Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 31.01.2022
  • 5 Minuten

Autodiebstahl: Wer kommt wann für den Schaden auf?

Wenn Sie an Autodiebstahl denken, dann denken Sie an Brechstangen und eingeschlagene Scheiben? Ja, das ist wohl eine überholte Klischeevorstellung. Denn Autos zu knacken ist heutzutage weitaus weniger brutal, als man denken mag, und geschieht oftmals auf digitalem Weg – zum Beispiel durch die Störung des Funkschlüsselsignals. Das macht es für den bestohlenen Autobesitzer aber natürlich nicht angenehmer.

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zwar weniger Autodiebstähle als in den vergangenen Jahren gemeldet – dennoch waren es in Summe immer noch etwas mehr als 10.000 kaskoversicherte Autos. Klingt wenig? Vielleicht. Aber, wenn es einen dann selbst betrifft, ist es umso ärgerlicher. Was Sie tun müssen, wenn Ihr Auto geklaut wurde und wer für den Schaden aufkommt, erfahren Sie hier.

Mann telefoniert

Was mache ich, wenn mein Auto gestohlen wurde?

Frisch geduscht und von einem Kaffee belebt, sputen Sie morgens mit dem Autoschlüssel in der Hand aus dem Haus und müssen dann erschrocken feststellen: Ihr Auto steht nicht mehr da, wo Sie es am Abend zuvor geparkt haben. Sie haben es sicher auch nirgendwo anders abgestellt und keines Ihrer Familienmitglieder hat es sich geliehen? Dann waren höchstwahrscheinlich Autodiebe am Werk und Sie müssen sich jetzt wohl oder übel um ein paar organisatorische Angelegenheiten kümmern. Aber keine Sorge: Ein Autodiebstahl ist zwar super ärgerlich, aber auch kein Weltuntergang, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Was ist zu tun bei Autodiebstahl?

Zunächst einmal sollten Sie bei der Polizei Strafanzeige erstatten – dies ist in der Regel eine Voraussetzung, um einen Schaden bei der Versicherung geltend machen zu können.

Anschließend nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Auto-Versicherung  auf und melden den Diebstahl. Hier gilt es, schnell zu sein, denn bei einem Autodiebstahl erwarten Versicherer – anders als bei anderen Schäden, bei denen man oft eine Woche Zeit hat – eine umgehende Meldung.

Sowohl für die Strafanzeige bei der Polizei als auch für die Schadensregulierung durch die Versicherung müssen Sie dann ein paar Angaben machen und Formulare ausfüllen. Dadurch sollen die Umstände des Diebstahls geprüft werden, um zum Beispiel herauszufinden, wann das Auto geklaut worden sein könnte und den Dieben auf die Spur zu kommen. Zudem dienen Ihre Angaben natürlich auch der Ermittlung der Schadenshöhe.

Wichtig: Der Versicherer braucht von Ihnen perspektivisch auch eine Bestätigung der Abmeldung des Fahrzeugs, damit Sie dafür keine Beiträge mehr zahlen müssen. Daher sollten Sie schnellstmöglich die Kfz-Zulassungsstelle kontaktieren und die Abmeldung veranlassen. Dazu brauchen Sie den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und den Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) – Letzteren natürlich nur, sofern der Wagen nicht finanziert wird, beziehungsweise geleastabonniert oder gemietet ist. Außerdem sollten Sie bei der Zulassungsstelle die Bescheinigung über die Strafanzeige bei der Polizei dabeihaben.

Der Wagen ist nicht Ihrer, da sie ihn geleast, gemietet oder abonniert haben? Oder weil er noch nicht abgezahlt ist? Dann sollten Sie zusätzlich unverzüglich den Leasinggeber, den Abo-Anbieter oder Vermieter beziehungsweise die Bank kontaktieren.

Sie haben alles abgewickelt und fragen sich nun, für was genau und in welchem Umfang die Kfz-Versicherung aufkommt? Sie haben eine Teilkaskoversicherung? Gut! Aber eins nach dem anderen …


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Mehr zur Kfz-Versicherung

Was zahlt die Versicherung bei Autodiebstahl?

Ob und in welchem Rahmen der Versicherer beim Autodiebstahl einspringt, hängt auch von den Umständen des Diebstahls ab: Solange der Diebstahl nicht durch Sie verschuldet ist, weil Sie zum Beispiel den Autoschlüssel stecken gelassen haben, springt in der Regel Ihre Teilkaskoversicherung ein. Sofern vorhanden natürlich, denn eine Kfz-Haftpflichtversicherung allein kommt nicht für Fahrzeugdiebstahl auf.

In der Regel deckt die Teilkaskoversicherung im Falle eines Diebstahls aber nur den Wert des Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Diebstahls ab, zahlt also nur den so genannten Wiederbeschaffungswert. Das wäre besonders bei neuwertigen Autos etwas ärgerlich – schließlich verlieren Neuwagen gerade in den ersten Monaten prozentual am meisten an Wert. Viele Versicherer bieten daher für zwölf Monate nach Erstanmeldung eines Fahrzeugs eine Neuwertentschädigung an – das bedeutet, dass sie im Falle eines Diebstahls den Preis erstatten würden, den das Fahrzeug neu kosten würde.

Sollte die Neuwertentschädigung nicht mehr greifen, steht man bei einem geleasten oder finanzierten Wagen zuweilen vor dem Dilemma, dass die Ablösesumme im Falle eines Diebstahls den von der Versicherung gezahlten Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs übersteigt. Hier kann sich eine GAP-Versicherung bewähren. Sofern Sie diese schon mit dem Leasing- oder Finanzierungsvertrag zusammen abgeschlossen haben, würde sie im Falle eines Fahrzeugdiebstahls die gegebenenfalls entstehende Lücke zwischen Ablösesumme und der regulär vom Versicherer erstatteten Summe zur Schadensregulierung schließen. Übrigens: Bei manchen Kfz-Versicherungen ist eine GAP-Versicherung bereits inklusive.

Bei einem gemieteten oder abonnierten Wagen gilt übrigens: Wenn Sie den Diebstahl wie oben beschrieben rechtzeitig gemeldet und angezeigt haben, dann ist das Fahrzeug in der Regel komplett versichert – allenfalls abzüglich einer vorher vereinbarten Selbstbeteiligung allerdings. Klären Sie die Details am besten direkt mit dem entsprechenden Anbieter.

Und was ist eigentlich, wenn nicht der komplette Wagen futsch ist, aber etwas aus dem Auto gestohlen wurde? Wertgegenstände lässt man ja eigentlich lieber nicht im Auto zurück und schon gar nicht offen einsehbar auf der Rückbank oder im Fußraum. Schon klar. Aber in der Eile passiert es manchmal eben doch. Und Autodiebe schlagen die Scheibe schneller ein, als man denkt. Und nun?

Ist Diebstahl aus dem Auto versichert? Tatsächlich zahlt die Kfz-Versicherung in der Regel nur für im Auto verbaute Teile wie zum Beispiel das Autoradio. Für alles Weitere könnte Ihre Hausratversicherung aufkommen – sofern sie eine so genannte Außenversicherung beinhaltet. Und auch dabei sind elektronische Gegenstände wie ein Handy oder die Spiegelreflexkamera meist nicht inkludiert. Also am besten immer alles aus dem Auto mitnehmen oder zumindest im Kofferraum beziehungsweise Handschuhfach aufbewahren.

Illustration Autodiebstahl

Autodiebstahl: Was passiert, wenn der Wagen wiedergefunden wird?

Es ist zwar eher unüblich, aber dennoch möglich, dass ein gestohlenes Fahrzeug wiederauftaucht. Sollte dies in den ersten vier Wochen nach dem Diebstahl passieren, sind Sie verpflichtet, das Fahrzeug zurückzunehmen. Das bedeutet, Sie müssen den Wagen auch wieder bei der Zulassungsstelle anmelden und wieder die Versicherungsbeiträge bezahlen – natürlich nur, sofern Sie ihn weiter nutzen wollen.

Sie fragen sich, was im skizzierten Fall mit dem Betrag geschieht, den Ihnen Ihre Versicherung anlässlich des zuvor gemeldeten Diebstahls zugesagt hat. Da die Erstattung in der Regel ohnehin ein paar Wochen dauert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Summe innerhalb der genannten Vier-Wochen-Frist noch gar nicht bei Ihnen angekommen ist. Falls doch, kontaktieren Sie am besten Ihren Versicherer bezüglich der Rückgabemodalitäten.

Übrigens: Sollte das wiedergefundene Fahrzeug beschädigt sein, wickeln Sie diesen Schaden erneut über Ihre Kaskoversicherung ab. Da das Fahrzeug bei einem Diebstahl gegen Ihren Willen bewegt wurde, haften Sie laut Straßenverkehrsgesetz nicht für den dadurch gegebenenfalls entstehenden Schaden. Der Versicherer wird also für die anfallenden Reparaturkosten aufkommen oder – sollten diese den Wert des Fahrzeugs übersteigen – dann eben doch den Wiederbeschaffungswert begleichen. Aber nur, sofern Sie als Fahrzeughalter den Diebstahl nicht selbst ermöglicht haben.

Fazit: nervig, aber regelbar.

Autodiebstahl nervt – da sind wir uns alle einig. Nicht nur, dass dadurch ein ganz ungutes Gefühl entsteht und Sie zunächst nicht mehr mobil sind – Sie müssen sich auch noch um allerhand Schreibkram und Organisation kümmern. Doch die gute Nachricht ist: Dank Kaskoversicherung bleiben Sie zumindest nicht auf allen Kosten sitzen und sind schon bald wieder „back on track“.

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