Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 29.04.2022
  • 7 Minuten

Haus oder Wohnung kaufen? Entscheiden Sie sich für eine Immobilie, die zu Ihnen passt.

Sie sind an einem Punkt in Ihrem Leben, an dem Sie nicht mehr Miete zahlen, sondern lieber in etwas Eigenes investieren wollen? Was soll es denn sein? Ein eigener Garten, viel Privatsphäre und eine ruhige Nachbarschaft oder lieber Citynähe, eine nette Hausgemeinschaft und vielfältige Freizeitangebote? Vorteile, die ein Haus und eine Wohnung jeweils mit sich bringen können – aber nicht müssen. So gibt es genauso Häuser ohne Garten wie Wohnungen am Stadtrand. Ob Sie sich lieber ein Haus oder eine Wohnung kaufen sollten, ist wohl nicht so pauschal zu beantworten. Und doch lassen sich neben dem Preis einige Faktoren festhalten, die Ihre Entscheidung vereinfachen können:

Illustration Haus oder Wohnung kaufen

Was spricht für einen Haus- oder Wohnungskauf?

Dass ein Haus im Schnitt teurer ist als eine Wohnung, würde wohl jeder so unterschreiben. Dafür bietet es mehr Platz. Bei einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hingegen kann man als Besitzer Sanierungs- und Renovierungskosten, die die Miteigentümer auch betreffen, auf mehrere Köpfe verteilen. In diesem Fall müssten Sie ein neues Dach oder eine modernere Heizungsanlage in der Regel nicht alleine finanzieren.

Einen wirklichen Vergleich auf der reinen Preisebene kann man aber nur ziehen, wenn auch die Rahmenbedingungen vergleichbar sind. So ist eine Penthouse-Wohnung im Herzen Hamburgs sicherlich deutlich teurer als ein Bauernhaus auf dem Land.

Grundsätzlich gilt: Ob Wohnung oder Haus – beides hat seine Vor- und Nachteile. Die Entscheidung für das eine oder das andere hängt davon ab, was Sie für ein Typ Mensch sind und welche Erwartungen Sie mitbringen.

Um Ihnen noch ein paar Anregungen zu geben, haben wir mit einem Wohnungseigentümer und mit einer Hauseigentümerin gesprochen. Dabei fragten wir die beiden vor allem nach ihren Beweggründen, die jeweilige Immobilie zu kaufen, und wollten wissen, wie es ihnen im neuen Heim ergeht.

Familie Faupel

Die Faupels 2019 in ihrer Wohnung; Fotograf: Tobi Weiß

Vierköpfige Familie kauft Wohnung am Jadebusen.

Stefan Faupel ist Schauspieler in Wilhelmshaven und hat dort Ende 2019 mit seiner Frau eine Altbauwohnung für seine damals vierköpfige Familie gekauft. Zuvor haben die Faupels in Berlin gewohnt und auch dort schon über Eigentum nachgedacht, aber „die Immobilienpreise in Berlin sind im Gegensatz zu den Wilhelmshavener Preisen derzeit einfach absurd hoch“, erklärt der 44-Jährige und erzählt sogleich eine Anekdote: So kontaktierte er einmal einen Makler für eine Immobilie, die erst seit drei Stunden annonciert war. Der Makler sagte nur Folgendes: „Sehen Sie, ich hatte in der kurzen Zeit 400 Bewerber, von denen ich 70 eingeladen habe. Wenn die alle das Haus nicht wollen, dann rufe ich sie gerne zurück.“

Damit waren die Immobilienpläne erst mal auf Eis gelegt. Im Sommer 2018 ging es dann nach Wilhelmshaven, wo die Faupels zunächst eine Wohnung mieteten, die mittlerweile – und das konnte damals natürlich noch niemand voraussehen – ihre Eigentumswohnung ist. Das „Probewohnen“ hat der Familie für den späteren Kauf natürlich einen gehörigen „Heimvorteil“ verschafft: Sie hatte die Wohnung schon ausgiebig auf Herz und Nieren geprüft und war von ihr überzeugt. Diese Überzeugung war auch einer der Hauptgründe, warum es die Faupels selbst waren, die den Eigentümer der Wohnung davon überzeugten, an sie zu verkaufen. Aber was war der Impuls zum Kauf?

Stefan Faupel hatte kurz vor dem Kauf seinen Vertrag beim Theater in Wilhelmshaven bis 2023 verlängert und wusste somit, dass er noch ein Weilchen in der Stadt am Jadebusen bleiben würde. „2023 ist auch das Jahr, in dem unsere große Tochter eingeschult wird und wir ohnehin entscheiden müssen, ob wir noch länger hierbleiben. Ich habe in meinem Leben bestimmt schon in zwölf verschiedenen Städten gewohnt. Wenn man als Schauspieler arbeitet, dann sind solche Wechsel normal, denn man wird meistens nur befristet eingestellt.“ Mit der Vertragsverlängerung war für die Faupels also ein Zeitpunkt mit einer für sie verhältnismäßig großen Planungssicherheit gekommen. Und damit war es für die Familie ein guter Moment für den Immobilienkauf.

Zudem hatte Stefan Faupel ein wenig Geld zurückgelegt, das er nach eigenen Angaben über kurz oder lang für unwichtige Sachen ausgegeben hätte. Das wollte er vermeiden und das Ersparte lieber sinnvoll investieren. Also steckte er einen Teil des Geldes als Anzahlung in eine Baufinanzierung und legte den Rest für Renovierungsarbeiten zurück.

Und so wurde die gemietete Traumwohnung schnell zur eigenen. Stefan Faupel nennt es einen Glücksgriff. „Ich kann natürlich nicht ernsthaft den Rat aussprechen, dass man in einer Wohnung erst mal gewohnt haben sollte, bevor man sie kauft – aber für uns hat das super funktioniert“, fasst der Schauspieler zusammen. Wäre es anders gewesen, hätte er zur Bewertung der Wohnung wohl sicherheitshalber einen Sachverständigen zurate gezogen. So reichte es dem 44-Jährigen, Fotos und Kaufpreis einem Immobilienexperten vorzulegen, der ohne zu zögern bestätigte, dass die Wohnung ihr Geld wert ist.

Mit 140 Quadratmetern und einem riesigen Balkon bot die nah am Wasser gelegene Wohnung mehr Platz als so manches Einfamilienhaus. Und auch die Eigentümergemeinschaft brachte ihre Vorzüge mit sich, erklärt Stefan Faupel. Zwar musste man vieles absprechen und manchmal Kompromisse machen, aber man habe Arbeiten und Kosten zum Beispiel für Reparaturen am Haus auch auf mehrere Schultern verteilen können. Die soziale Komponente der direkten Nachbarschaft sei generell nicht zu verachten gewesen: „Ich mag es, in Wohnungen zu wohnen und zu hören, dass da auch noch andere Menschen um mich herum sind – solange es keine Elefantenherde ist“, schmunzelt der 44-Jährige.

Es war für die Faupels also ganz offensichtlich die richtige Entscheidung, ihre Wohnung zu kaufen. Ein Glücksgriff eben. Der Schauspieler beschreibt es gerne, wie eine Liebe auf den ersten Blick: „Dass die Wohnung zu uns passt, war schon klar, bevor wir sie gemietet haben. Wir sind da rein und wussten auf den ersten Blick: ‚Das ist sie!‘“ Und so wie beim Verlieben auch, entwickelt sich die Beziehung der Partner mit der Zeit – wird intensiver, emotionaler. So musste auch Stefan Faupel feststellen, dass sich sein Verhältnis zu der Wohnung nach dem Kauf änderte. Und das sei etwas Gutes gewesen.


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Nach dem Kauf fielen den frischgebackenen Besitzern dann noch ein paar Mängel ins Auge, die bis dahin keine Rolle gespielt hatten. Und das nicht etwa, weil sie zuvor unaufmerksam geguckt hätten, sondern einfach, weil sich die Einstellung geändert hatte: „Auf einmal machte es Spaß, in die Wohnung zu investieren. Ich habe sofort neue Türklinken und Lichtschalter angeschafft und mich total darüber gefreut!“, lacht er. „Das macht man nicht, wenn man zur Miete wohnt. Nach dem Kauf hatte ich aber das Gefühl, dass das ausgegebene Geld nicht weg ist, sondern gut investiert. Es ist so, als ob ich jeden Euro, den ich investiere, perspektivisch wiederbekomme. Das stimmt zwar nicht ganz, aber es fühlt sich so an.“

Irgendwann bekamen die Faupels auch das Baukindergeld von der KfW und nutzten es für diverse Wohnungsverschönerungen. So gestaltete die Familie sich sukzessive ihr neues Eigenheim nach eigenem „Gusto“ um.

Hauskauf - Familie Faupel vor ihrer Immobilie

Die Faupels 2022 vor ihrem Haus.

Apropos Zukunft: Stefan Faupel hatte sich seine Traumimmobilie geschaffen und wollte am liebsten in ihr wohnen bleiben: „Am liebsten wollte ich die Wohnung für immer behalten und sie einfach überall mithinnehmen. Und dann schlug das Glück ein weiteres Mal zu – und das gleich im doppelten Sinne: Irgendwann wurde meine Frau wieder schwanger – wie das manchmal nun mal so ist“, lacht er, „Die Wohnung hätte auch für drei Kinder durchaus funktioniert, aber ich habe dann einfach mal so aus einem Bauchgefühl heraus bei einer Online-Immobilienplattform geguckt, was es denn gerade so für Häuser gibt in Wilhelmshaven. Und da haben wir dieses Haus gefunden, das lustigerweise drei Kinderzimmer und zusätzlich ein Arbeitszimmer hat.“ So was finde man heute eher selten. Dem Bauchgefühl vertrauend schauten sich die Faupels die Immobilie einfach mal an und waren sogleich „schockverliebt“ in das frei stehende Haus mit nicht einsehbarem Grundstück in einem Wendehammer: „Das ganze Haus war noch im Flair der 70er- und 80er-Jahre, worauf ich total stehe. Tatsächlich war das meiste auch noch sehr gut erhalten.“

Etwas renovieren und modernisieren wollten die Faupels dennoch, nachdem sie den Zuschlag für das Haus bekommen hatten. Das spielte natürlich auch eine Rolle für die weitere finanzielle Planung: Die alte Lieblingswohnung konnte Stefan Faupel zwar gewinnbringend verkaufen, aber es war klar, dass dennoch neues Budget benötigt wurde. Einerseits für den Kauf der neuen Immobilie, die um gut 50 Prozent mehr kostete, als über den Wohnungsverkauf eingenommen wurde. Andererseits für die Renovierungsmaßnahmen im neuen Domizil, die noch einmal mit knapp 20 Prozent des Kaufpreises zu Buche schlagen sollten.

Stefan Faupel entschied sich am Ende, die Differenz zwischen den Einnahmen aus der Wohnung und dem Kaufpreis für das Haus über eigene finanzielle Mittel aus einem Erbe abzudecken. Seine Immobilienfinanzierung stockte er nur um den für die Sanierung kalkulierten Betrag auf und verlängerte ihre Laufzeit im selben Zuge um fünf Jahre. Dadurch zahlt er monatlich nun immer noch die gleiche Summe wie vor dem Immobilienwechsel – nur eben für insgesamt 15 statt 10 Jahre.

Dafür leben die Faupels jetzt fröhlich in ihrer Wendehammer-Idylle mit 235 Quadratmetern Wohnfläche, Hühnern im Garten und einem Ersatz-Opa in der unmittelbaren Nachbarschaft: „Die Leute in der Nachbarschaft waren total glücklich, dass hier eine junge Familie einzieht und etwas frischen Wind mitbringt“, lacht der 44-Jährige und fügt hinzu: „Früher haben hier auch drei Mädchen mit ihren Eltern gelebt. So wie wir jetzt mit unseren drei Töchtern. Das Haus ist eben wie für uns gemacht.“

Das Einzige, was Stefan Faupel nun noch zu seinem Hausglück fehlt, wäre eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Im Moment sei es aber gar nicht so leicht, Anbieter mit freien Kapazitäten zu finden, fasst er zusammen. Also: Wenn jemand helfen kann, möge er sich gerne bei uns melden. 😉

Haus? Wohnung? Meins!

Vertrauen Sie bei der Entscheidung für Haus oder Wohnung Ihrem Bauchgefühl: Wenn sich eine Immobilie gut anfühlt und die Rahmenbedingungen passen, dann sollten Sie sie kaufen. Und egal, ob Sie sich nun für den Kauf eines Hauses oder eine Wohnung entscheiden: Eine Baufinanzierung kann Ihnen dabei die geeignete Starthilfe bieten.

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