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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 11.10.2018
  • 3 Minuten

Existenz aufbauen nach Feierabend: Der Weg zur nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Sich aus einer festen Anstellung direkt in die Selbstständigkeit zu wagen, ist Ihnen zu riskant? Oder Sie wissen einfach noch nicht, ob sich Ihre Idee am Markt durchsetzen wird? Trotzdem wollen Sie sich gerne selbstständig machen? Die nebenberufliche Selbstständigkeit ist ein Mittelweg zwischen fest und frei. So arbeiten Sie sich sukzessive an die Existenzgründung heran, ohne gleich alle Sicherheiten über Bord zu werfen. Wie das geht und was Sie beachten müssen, erfahren Sie hier.

Nebenberufliche Selbstständigkeit: Zwischen fester und freier Tätigkeit

Ein klares „Jein“ zur Selbstständigkeit: Viele Menschen wählen den Mittelweg.

Laut KfW-Gründungsmonitor 2018 finden mittlerweile mehr als die Hälfte aller Gründungen nebenberuflich statt – Tendenz steigend. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass immer weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus – und damit oft aus Mangel an Alternativen – gründen. Insgesamt ist laut KfW-Bericht die Anzahl der Existenzgründungen in Deutschland 2017 um 17 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und damit auf einen Tiefstwert gesunken.

Weder … noch …: Warum nebenberuflich selbstständig sein?

Die Gründe für ein Nebengewerbe neben der Festanstellung sind vielfältig. Für manche ist es die Sicherheit, für andere die Abwechslung – und manchmal muss sich ein Produkt eben auch erstmal am Markt etablieren.

Alice Düwel ist 20 Stunden im Monat festangestellte Dozentin und arbeitet den Rest der Zeit nebenberuflich als Journalistin. Jahrelang hat sie komplett freiberuflich gearbeitet. Düwel sieht einen entscheidenden Vorteil in der Kombination aus Freiberuflichkeit und Festanstellung: Auf die Einkünfte aus Ihrer Selbstständigkeit muss sie durch die Festanstellung nur noch die Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Der Rest der Sozialversicherungsbeiträge (z.B. Kranken- und Pflegeversicherung) ist durch das Angestelltenverhältnis abgegolten.

Frau macht Yoga und balanciert die Aufgaben der Selbstständigkeit

Düwels Ehemann Klaus Helmerichs ist komplett selbstständig. Mittlerweile. Zuvor war er jahrelang Angestellter und hat dann für eine Übergangszeit den Mittelweg gewählt. Während er noch im festen Arbeitsverhältnis war, entwickelte der Hobby-Astrofotograf ein Verfahren, mit dem man die für seine Freizeitbeschäftigung notwendigen Carbon-Tuben aus einem Guss herstellen kann. Das sei für die Szene eine große Bereicherung gewesen. Die vorherigen Tuben waren schwer zu bekommen und hatten meist eine schlechte Qualität. So gab es beispielsweise eine Naht, die zum einen Sollbruchstelle war und zum anderen ein optisches Manko darstellte.

Zunächst war es aber gar nicht so einfach, dieses Nischenprodukt an den Markt zu bringen. Doch nachdem er einen Händler gewinnen konnte, kamen nach und nach mehr dazu. So wuchs der Nebenerwerb und Helmerichs konnte sukzessive seine Arbeitszeit in der hauptberuflichen Tätigkeit reduzieren – bis er schließlich komplett seinen Lebensunterhalt aus dem nebenberuflichen Einkommen bestreiten konnte.

Junger Mann sitzt auf dem Sofa und informiert sich am Laptop über nebenberufliche Selbstständigkeit

Genehmigungen, Steuern, Versicherungen: Formalitäten bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Denken Sie daran, dass Sie auch in der nebenberuflichen Freiberuflichkeit gewisse Formalia einhalten müssen. So müssen Sie in der Regel ein Nebengewerbe anmelden. Dies erledigen Sie beim Gewerbeamt. Dann fällt eine Gewerbesteuer an. Anders ist das bei Freiberufler: Diese leisten so wie Alice Düwel im Wesentlichen geistig-schöpferische Arbeit. Sie sind damit keine Gewerbetreibenden und müssen dementsprechend auch kein Gewerbe anmelden. Dadurch entfällt die Gewerbesteuer.

Wo Sie sich ansonsten noch hinwenden müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum Beispiel vom Umfang Ihrer nebenberuflichen Tätigkeit und Ihrer Einnahmen, aber auch von der Rechtsform Ihres Unternehmens.

Zudem müssen Sie sich auch bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit um Versicherungen kümmern, um sich beispielsweise vor hohen Kosten aufgrund von Schäden an Geräten oder Arbeitsmaterialien zu schützen. Darüber hinaus sollten Sie sich über Krankenversicherung und Altersvorsorge informieren. Mehr zu all diesen Punkten erfahren Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Muss der Arbeitgeber über die nebenberufliche Selbstständigkeit informiert werden?

An sich spricht auch aus Arbeitgebersicht nichts dagegen, dass Sie neben Ihrer Festanstellung freiberuflich tätig sind. Dennoch müssen Sie ein paar Dinge beachten: Sie dürfen beispielsweise nicht mit Ihrem Arbeitgeber in Konkurrenz treten oder Ihre eigentlichen Aufgaben durch die Nebentätigkeit vernachlässigen. Im Öffentlichen Dienst müssen Sie daher jede nebenberufliche Tätigkeit offiziell anmelden. Doch auch die meisten anderen Arbeitgeber verlangen eine entsprechende Meldung. Schauen Sie mal in Ihren Arbeitsvertrag, ob dort eine Regelung vorhanden ist.

In jedem Fall gilt: Sprechen Sie offen und ehrlich mit Ihrem Arbeitgeber. Das fördert ein gutes Arbeitsklima und verhindert Missverständnisse auf beiden Seiten.

Frei, fest, frei, fest …: Mit sicherem Schritt auf dem Mittelweg unterwegs.

Wenn es dann so weit ist und Sie sich für die nebenberufliche Selbstständigkeit entschieden haben, ist es ratsam, sich auch über Fördermöglichkeiten zu informieren. Ansonsten bleibt uns nur zu sagen: Egal, ob Sie dauerhaft auf dem Mittelweg durch das Arbeitsleben gehen wollen oder er nur eine Zwischenlösung ist: Wir wünschen viel Erfolg!

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