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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 07.02.2019
  • 4 Minuten

Aktienbewertung – auf die inneren Werte kommt es an.

Eine Aktie kostet Geld. Irgendwann steigt sie in ihrem Wert und dann sinkt sie vielleicht wieder. Ohne dass jemand mit dem Etikettiergerät durch den Börsenladen zieht … Aber wer oder was entscheidet denn, wie viel eine Aktie wert ist? Oder anders gefragt: Wie funktioniert eine Aktienbewertung?

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Man bekommt, was man bezahlt … Aktienpreis gleich Aktienwert?

Aktien, Anleihen, Fonds und Depots – alles schon mal gehört, aber beim Erklärversuch blähen Sie nur verzweifelt die Backen und zucken mit den Schultern? Berührungspunkte mit dem Thema Aktien hatten wir alle wohl irgendwie schon mal und spätestens, wenn wir den Börsenkorrespondenten in den Nachrichten sagen hören: „XY-Aktie im Aufwind. Das Weihnachtsgeschäft bringt bessere Zahlen“, dann nicken wir verständnisvoll und alles scheint ganz klar zu sein. Aber Hand aufs Herz: Wie sich der Wert einer Aktie genau bestimmen lässt, können viele von uns nicht herleiten.

Einer, der es wissen muss, ist Großinvestor Warren Buffett. Seine Weisheiten erscheinen auf den ersten Blick verwirrend: „Regel eins lautet: Nie Geld verlieren. Regel zwei lautet: Vergesse nie die Regel Nummer eins“ sagt er einerseits. Und anderseits: „Kaufe nie eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert.“ Na, was jetzt? Nie Geld verlieren trotz Kurshalbierung? Versuchen wir es noch einmal – denn aller guten Sprüche sind ja bekanntlich drei: „Nicht der Preis, sondern der Wert einer Anlage ist maßgeblich.“ Aha! Das ist doch schon mal interessant. Preis und Wert einer Aktie scheinen nicht zwangsläufig gleich zu sein. Aber wie genau bewertet man denn jetzt eine Aktie?

Zwei Methoden: Fundamentale und technische Aktienanalyse.

Die Analyse von Aktien ist für Börsenprofis ein ständiger Begleiter und wichtige Entscheidungshilfe. Einsteigern allerdings raucht angesichts der vielen Fachbegriffe und Komplexität oft der Kopf. Aber eins nach dem anderen. Es gibt zwei grundlegende Methoden, die bei der Aktienbewertung zum Einsatz kommen: die fundamentale und die technische Analyse.

Die fundamentale Analyse geht, wie das Wort vermuten lässt, an das Fundament der Aktie. Sie ist dementsprechend eine grundlegende Analyse – wobei die Herangehensweisen in der Praxis teilweise stark voneinander abweichen.

Man schaut sich dabei den inneren Wert einer Aktie an. Das heißt, Analysten untersuchen diverse Kennzahlen, die für den Wert einer Aktie verantwortlich sind, um letztlich einen fairen beziehungsweise realistischen Wert der Aktie zu bestimmen. Dazu zieht die Fundamentalanalyse zum Beispiel Fundamentaldaten heran. Was ist das? Das sind wirtschaftliche Kennzahlen, die das Aktienunternehmen und sein Umfeld betreffen – beispielsweise Informationen über Bilanzen, Produktionsmöglichkeiten, Gewinnprognosen oder auch Management-Strukturen. Sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren werden berücksichtigt.

Die Grundidee dabei ist es, ein Unternehmen erst mal kennenzulernen, um den Wert seiner Aktie besser bestimmen zu können. Dazu stellt man sich beispielsweise folgende Fragen: Ist es ein Traditionsunternehmen oder ganz neu auf dem Markt? Schreibt es konsequent rote Zahlen oder nur ausnahmsweise? Was könnten Gründe dafür sein? Wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Ist die stärker geworden? So kann man besser entscheiden, ob eine Investition wirklich attraktiv und chancenreich oder doch eigentlich zu risikoreich ist.

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Das Urteil fällen die Analysten am Ende unter anderem durch den Vergleich der gewonnenen Daten und Fakten mit denen von verwandten Marktteilnehmern. Damit legen sie aber nur einen theoretischen Wert fest. Die Anteilsscheine können an der Börse auch günstiger gehandelt werden – was für den Kauf der Aktie spricht. Gegen den Kauf beziehungsweise für einen Verkauf spräche demgegenüber die Tatsache, dass eine Aktie an der Börse teurer gehandelt wird, als sie laut Fundamentalanalyse wert ist.

Die technische Analyse konzentriert sich im Gegensatz zur Fundamentalanalyse nur auf die Kursverläufe und mathematisch-statistische Kennzahlen. Dabei geht man davon aus, dass man allein aus Marktbewegungen alle relevanten Faktoren ablesen kann. Technische Analysten gehen von der Annahme aus, dass an der Börse Ereignisse sinuskurvenartig nach einem ähnlichen Muster immer wiederkehren. Daher nehmen sie an, dass sie aus den rein technischen Daten bereits ein realistisches Bild ableiten und den Wert von Aktien verlässlich bestimmen können.

Und was ist jetzt der Königsweg? Den gibt es nicht … Letztlich scheiden sich hinsichtlich der Art der Analyse von Aktien (auch) unter den Börsenprofis die Geister. Es gibt gute Gründe für jede der beiden Vorgehensweisen.

Und sonst so?

Das Thema ist natürlich wesentlich komplexer als hier in aller Kürze dargestellt. Alleine die Ausprägung der einzelnen Analysemodelle kann von Mal zu Mal variieren.

Schaut man sich alleine den Bereich der Unternehmensbewertung, der für die Aktienbewertung eine entscheidende Rolle spielt, etwas detaillierter an, dann ploppen gleich noch mehr Fachbegriffe auf. Haben Sie zum Beispiel schonmal von dem Residualgewinnmodell gehört? Demzufolge schaut man sich den Residualgewinn – oder auch Restgewinn – eines Unternehmens an. Das ist der Geldbetrag, der übrig bleibt, wenn man die an die Investoren zu zahlende Rendite vom Gewinn des Unternehmens abzieht. Diese Kapitalkosten liegen dabei im besten Fall unter dem Gewinn. Dann würde ein Unternehmen besonders positiv bewertet. Diese Art der Bewertung ist Teil der so genannten zahlungsstrombasierten Barwertmodelle. Das hat für Sie in ihrem privaten Aktienkosmos allerdings nur wenig Relevanz.

Am Ende ist die Aktienbewertung also sehr vielfältig und entspricht einer Prognose der künftigen Marktbewegungen. Eine Garantie, dass diese Prognosen dann auch tatsächlich zutreffen, gibt es  natürlich nicht. Die Analysten können unter Zuhilfenahme möglichst vieler Faktoren allenfalls eine Tendenz aufzeigen. Wie viel Relevanz Sie als Anleger diesen Faktoren am Ende einräumen, müssen Sie selbstverständlich von Fall zu Fall selbst oder gemeinsam mit Ihrem Anlageberater* entscheiden.

Ihnen raucht schon wieder der Kopf? Keine Sorge! Auch ausgewiesene Profis haben Respekt vor der Komplexität dieses Themas. Warum also sollten Sie sich damit beschäftigen?

* Zu Ihrer Information: Die Volkswagen Financial Services AG und die Volkswagen Bank GmbH bieten keine Anlageberatung zu Aktien an.

Was nützt mir das als Anleger?

Die Analysen von Aktien geben eine Idee, wie der Aktienkurs in den kommenden Wochen und Monaten verlaufen könnte. Das kann für Anleger ein Indikator für die Kauf- oder Verkaufsentscheidung sein.

Aber Achtung: Wie oben schon angedeutet, sind Analysten ja keine Zeitreisenden oder gar Wahrsager. Auch sie können auf Grundlage von Daten und Berechnungen nur mutmaßen, in welche Richtung und wie weit der Kurs einer Aktie künftig ausschlägt. Schließlich beziehen sie sich auf Daten aus der Vergangenheit und können somit zukünftige Entwicklungen – auch im Unternehmensumfeld – nur bedingt mit einplanen.

Also immer mit der Ruhe… Sie müssen jetzt nicht Vokabeln pauken und im Schlaf aufsagen können, wie der Aktienwert nach der fundamentalen, technischen oder-was-auch-immer Analyse genau bemessen ist. Die Ergebnisse von Aktienbewertungen können Ihnen aber einen wichtigen Impuls in die eine oder andere – im besten Fall verlässlichere – Richtung geben. Aber wie bei allen Aktiengeschäften gilt: Wo eine Gewinnchance winkt, da gibt es auch ein Verlustrisiko. Also: Investieren Sie nur Geld, auf das Sie nicht angewiesen sind.

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