Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 28.05.2020
  • 6 Minuten

Der Akku – das Herz des E-Bikes.

Der Akku ist gewissermaßen das Herz des E-Bikes und Pedelecs: Er pumpt ein lebenswichtiges Elixier durch die Venen des Fahrradkörpers – oder anders gesagt: Der Akku versorgt die Fahrradorgane mit Strom. So kann der Motor den Fahrradfahrer kraftvoll beim Treten unterstützen oder den Antrieb – je nach Fahrradtyp – komplett übernehmen. Weil der Akku für das E-Bike so wichtig ist, möchte er gut und pfleglich behandelt werden, damit er möglichst lange gesund und fit bleibt. Was Sie über Ihren E-Bike-Akku wissen müssen und was Sie tun können, um seine Gesundheit möglichst lange zu erhalten, lesen Sie hier.

Illustration Akku ist das Herzstück des E-Bikes

Akku-Arten: Nur eine ist wirklich fit.

An sich gibt es verschiedene Arten von Akkus: Blei-, Nickel-Mangan- und Nickel-Cadmium-Akkus sowie Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus. Dabei bestehen Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus aus den gleichen Zellen und unterscheiden sich nur in ihrer Bauform.

Heutzutage wird laut ADFC meist der Lithium-Ionen-Akku oder sein Polymer-Bruder im E-Bike und Pedelec verbaut, weil er die beste Leistung bei vergleichsweise geringem Gewicht erbringt. Die anderen Akku-Arten haben das Wettrennen um den Platz in modernen E-Bikes und Pedelecs wegen ihres höheren Gewichts und ihrer geringeren Energiespeicherkapazität verloren.

Lebenszeit und lebensverlängernde Maßnahmen.

Das Herz Ihres E-Bikes oder Pedelecs hat – genau wie ein echtes Herz – von Natur aus eine begrenzte Lebenszeit. Bei den meisten E-Bike-Akkus gibt der Hersteller eine ungefähre Lebenszeit in Ladezyklen und / oder Jahren an. Also steht auf dem Akku zum Beispiel „500 bis 1000 Ladezyklen / 3 Jahre“. Ein Ladezyklus meint dabei, dass Sie den leeren Akku einmal auf 100 % aufladen. Laden Sie den leeren Akku auf 50 % auf, entspricht das einem halben Ladezyklus. Die Herstellerangaben sind allerdings nicht allzu verlässlich, da das Akkuleben auch stark von dessen Lebensstil abhängt – also von Ihrem Umgang mit dem Akku.

Bei der Angabe, wie viele Jahre der Akku wohl halten wird, kommt es beispielsweise stark auf die Nutzungsintensität des Akkus an: Benutzen Sie das E-Bike oder Pedelec relativ viel und laden dementsprechend den Akku öfter auf, kann es sein, dass die verfügbaren Ladezyklen schon vor Ablauf der angegebenen Haltbarkeit in Jahren „verbraucht“ sind. Dann bräuchten Sie auch schon vor Ablauf der angegebenen Zeitspanne einen neuen Akku. Laden Sie den Akku dagegen seltener auf, kann er zeitlich gesehen auch mal etwas länger leben, als die Herstellerangabe es prophezeit. Trotzdem hält ein E-Bike-Akku aber nicht beliebig viele Jahre länger als angegeben, wenn man einfach an Ladezyklen spart. Denn die Lebensdauer des Akkus hängt auch noch von anderen Faktoren wie dem richtigen Ladevorgang und der richtigen Lagerung ab. Hier sind einige Tipps, mit denen Sie das Leben Ihres E-Bike-Akkus verlängern können:

  1. Ladezustand im Mittelfeld halten: Wenn Sie das E-Bike oder Pedelec inklusive Akku grad nicht benutzen, achten Sie darauf, dass der Akku einen Ladestand zwischen 30 und 70 % hat – das schont die Akkuzellen.
  2. Tiefentladung vermeiden: Lassen Sie den Akku nie komplett leer werden, sonst können die Zellen leicht Schaden nehmen. Auch wenn Sie ihn längere Zeit nicht benutzen, kontrollieren Sie regelmäßig den Akkustand und laden ihn bei Bedarf auf.
  3. Nicht zu lange am Ladegerät lassen: Ist der Akku voll aufgeladen, entfernen Sie möglichst bald das Ladegerät. Die Zellen sind zwar in der Regel gegen Überladung geschützt, aber wenn dieser Schutz mal unbemerkt ausfällt, kann eine Überladung den Akku beschädigen.
  4. Original-Ladegerät verwenden: Die meisten Hersteller empfehlen, den E-Bike-Akku mit dem Original-Ladegerät aufzuladen, um mögliche Schäden durch inkompatible Netzteile zu vermeiden.
  5. Wohlfühltemperatur beachten: Ein E-Bike-Akku ist kälteempfindlich und mag auch keine zu große Hitze. Hinsichtlich seiner Wohlfühltemperatur findet man sehr unterschiedliche Angaben – das Umweltbundesamt beispielsweise gibt hier 10 bis 25 °C an. Deshalb sollten Sie ihn im Winter wie im Sommer bei moderaten Temperaturen lagern: im Sommer möglichst nicht in der prallen Sonne und auch nicht im Auto, im Winter möglichst drinnen bei Zimmertemperatur. Bei einer E-Radtour im Hochsommer können Sie den Akku kaum vor hohen Temperaturen schützen – im Winter dagegen kann der Akku zum Schutz vor der Kälte beispielsweise einen “wärmenden Mantel tragen“. Lassen Sie den Akku nach einer winterlichen Fahrt auch erst wieder etwas aufwärmen, bevor er ans Ladegerät kommt.
  6. Schonend reinigen: Schützen Sie den Akku vor zu viel Nässe, indem Sie ihn mit einem feuchten Tuch vorsichtig reinigen, statt ihn beispielsweise mit dem Gartenschlauch mit abzuspritzen, während Sie das E-Bike waschen.
Stromtankstelle E-Bikes

Ladezeiten: Wie viel Regeneration braucht ein Akku?

Wie lange Ihr Akku braucht, um seine volle Energie zurückzugewinnen, also um voll aufzuladen, hängt von seiner Größe beziehungsweise Kapazität und vom Ladegerät ab. So benötigt ein Akku mit 500 Wattstunden (Wh) mehr Zeit, um seine volle Power über das Ladegerät zu beziehen als ein kleinerer Akku mit beispielsweise 200 Wh. Zum Aufladen gibt es neben den klassischen Ladegeräten auch noch Schnellladegeräte, wie man sie vom Smartphone kennt. Die Wahl des Ladegeräts kann also auch die Dauer des Ladevorgangs beeinflussen.

Grundsätzlich gilt: Um den Akku voll aufzuladen, müssen Sie mit ein paar Stunden Ladezeit rechnen. Die genaue Ladezeit finden Sie am besten heraus, wenn Sie beim Laden Ihres E-Bike-Akkus einige Male die Uhr im Blick behalten.

Reichweite: Wie lang hält der Akku durch?

Ist der Akku topfit, also voll aufgeladen und bei guter Betriebstemperatur (Zimmertemperatur), kann die Ausfahrt mit dem E-Bike oder Pedelec beginnen. Damit die Motorunterstützung bei Bedarf auch die ganze Tour durchhält, ist es gut, die durchschnittliche Reichweite seines Akkus zu kennen. Auch bei der Reichweite kommt es auf die Größe des Akkus an – klar, je mehr Energie er speichern kann, desto mehr kann er dann auch wieder freigeben. Meist geben Akkuhersteller maximale Reichweiten pro Akkuladung an. So hat zum Beispiel das Cargo e-Bike von Volkswagen laut Hersteller eine maximale Reichweite von 100 Kilometern bei einer Batteriekapazität von 500 Wh.

Allerdings gelten die Herstellerangaben oft für Idealbedingungen, die man selbst unterwegs kaum vorfindet: Faktoren wie Gegenwind, Bergauf-Abschnitte, Beladung und unterschiedliche Temperaturen beeinflussen die Akku-Reichweite. Zudem haben E-Bikes und Pedelecs in der Regel mehrere Unterstützungsstufen, die Sie je nach Bedarf auswählen: Geht es bergauf oder haben Sie starken Gegenwind, wählen Sie vielleicht eine stärkere Motorunterstützung als wenn es bei Windstille geradeaus oder bergab geht. Je höher die Unterstützungsstufe, desto höher der Energieverbrauch und desto geringer die Reichweite einer Akkuladung. Und auch die Umgebungstemperatur nimmt ihren Einfluss auf die Reichweite: Ist es draußen winterlich kalt, kann der Akku seine Leistung weniger gut abrufen beziehungsweise entfalten als bei milderen Temperaturen.

Was die Reichweite einer Akkuladung also maßgeblich beeinflusst: Akkugröße, Profil der Fahrtstrecke, Stärke der Motorunterstützung und Umgebungstemperatur. Dementsprechend ist es gar nicht so einfach, eine genaue Reichweite pro Akkuladung anzugeben. Am besten lernen Sie das Potenzial Ihres E-Bike-Akkus selber kennen, indem Sie mit voller Akkuladung verschiedene Strecken fahren – sicherlich bekommen Sie dann bald ein Gefühl dafür, was Sie Ihrem Akku zutrauen können. Bei vielen Modellen wird auch eine ungefähre Reichweite auf dem Display angegeben, die der Akku mit der aktuellen Unterstützungsstufe noch schafft. Außerdem gibt es einige Tipps, mit denen Sie die Reichweite des Akkus positiv beeinflussen können:

  1. Möglichst gleichmäßig fahren: Treten Sie möglichst gleichmäßig in die Pedale und vermeiden Sie nach Möglichkeit häufiges Bremsen und Beschleunigen, damit sich der Motor nicht ständig anpassen muss. Auch ein gleichmäßiger Untergrund wie ein geteerter Fahrradweg fordert den Akku weniger als beispielsweise ein unebener Schotterweg.
  2. Gangschaltung nutzen: Wenn Sie immer in hohen Gängen fahren, muss auch der Motor mehr arbeiten, was wiederum den Akku mehr fordert. Wenn Sie beispielsweise beim Anfahren auch die niedrigen Gänge benutzen, hält der Akku länger.
  3. Unterstützungsstufe anpassen: Stellen Sie die Motorunterstützung immer auf die individuellen Fahrverhältnisse ein – geht es bergab, lohnt es sich zugunsten der Gesamtreichweite, die Unterstützung runterzudrehen oder auch mal ein Stück ganz ohne Unterstützung zu fahren.
  4. Fahrradpflege: Pflegen Sie die Antriebskomponenten am E-Bike und Pedelec – wenn Fahrradkette, Tretlager und Co. sauber sind und leichtgängig laufen, werden Motor und Akku weniger beansprucht. Auch der richtige Reifendruck kann sich in Sachen Reichweite auszahlen. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig, ob genug Luft auf den E-Bike-Reifen ist.

Ladestationen: Dem Akku unterwegs neue Power geben.

Auf längeren Touren kann der Akku zwischendurch schon mal müde werden, auch wenn er voller Energie gestartet ist. Dann hilft es, dem Akku – und vielleicht auch gleich sich selbst – eine Pause zu gönnen und ihn mit neuer Energie zu versorgen. Es ist also bei längeren Touren empfehlenswert, das Akkuladegerät mitzunehmen. Am besten planen Sie Ihre Route vorher genau und fragen in Lokalitäten entlang der Strecke im Vorfeld nach, ob das Aufladen dort möglich wäre. Und achten Sie im Zweifel auch auf die Öffnungszeiten! Denn zum einen werden sich die Steckdosen in der Regel im Gebäude befinden. Und zum anderen ist es ja auch netter, wenn Sie, während der Akku seine regenerative Ruhepause hat, entspannt einen Kaffee genießen oder sich einen kleinen Snack gönnen können.

Darüber hinaus gibt es vielerorts auch „offizielle“ E-Bike-Ladestationen, die in der Regel rund um die Uhr zugänglich sind. Das sind zum Beispiel Fahrradständer oder Ladesäulen mit integrierten Steckdosen. Hier können Sie Ihr E-Rad abstellen, Ihr Ladegerät einstöpseln und den Akku laden lassen. Bei einigen E-Bikes oder Pedelecs können oder müssen Sie den Akku zum Laden auch entnehmen. Dafür gibt es mancherorts Schließfächer, in denen sich Steckdosen zum Laden des Akkus befinden.

Und ein kleiner Tipp zum Schluss: Denken Sie neben dem Ladegerät auch daran, stets Ihr Fahrradschloss im Gepäck zu haben. Damit ist Ihr E-Bike oder Pedelec gesichert, wenn Sie es beim Aufladen mal unbeaufsichtigt lassen.

Mit voller Power durchstarten.

Mit dem nötigen Wissen über Handhabung, Pflege und Lademöglichkeiten des Akkus sind Sie bestens gerüstet für zukünftige Abenteuer mit dem E-Bike. Bisher fehlt Ihnen aber noch ein elektrischer Drahtesel im Stall? Na dann gehen Sie doch gleich mal auf die Suche nach etwas Passendem. Bei der Finanzierung kann Ihnen vielleicht ein Ratenkredit helfen. Vielleicht haben Sie aber auch Lust aufs Selbermachen und rüsten Ihr altes Fahrrad zu einem E-Bike oder Pedelec um. Tipps dazu finden Sie hier.

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