Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 31.03.2022
  • 5 Minuten

Autofahrertyp 2: Der Hüter legt Wert auf Pflege und Wartung für die Laufleistung.

„Epische 444.000 Kilometer“, so gibt Rainer Hardt den letzten bekannten Kilometerstand seines geliebten silbernen Kombis an. Das ist eine stolze Laufleistung. Einen solchen Meilenstein erreicht nur, wer sich seinem Wagen wirklich verbunden fühlt, ihn gut behandelt – und viel Zeit hinterm Steuer verbringt. All das kann man dem Dortmunder nicht absprechen: Rund 30 Jahre lang pendelte er zur Arbeit nach Düsseldorf ­­­­­­– 70 Kilometer hin, 70 Kilometer zurück. Mitten durchs Ruhrgebiet. Der 65-Jährige kann mit Fug und Recht als Vielfahrer bezeichnet werden. Und als solcher braucht er einen verlässlichen „Daily Driver“, den er entsprechend in Schuss hält und behütet. Für uns begibt sich der Mann mit dem grau melierten Bart noch einmal in die Zeit mit seinem glänzenden Straßenkreuzer.

Auto hüten Interviewpartner Rainer Hardt

Ein langer Blick in den Rückspiegel.

Hüter sind – das liegt wohl in der Natur der Sache – nostalgisch veranlagt. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass Rainer Hardt ein wenig weiter ausholt, um die Zuneigung zu seinem geliebten Wagen zu erklären. Die Wurzeln dafür liegen bei unserem Hüter-Kandidaten nämlich weit in der Vergangenheit, irgendwo in den frühen 1970er-Jahren: „Kurz vor meinem Abitur habe ich mich in ein Mädchen verguckt, dessen Familie einer ganz bestimmten Automarke zugetan war. Und wie das manchmal ist, wenn man jung und verliebt ist, klammert man sich an die seltsamsten Dinge. Also sagte ich mir: Wenn ich später mal ein Auto fahre, dann so eines.“

Dieser jugendlichen Vision ist unser Hüter treugeblieben: Es folgten diverse Modelle besagter Marke. Zuerst Kleinwagen, später dann größere Limousinen und eines Tages der oben schon erwähnte Kombi – womit wir mal eben einen ordentlichen Zeitsprung von den wilden 70ern bis ins Jahr 1991 hingelegt haben.

Der Qualitätswagen – ein Schnäppchen.

„Ich habe damals den Arbeitsplatz gewechselt und bin vom WDR Dortmund zum Düsseldorfer Funkhaus gewechselt. Da ich weiter in Dortmund wohnte, hieß das dann auch: jede Menge Autobahnkilometer“, erinnert sich der ehemalige Fernseh-Grafiker. „Da war natürlich absehbar, dass ich zukünftig viel Zeit im Auto verbringen würde. 70 Kilometer pro Strecke und das bei dem Verkehr hier im Ruhrgebiet. Da dachte ich mir, ich schaue mich jetzt mal nach einem ordentlichen Auto um. Als ich meinen damaligen Wagen in die Werkstatt brachte, habe ich einen silbernen Kombi entdeckt, den ich sofort haben wollte. Ein junger Gebrauchter, noch keine zwei Jahre alt.“

Zu seinem Glück macht der Händler Rainer Hardt auch gleich einen guten Preis: „Ich meine, das Auto kostete damals 28.000 Mark, was ich echt günstig fand – aber bei Weitem nicht hatte“. Er entschließt sich also, den Wagen zu finanzieren, und die beiden machen sich auf ihren gemeinsamen Weg. Einen verdammt langen Weg.


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Hunderttausende scheckheftgepflegte Kilometer.

„Ich fühlte mich in dem Auto einfach nur wohl. Ich kann es nicht anders sagen. Man saß gut, er fuhr sich gut. Ich war mit dem Auto in eine andere Liga gekommen, irgendwie hatte ich da etwas Besonderes erreicht. Ich konnte mir zu der Zeit kein besseres Auto vorstellen, hatte schlicht keine anderen Begehrlichkeiten mehr“, fasst der Mann mit der sonoren Stimme das Fahrgefühl seines großen Lieblings zusammen. „Dieses Gefühl wurde für mich zur Selbstverständlichkeit, oder um es positiver zu formulieren: Das wollte ich nicht mehr missen“.

Doch da hat die Straße ein Wörtchen mitzureden, denn täglich 140 Kilometer Arbeitsweg fordern mit der Zeit ihren Tribut, weiß Rainer Hardt zu berichten: „Wenn man so viele Kilometer Autobahn abspult, liegen natürlich auch die Wartungsintervalle recht nah beieinander. Es heißt ja immer, nach soundso vielen Kilometern oder Jahren sollten bestimmte Teile mal inspiziert werden. Ich sag mal so: Die Jahre waren nicht unbedingt der entscheidende Faktor.

Wartungsfreie Teile sind gut, Kontrolle ist besser.

Dass die Intervalle eingehalten werden sollten, muss man keinem Vielfahrer erklären. Wer so viel Zeit auf Achse verbringt, kann kein unnötiges Risiko für sich und den Wagen gebrauchen: „Ein Wagen hat einfach so seine Verschleißteile, die hin und wieder mal von einem Profi begutachtet werden sollten, ich spreche da aus Erfahrung.“

Wer mit persönlichen Kilometerrekorden liebäugelt, gibt auf seinen vierrädrigen Schützling also besser Acht und kümmert sich gemäß der Wartungsintervalle um die nötigen Arbeiten. Und ab einem gewissen Kilometerstand fällt es tatsächlich sogar leichter, Geld ins Auto zu stecken, findet Rainer Hardt: „Anfangs erschrickt man noch, dass schon wieder ein Besuch in der Werkstatt ansteht, und man fragt sich, ob man wirklich wieder Geld in die Karre stecken will. Aber daraus entwickelt sich natürlich schon ein gewisser Stolz oder vielleicht auch ein bisschen Sturheit. Jenseits der 200.000 Kilometer habe ich mich dann eher gefragt, warum ich den Wagen abgeben sollte, wenn ich kaum noch etwas dafür bekomme. Na gut, vielleicht eher, ob ich ihn überhaupt jemals abgeben will“.

Obwohl sich also abzeichnete, dass der Wagen auf seine alten Tage nicht mehr den Besitzer wechseln würde, fanden die Wartungsarbeiten nach wie vor ihren Weg ins Scheckheft: „Ich meine, der war tatsächlich bis zu einem Kilometerstand von 400.000 scheckheftgepflegt. Eigentlich irre – irgendwann steigert das den Preis ja kaum noch. Hätte ich das Scheckheft mal aufgehoben, das glaubt einem ja keiner“.

Illustration zum Auto-Hüter

Pflege? Funktional. 

Seine Rolle als Hüter will Rainer Hardt allerdings nicht überbewerten: „Ich bin ja kein begnadeter Schrauber, der da regelmäßig in Eigenregie repariert hat. Ich habe das Auto einfach regelmäßig in die Werkstatt gegeben – fertig. Der Wagen war für mich ein ‚Daily Driver‘, daher habe ich ihm ansonsten auch eher das übliche Maß an Pflege zukommen lassen“. Will heißen: Hin und wieder in die Waschanlage, regelmäßige Innenraumreinigung und natürlich die Flüssigkeitsstände kontrollieren. „Von Hand waschen und polieren, das war nichts für mich“, fasst er das funktionale Pflegeprogramm zusammen.

Wichtig ist ihm hingegen, das Fahrzeug auf den Wintereinbruch vorzubereiten. Den saisonalen Radwechsel nimmt er dann aber selbst vor und lagert die bereiften Sommerfelgen im Keller ein. Anschließend bringt er die Gummidichtungen an den Türen mit einem Pflegestift auf Vordermann. Auch hier ist der Grund recht einleuchtend: „Wenn die Gummis porös werden, suppt das schlechte Wetter irgendwann in den Wagen. Das will ja keiner“. Stimmt. Das will keiner.

Unterm Strich muss es also gar nicht immer das große Wellness-Programm sein, oftmals genügt eine gründliche und regelmäßige Pflege in angemessenen Abständen. Beruhigend.

Das Ende eines langen Weges.

Es kommt allerdings ein Punkt, da geht es dann auch für das behütetste Auto nicht weiter, allen Inspektionen und Reparaturen zum Trotz. Beim silbernen Kombi gingen bei etwas über 444.000 Kilometern endgültig die Lichter aus. An die Hiobsbotschaft erinnert sich der Profi-Pendler noch gut: „Ich weiß noch ziemlich genau, wie der Schrauber damals die Diagnose formulierte: ‚Zum Fahren kriegen wir den – aber nicht mehr durch die HU.‘ Klar, ich hätte noch etliche Teile austauschen lassen können, aber da musste ich dann auch mal realistisch sein: Das wäre Flickschusterei gewesen, da half kein guter Wille mehr“, fasst Hardt die Erfolgschancen zusammen.

Und so trennen sich die Wege des Duos, das so manchen Stau im Abendverkehr des Ruhrgebietes durchgestanden hat. Hüter ist Hardt allerdings geblieben – zumindest emotional fühlt er sich dem Auto bis heute verbunden, das hört man noch immer gut heraus: „Ich frage mich oft, was aus dem Wagen geworden ist. Vielleicht ist er längst in sonnigeren Gefilden und fährt Melonen aus, das wäre ja ganz schön.“ 

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