt für Schäden an Ihrem Fahrzeug auf, für die niemand haftbar gemacht werden kann. Dies können zum Beispiel Glasbruch, Marderschäden oder auch Diebstahl sein. Was genau abgedeckt ist, variiert jedoch von Versicherer zu Versicherer.

Die Vollkasko übernimmt darüber hinaus auch solche Schäden am eigenen Auto, die Sie selbst verschuldet haben oder die durch Vandalismus entstanden sind. Ausgeschlossen sind dabei in der Regel aber Schäden, die durch vorsätzliche Handlungen entstanden sind – wie zum Beispiel das Fahren unter Alkoholeinfluss oder die Teilnahme an illegalen Straßenrennen. 

Die Kfz-Versicherung und das Alter des Fahrzeugs.

Welche Versicherung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter des Wagens ab. Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich vor allem für einen Neuwagen oder jungen Gebrauchten. Grundsätzlich ist sie besonders sinnvoll, wenn der Zeitwert des Fahrzeugs noch recht hoch ist – und damit auch die im Schadenfall durch die Vollkasko erstattete Summe.

Zudem bieten einige Versicherer für die ersten zwölf Monate im Leben eines Fahrzeugs eine Neuwertentschädigung an. Tritt in dieser Zeit ein Diebstahl oder Totalschaden ein, wird Ihnen statt des Wiederbeschaffungswertes der ursprünglich gezahlte Kaufpreis abzüglich des Restwertes des Fahrzeugs erstattet. Je älter der Wagen und je geringer der Zeitwert, desto eher lohnt es sich, die Haftpflichtversicherung lediglich durch eine Teilkasko zu ergänzen.

Bei älteren Fahrzeugen sollten Sie zudem überlegen, eine entsprechende Garantieverlängerung oder Funktionsgarantie abzuschließen, die Schäden und Mängel durch fehlerhafte Materialien oder unsachgemäße Verarbeitung abdeckt. Bei Neu- und Gebrauchtwagen vom Händler sind solche Mängel mindestens ein Jahr lang durch die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung abgedeckt. Jedenfalls, sofern es sich um Fehler handelt, die bereits bei Kauf des Fahrzeugs vorlagen, auf Verarbeitungsfehler zurückzuführen sind und nicht vom Käufer selbst verursacht wurden.

Bei Neuwagen wird zudem häufig eine freiwillige Herstellergarantie angeboten. Laufen sowohl die gesetzliche Gewährleistung als auch die Herstellergarantie aus, bietet sich eine Garantieverlängerung an. Diese können Sie unabhängig von der Kfz-Versicherung abschließen, sofern ein bestimmtes Fahrzeugalter oder eine festgelegte Kilometerlaufleistung noch nicht überschritten sind. Die Verlängerung umfasst dann in der Regel einen Zeitraum von ein bis drei Jahren, in denen der Versicherer für bestimmte unerwartete Reparaturkosten aufkommt.


Die Kfz-Versicherung.

Versicherungsschutz nach Bedarf: Wählen Sie zwischen drei verschiedenen Produktvarianten genau die Versicherung, die zu Ihnen passt. Jetzt online informieren und Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko abschließen. 

Mehr zur Kfz-Versicherung

Während Sie eine Kaskoversicherung oder Garantieverlängerung auch im Nachhinein abschließen können, muss die Haftpflichtversicherung bereits vor der Zulassung des Wagens vorliegen. Bei Versicherungsabschluss bekommen Sie eine sogenannte eVB-Nummer zugewiesen – Ihre elektronische Versicherungsbestätigung. Die eVB wird automatisch in einem zentralen Datenspeicherungssystem hinterlegt, sodass alle Zulassungsstellen die Informationen Ihrer Versicherung aufrufen und einsehen können.

 Auch wenn es heutzutage keinen Versicherungsnachweis in Papierform braucht, sollten Sie das entsprechende Schreiben gut aufbewahren – die siebenstellige eVB-Nummer benötigen Sie nämlich zur anschließenden Zulassung. Ohne sie kann die Zulassungsbehörde nicht auf Ihre Daten zugreifen. Eine eVB wird übrigens auch für andere Verwaltungsvorgänge rund um Ihr Fahrzeug benötigt, beispielsweise für die Ummeldung.

So wählen Sie die passende Versicherung aus.

Grundsätzlich gibt es bei Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko ein paar Dinge zu beachten: Sie sollten nicht ausschließlich auf den Preis gucken und pauschal das günstigste Angebot aussuchen, sondern Ihre individuellen Bedürfnisse in die Entscheidung einfließen lassen. Die folgenden fünf Schritte helfen Ihnen dabei:

  1. Bedarf hinterfragen.
    Zu Beginn der Recherche sollten Sie zunächst Ihren eigenen Bedarf unter die Lupe nehmen. Schließlich sollten die Leistungen des potenziellen neuen Versicherers zu den persönlichen Erfordernissen passen, sodass das individuelle Schadensrisiko bestmöglich abgedeckt ist.

    Versicherer fragen oft bestimmte Parameter ab, um ein passendes Angebot zu machen: Wie alt ist der jüngste Fahrer? Wer darf das Auto fahren? Ist es nur für private oder auch für geschäftliche Fahrten gedacht? Wird es in einer Garage geparkt? Hier ist es wichtig, ehrlich zu sein und die tatsächlichen Daten zu kennen, um bestmöglich versichert zu sein.
  2. Vergleichen.
    Wer seine Kfz-Versicherung wechseln oder neu abschließen möchte, steuert heutzutage oftmals Vergleichsportale im Netz an. Das ist eine gute Ausgangsbasis, um sich einen groben Überblick zu verschaffen. Allerdings zeigen Online-Checks nicht zwingend das preiswerteste Angebot auf dem Markt an, sondern lediglich das günstigste aus der eigenen Datenbank. Wer wirklich nach dem idealen Tarif sucht, sollte deshalb nicht nur auf den digitalen Vergleich vertrauen, sondern zusätzlich auf Seiten von Versicherern vorbeischauen. Es kann nämlich vorkommen, dass Sie dort andere und günstigere Konditionen für die Autoversicherung finden.
  3. Zusatzleistungen prüfen.
    Überprüfen Sie, welche Zusatzleistungen für Sie Sinn ergeben. Der erweiterte Wildschutz, der unter anderem auch Unfälle mit Vögeln abdeckt, kann je nach Wohnort beispielsweise von Vorteil sein. Schauen Sie auch, ob Ihr Versicherer den „Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit“ anbietet, er also auch den kompletten Schaden zahlt, wenn Sie beispielsweise beim Überfahren einer roten Ampel einen Unfall bauen. Je nach Anbieter gibt es natürlich unterschiedliche Zusatzleistungen – informieren Sie sich am besten direkt beim Versicherer.
  4. Versicherungsbeitrag senken.
    Überlegen Sie, womit Sie den Beitrag senken können: Ihre Schadensfreiheitsklasse ist der erste Ansatz. Diese kann vom alten Versicherer übernommen werden und ist sieben Jahre „haltbar“, sollte man zwischenzeitlich mal kein Auto versichert haben. Je nach Versicherung kann man noch mehrere Jahre auf die ungenutzte Schadensfreiheitsklasse aus einem früheren Vertrag zurückgreifen und sie zum neuen Versicherer übertragen.

    Manche Versicherungen bieten weitere Rabatte an, die sich durchaus lohnen können. Die jährliche Beitragszahlung per Lastschrift macht eine Versicherung gegenüber der monatlichen, viertel- oder halbjährlichen Zahlung auf Rechnung in aller Regel noch einmal günstiger. Zusätzliches Sparpotenzial bietet außerdem eine Werkstattbindung – also die Auswahl einer Partnerwerkstatt durch den Versicherer. Auch die Höhe der Selbstbeteiligung beeinflusst den Versicherungsbeitrag.
  5. Wiederbeschaffungswert & Deckungslücken berücksichtigen.
    Neuwagen verlieren im ersten Jahr nach der Zulassung stark an Wert. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Kaskoversicherung mindestens für die ersten 12 Monate nach Erstzulassung eine Neu- bzw. Kaufpreisentschädigung beinhaltet. Diese ersetzt dann im Schadensfall den Neu- und nicht nur den Zeit- bzw. Wiederbeschaffungswert. Wird beispielsweise ein Leasingfahrzeug gestohlen oder kommt es zum Totalschaden, zahlt die Vollkasko oft nur den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs. Die verbleibenden Leasingraten werden allerdings trotzdem in vollem Umfang fällig. Die entstehende finanzielle Lücke kann eine sogenannte GAP-Versicherung ausgleichen. Solche Zusatzversicherungen beeinflussen jedoch auch die Höhe der Versicherungskosten.
Auto mit offenen Fenster und rausgestreckter Hand

Diese Faktoren beeinflussen die Höhe der Kfz-Versicherung.

Die Höhe der Beträge für die Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung wird im Wesentlichen durch Faktoren wie die Regionalklasse, die Typklasse, die Schadenfreiheitsklasse und den Fahrerkreis sowie das Alter der Fahrer beeinflusst.

Vergleichen Sie vor dem Fahrzeugkauf, wie teuer beziehungsweise günstig die zur Wahl stehenden Autos in der Kfz-Versicherung sind. Denn auch die Typklasse des Fahrzeugs beeinflusst den Versicherungsbeitrag der Haftpflicht- und Kaskoversicherung: Je höher die Typklasse, desto höher ist auch das Schadenrisiko (Schadenshäufigkeit und Reparaturkosten) laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – und dementsprechend teuer ist das Auto in der Versicherung.

Zusätzlich zur Typklasse ziehen Versicherungen zur Berechnung der Versicherungsprämien auch den Faktor „Regionalklasse“ heran. Die Regionalklasse wird durch den Wohnort festgelegt, genauer gesagt durch den Hauptwohnsitz des Fahrzeughalters – und die Einstufung der entsprechenden Regionalklasse orientiert sich an der Unfallstatistik. Kurz gesagt: Je mehr Unfälle es in der betreffenden Region im Schnitt gibt und je höher die durchschnittliche Schadenhöhe ausfällt, desto teurer wird´s.

Jeder Versicherungsnehmer ist außerdem in eine Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) eingeordnet, die maßgeblich auf den unfallfreien Jahren basiert und einen Einfluss auf die Höhe des Versicherungsbeitrags hat. Je länger der Versicherungsnehmer schadenfrei fährt, desto höher ist seine SF-Klasse und desto niedriger sein Beitragssatz. Wie dieser Satz in den einzelnen SF-Klassen ausfällt, unterscheidet sich je nach Versicherer.

Die SF-Klasse gilt übrigens nur für die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Vollkaskoversicherung, aber nicht für die Teilkaskoversicherung, da diese Schäden abdeckt, auf die der Fahrzeugbesitzer keinen Einfluss hat.

Zuletzt spielen auch das Alter der Fahrer und der Fahrerkreis für Versicherer ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Statistik zeigt, dass gerade Anfänger tendenziell häufiger in Unfälle verwickelt sind, und dieses Risiko führt zu höheren Versicherungsbeiträgen. Dies gilt je nach Versicherer teilweise bis zum 27. Lebensjahr. Die ersten Jahre als Fahranfänger gehören also – mit Blick auf die Versicherung – zu den teuersten. Anstatt einen jungen Fahrer permanent in den Fahrerkreis aufzunehmen, kann auch ein zeitweiser Jungfahrer-Schutz eine Alternative sein.


Die Kfz-Versicherung. 

Versicherungsschutz nach Bedarf: Wählen Sie zwischen drei verschiedenen Produktvarianten genau die Versicherung, die zu Ihnen passt. Jetzt online informieren und Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko abschließen.

Mehr zur Kfz-Versicherung

Auch bei Versicherungen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Damit Sie möglichst lange die Freude an Ihrem neuen Auto genießen können, lohnt es sich, potenzielle Schäden umfassend abzusichern. Ob selbst verschuldete Schäden, verschiedene Formen von Sachmängeln oder Schäden für die niemand haftbar gemacht werden kann – für jede Situation gibt es eine entsprechende Versicherung. Setzen Sie sich vor dem Abschluss mit Ihren Versicherungsbedürfnissen und -wünschen auseinander und lassen Sie sich im Zweifelsfall ausführlich beraten, damit Sie und Ihr Fahrzeug ideal geschützt sind.

Auch interessant:

Frau mit rosa Spielzeugauto

Auto & Mobilität

Garantiert mehr von Ihrem Auto.

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung sowie der Herstellergarantie, die Sie und Ihr Auto vor allem in den ersten Jahren absichern, gibt es unter bestimmten Bedingungen noch die Möglichkeit einer Garantieverlängerung. Erfahren Sie mehr.

  • 03.01.2022
  • 3 Minuten
E1-Illustration_Zeichenfläche 1.jpg

Auto & Mobilität

Zusätzliche Absicherung mit einer Restschuldversicherung.

Sie überlegen, einen Wagen zu leasen oder zu finanzieren, haben aber Sorge, irgendwann wegen eines finanziellen Engpasses Zahlungsschwierigkeiten zu bekommen? Dann sichern Sie sich mit einer Restschuldversicherung ab.

  • 30.10.2020
  • 2 Minuten
father-son-football

PRODUKTINFORMATIONEN

Die Kfz-Versicherung.

Versicherungsschutz nach Bedarf: Wählen Sie zwischen drei verschiedenen Produktvarianten genau die Versicherung, die zu Ihnen passt. Jetzt online informieren und Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko abschließen.