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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 02.10.2019
  • 4 Minuten

Die Kfz-Haftpflicht und der Unterschied zwischen Vollkasko- und Teilkaskoversicherung.

Nur einen Moment unaufmerksam gewesen und – krach – schon ist es passiert. Auffahrunfall. Das ist ärgerlich, kann aber jedem mal passieren und ist mit dem richtigen Versicherungsschutz nur halb so schlimm. Aber was ist die richtige Kfz-Versicherung für Sie? Wir verraten Ihnen, was die verschiedenen Kfz-Versicherungen ausmacht.

Frau ärgert sich über Kratzer im Auto

Die Pflicht: Kfz-Haftpflichtversicherung.

Für Schäden an anderen Fahrzeugen und Insassen kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auf. Dabei handelt es sich – wie der Name schon sagt – um eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung. Der genaue Versicherungsumfang unterscheidet sich geringfügig von Anbieter zu Anbieter. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sind in der Regel aber folgende Leistungen abgedeckt:

  1. Kosten durch Schäden an fremden Fahrzeugen:
    Zum Beispiel Abschleppkosten, Gutachterkosten, Reparaturkosten, Nutzungsausfall, Mietwagenkosten, Wertminderung, Wiederbeschaffungswert bei Totalschaden, An- und Abmeldekosten, Anwaltskosten
  2. Kosten durch weitere Schäden:
    Zum Beispiel Schäden an Gebäuden oder Verkehrseinrichtungen
  3. Kosten durch Personenschäden:
    Zum Beispiel Behandlungskosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Rente, Beerdigungskosten, Hinterbliebenengeld

Bis zu welcher Summe die Versicherung mindestens zahlen muss, ist ebenfalls gesetzlich geregelt. Die so genannte Mindestversicherungssumme ist im Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter festgehalten und beträgt für Personenschäden 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden 1.220.000 Euro und für reine Vermögensschäden 50.000 Euro. In der Regel bieten die Versicherungen allerdings höhere Deckungssummen an.

Die Kür: Teilkasko- und Vollkasko-Versicherung.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist also unter anderem für Schäden an fremden Fahrzeugen zuständig. Aber natürlich können auch Schäden am eigenen Fahrzeug entstehen – und dafür muss man nicht einmal in einen Unfall verwickelt sein: Glasbruch, Brand, Beschädigungen durch Sturm Hagel oder Blitz, Marderschäden, Zusammenstöße mit Wildtieren oder auch Diebstahl. Nur einige Beispiele für nicht selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug. In diesen Fällen springt eine Teilkasko-Versicherung ein, die Sie freiwillig abschließen können.

Weil die Teilkasko-Versicherung freiwillig und dementsprechend nicht durch den Gesetzgeber geregelt ist, unterscheiden sich Versicherungsumfang und Deckungssummen der verschiedenen Versicherungsanbieter stärker voneinander als bei der Kfz-Haftpflicht. So übernehmen manche Versicherungen zum Beispiel Folgeschäden durch Marderbisse und manche nicht. Andere versichern neben Zusammenstößen mit Haarwild auch Unfälle mit Kühen, Hunden, Katzen und anderen Tieren. Prüfen Sie die Versicherungsangebote darauf, dass die Leistungen zu Ihrem Wohnort und Ihren persönlichen Bedürfnissen passen. Diese erweiterte Wildschadenklausel ist besonders für Leute, die auf dem Land leben, sinnvoll.

Während die Teilkaskoversicherung für Schäden am Fahrzeug durch höhere Gewalt, Tiere oder auch Diebstahl aufkommt, übernimmt eine Vollkasko-Versicherung neben den Leistungen aus der Teilkasko auch selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto. Wenn bei dem Unfall aus unserem Beispiel vom Anfang also nicht nur das fremde Fahrzeug, sondern auch das Auto des Unfallverursachers in Mitleidenschaft gezogen wurde, übernimmt den Schaden die Vollkasko-Versicherung. Aber eben nur, wenn der Fahrer die freiwillige Vollkasko-Versicherung auch abgeschlossen hat. Hat ein Fahrzeug Vollkaskoschutz, kommt die Versicherung je nach Anbieter für selbstverschuldete und diverse weitere Schäden am eigenen Fahrzeug auf.

Tabelle Charakteristika Kfz-Versicherung

Wann lohnt sich Vollkasko und wann genügt Teilkasko?

Wer sein eigenes Fahrzeug zusätzlich zur Kfz-Haftpflichtversicherung mit einer Kaskoversicherung absichern möchte, steht vor der Frage: Teilkasko oder Vollkasko?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise vom Alter des Wagens oder der Finanzierungsart. Wenn Sie ein Auto beispielsweise leasen oder finanzieren, werden Sie vom Leasing- oder Kreditgeber in der Regel verpflichtet, eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen. Und auch wenn Sie nicht verpflichtet werden, kann sich eine Vollkasko lohnen: Haben Sie mit Ihrem frisch finanzierten Auto einen selbstverschuldeten Unfall mit Totalschaden, kommt die Vollkaskoversicherung je nach Alter des Autos für den Fahrzeugneu- oder -zeitwert auf, sodass Sie die Restsumme der Finanzierung in der Regel zumindest teilweise tilgen können. Genießen Sie keinen Vollkaskoschutz, müssten Sie in diesem Fall ein Auto weiter abbezahlen, das bereits verschrottet wurde.

Unabhängig von Leasing und Finanzierung lohnt sich die Vollkaskoversicherung besonders für Neuwagen. Denn viele Versicherungen bieten bei Totalschaden während der ersten 6 beziehungsweise 12 Monate nach dem Kauf eine Kaufpreisentschädigung an und zahlen Ihnen den Kaufpreis des Autos aus. Später zahlt die Vollkaskoversicherung den Wiederbeschaffungswert – also die Kosten für einen gleichwertigen Ersatz. Und das kann bei neueren Autos immer noch eine beträchtliche Summe sein.

Grundsätzlich ist eine Vollkasko-Versicherung also sinnvoll, solange der Zeitwert des Fahrzeugs – und damit die im Schadenfall erstattete Summe – die Versicherungsprämie rechtfertigt. Diese richtet sich unter anderem nach Typ- und Regionalklasse Ihres Fahrzeuges. Wird Ihr Automodell zum Beispiel häufig gestohlen? Oder kommt es in Ihrer Region vermehrt zu Hagelschäden?

Da die Vollkaskoversicherung neben den Leistungen der Teilkasko auch selbstverschuldete Unfälle absichert, hängt Ihre Versicherungsprämie aber auch von der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ab. Abhängig von der SF-Klasse bekommen Sie auf die Versicherungsprämie einen Schadenfreiheitsrabatt. Je länger Sie unfallfrei unterwegs waren, desto höher der Rabatt. So kann sich die Vollkasko auch noch lohnen, wenn Sie bereits ein etwas älteres Auto fahren.

Wenn die Beiträge für die Vollkasko-Versicherung aber trotz Schadenfreiheitsrabatt nicht mehr in einem akzeptablen Verhältnis zum Fahrzeugwert stehen, ist es sinnvoll, in eine Teilkaskoversicherung zu wechseln. Hier gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt – schließlich werden nur Schäden versichert, auf die Sie keinen Einfluss haben. Die Höhe des Versicherungsbeitrags richtet sich also nur nach Faktoren wie Typ- und Regionalklasse.

Und ab wann kommt man ganz ohne Kaskoversicherung aus? In der Regel nur, wenn Ihr Fahrzeug nur noch einen sehr geringen Wert hat. Denn bei einem Teilkasko-Schaden erstattet Ihnen die Versicherung entweder die Reparaturkosten oder den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Autoteils. Sie zahlt also für den aktuellen Wert des Teils zum Zeitpunkt der Beschädigung und kommt nicht für den Preis eines neuen Autoteils auf. Deshalb und weil die Wahrscheinlichkeit eines Autodiebstahls mit steigendem Fahrzeugalter sinkt, nimmt der Nutzen des Teilkasko bei alten Autos ab.

Blick aufs Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fahrzeugalter und -wert, Typklasse und Regionalklasse sowie die Höhe des Schadenfreiheitsrabatts: Ob sich eine Vollkasko gegenüber einer Teilkasko lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählt letztendlich auch das individuelle Angebot. So kann der Versicherungsbeitrag für die Vollkaskoversicherung bei einem Anbieter ähnlich gering sein wie ein Teilkasko-Angebot bei einem anderen Versicherer. In diesem Fall können Sie zum gleichen Preis vom größeren Leistungsumfang einer Vollkasko profitieren.

Vergleichen Sie deshalb Angebote verschiedener Versicherer und wählen Sie denjenigen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für Ihre Bedürfnisse. Dann sind die Kosten für die gelegentliche Beule versichert und Sie können entspannt weiterfahren.

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