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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 30.07.2021
  • 5 Minuten

Gehört der mir jetzt? Was Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein über Besitz und Eigentum aussagen.

Fahrzeugbrief und -schein gehören zu jedem Auto wie seine Räder und das Lenkrad. Viele Menschen glauben, dass man den beiden Dokumenten entnehmen kann, wer Besitzer und wer Eigentümer des Wagens ist. Doch ganz so einfach ist das nicht, weiß unser Autor Boris Glatthaar und nimmt sie mit ins Straßenverkehrsamt zur Anmeldung seines neuen Flitzers.

Autorenbox Boris Glatthaar

Die erste Fahrt mit dem neuen Wagen.

Es sind nur noch wenige Kilometer bis zur Zulassungsstelle. Leise gleitet mein neuer Kombi über die Straße, gedämpft und kaum wahrnehmbar dringt nur das Reifengeräusch bis in den Innenraum. Aus dem Radio klingt ein fröhliches Lied, das meine Stimmung trifft. Ich bin beschwingt vom neuen Wagen – dem frisch gereinigten Innenraum, dem sauber glänzenden Lack und dem neuen Fahrgefühl. Ich genieße diesen Zustand. Spätestens nach dem ersten Wochenende mit meinen Nichten, Neffen oder Patenkindern werden in jeder Ritze die Kekskrümel stecken und die Scheiben milchig sein vor Fingerabdrücken.

Ich lache innerlich über das nun angebrochene Schicksal meines neuen Autos und die Worte des Verkäufers hallen nach: „Viel Spaß mit dem Auto. Das gehört jetzt Ihnen.“ Klar, sage ich mir: Ich habe den Fahrzeugschein und den Fahrzeugbrief. Natürlich gehört der Wagen jetzt mir. Aber so richtig angekommen ist das Gefühl bei mir noch nicht. Alles fühlt sich so ungewohnt an. Und sicher liegt das auch ein bisschen an dem Wissen, dass mein Name noch nicht in den Papieren steht und die Kennzeichen noch die des Vorbesitzers sind. Aber genau das will ich ja an diesem Morgen beim Verkehrsamt ändern. Der Fahrzeugbrief, der heute „Zulassungsbescheinigung Teil II“ genannt wird, liegt neben mir auf dem Beifahrersitz und trägt im Feld C 3.1 den Namen des Autohauses.

Zugegebenermaßen hatte der Verkäufer mit seinem impulsiven Ausspruch bei der Fahrzeugübergabe allerdings nicht ganz recht. Oft heißt es zwar „Wer im Fahrzeugbrief steht, dem gehört das Auto“ – aber noch steht in den Papieren ja das Autohaus. Ich bin verwirrt… Scheinbar hat das kleine Wörtchen „gehört“ zumindest in diesem Fall unterschiedliche Bedeutungen.


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Illustration Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein

Besitz und Eigentum: der kleine, aber entscheidende Unterschied.

Eine rote Ampel gibt mir die Gelegenheit, noch einmal darüber nachzudenken, was ich nun über Besitz und Eigentum weiß. Das war für mich immer dasselbe, es meint aber etwas völlig Unterschiedliches: Besitzer ist derjenige, der einen Gegenstand wie das Auto tatsächlich in der Garage stehen hat und es jederzeit nutzen kann. Der Eigentümer hingegen ist jene Person, die im rechtlichen Sinne über eine Sache verfügen darf, ganz egal, ob sie momentan darauf zugreifen kann oder nicht.

Während des Probefahrt-Wochenendes war ich also zeitweise Besitzer des Autos, nun bin ich auch der Eigentümer. Schließlich habe ich das Fahrzeug gekauft. Bei einem finanzierten Fahrzeug hätte hingegen die Bank bis zum Abschluss der Finanzierung das Eigentumsrecht.

Auf der Zulassungsstelle lege ich meine Anmeldeunterlagen und die beim Schildermacher geprägten Kennzeichen auf den Tisch und schaue die Sachbearbeiterin fragend an. Ob ich den Händler richtig verstanden habe, möchte ich wissen. Denn wie kann ich Eigentümer des Wagens sein, wenn doch noch das Autohaus im Brief eingetragen ist? Die Sachbearbeiterin lächelt. Ihrem Blick nach kennt sie die Frage.

Wem gehört das Auto? Fahrzeugbrief ist nicht Beweis genug.

Sie scannt alle Papiere ein, die ich ihr hinlege. „Wenn Sie wirklich einmal zum Beispiel im Streitfall vor Gericht beweisen müssten, dass Ihnen das Auto gehört, dann reicht der Fahrzeugbrief nicht aus, dann müssen Sie einen Kaufvertrag oder einen anderen Beweis vorlegen“, sagt sie und gibt mir das Dokument mit allen anderen gescannten Schriftstücken zurück. „Der Brief dient als Beleg dafür, dass ein Auto eine Betriebsgenehmigung hat. Für eine Ummeldung reicht uns der Brief in der Regel aber, weil er schon nahelegt, dass Sie auch der Eigentümer sind, sonst hätten Sie den ja gar nicht.“ Leasingunternehmen oder Banken behalten deshalb in der Regel den Brief als Sicherheit ein, wenn sie ein Fahrzeug verleasen oder finanzieren.

Während mir diese Gedanken durch den Kopf gehen, schaue ich mich in dem großen Büro um: Überall stehen Schreibtische mit Sachbearbeitern auf der einen und Bürgern an der anderen Seite. Vor ihnen liegen Dokumente sowie frisch geprägte und mit Plaketten beklebte Nummernschilder. Ich sehe, wie Fahrzeugbriefe über den Schreibtisch geschoben werden – wie mal der Sachbearbeiter, mal der Bürger die Dokumente an sich nimmt. Und wieder kommen mir die Erklärungen des Autoverkäufers in den Sinn: „Wenn ich Ihnen im Verkaufsgespräch kurz den Brief gebe, damit Sie die Angaben einmal ansehen können, sind Sie noch nicht Besitzer, obwohl sie den Brief haben. Ich gebe ihn Ihnen ja nur, damit sie da mal reingucken können.“ Und das bedeutet im Umkehrschluss: Obwohl hier bei der Zulassungsstelle verschiedene Leute die Dokumente durchschauen und dafür in die Hand nehmen, wird natürlich weder der Sachbearbeiter noch die Zulassungsstelle für den Moment Besitzer geschweige denn Eigentümer der Papiere beziehungsweise des Fahrzeugs.

Grünes Auto auf Fahrzeugschein

Der Fahrzeughalter ist für sein Auto verantwortlich.

Inzwischen hat die Sachbearbeiterin den Fahrzeugbrief in den Drucker gelegt, der ihn kurz darauf wieder ausspuckt. Das grün-weiße Dokument trägt nun als zweiten Eintrag meinen Namen. „So“, sagt die Frau vom Amt und zeigt mit der Spitze ihres Kugelschreibers auf das entsprechende Feld in der Urkunde. „Nun sind Sie der ‚Halter‘. Das muss nicht gleichbedeutend sein mit ,Eigentümer‘. Aber als Halter sind Sie für die Behörden ab jetzt verantwortlich für alles, was mit dem Auto zu tun hat.“

Verantwortlichkeit. Darum also geht es: Für die Ämter ist wichtig, an wen sie die Strafzettel schicken können und wer die Steuer bezahlt. Nicht, ob mir das Auto wirklich gehört.

Der Fahrzeugschein ist der Ausweis des Autos.

Auch einen Fahrzeugschein – genauer gesagt die Zulassungsbescheinigung Teil I – stellt die Dame auf mich aus. Bei jedem Halterwechsel gibt es den Schein übrigens neu, während in den Fahrzeugbrief früher mehrere und heute maximal zwei Halter eingetragen werden.

Und wie ich erfahre, hat der Schein ebenso wenig mit Besitz oder Eigentum zu tun, sondern ist so etwas wie der Ausweis des Autos, der alle wesentlichen Merkmale enthält. So können bei einer Verkehrskontrolle oder Hauptuntersuchung alle Fahrzeugdaten auf einen Blick entnommen werden – zum Beispiel die Identifizierungsnummer, Leistungsangaben, erlaubte Rädergrößen und gegebenenfalls Informationen über genehmigtes Zubehör. Im Gegensatz zum Brief muss der Fahrzeugschein bei der Fahrt deshalb immer mitgeführt werden. Den Fahrzeugbrief bewahren Sie an einem sicheren Ort außerhalb des Wagens auf.

Fahrzeugbrief. Gut aufbewahren.

Wir sind fertig. Kaum zwanzig Minuten, nachdem ich an der Reihe war, ist mein Auto vollständig umgemeldet. Ich nehme meine Unterlagen, die Feinstaubplakette, die neu gestempelten Kennzeichen, den Fahrzeugbrief und den Fahrzeugschein vom Tisch und verabschiede mich von der Sachbearbeiterin.

Auf dem Parkplatz klemme ich die Nummernschilder ans Auto, klebe die grüne Plakette innen unten rechts an die Frontscheibe, lasse mich auf den Fahrersitz sinken und stecke den Fahrzeugschein ins Handschuhfach. Als ich losfahre, liegt der Fahrzeugbrief auf dem Beifahrersitz. „Ab mit dir an einen sicheren Platz!“, denke ich. Dann brause ich wieder die Straße entlang, diesmal ins Wochenende: Mein Auto und ich treffen die Kinder und wappnen uns schon mal für Kekskrümel auf den Sitzen und Fingerabdrücke an den Scheiben. 😉

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