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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 11.10.2018
  • 4 Minuten

Bloß nicht ausweichen - das richtige Verhalten bei Wildwechsel.

Er ist der Albtraum von vielen Autofahrern: der Wildunfall. Doch was tut man eigentlich, wenn man einen Wildunfall hat? Wen muss man informieren und was klärt man mit der Versicherung? Das erfahren Sie hier.

Tierschaden: Landstraße mit Verkehrsschild Achtung Wildwechsel

Wildunfälle sind bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten gefährlich.

Sie fahren an einem Oktobermorgen zur Arbeit. Die Sicht ist schlecht und die Kurve auf der Landstraße schwer einsehbar. Da ist es schnell passiert: Ein am Straßenrand grasender Hirsch – von Ihren Scheinwerfern aufgescheucht – springt auf die Fahrbahn und Ihnen direkt vors Auto…

Solche und ähnliche Szenarien ereignen sich auf deutschen Straßen immer wieder. Rehe und Hirsche werden insbesondere in der Abend- und Morgendämmerung von den Grünflächen in der Nähe von Fahrbahnen angelockt.

Und selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten ist ein Zusammenstoß mit einem Tier nicht zu unterschätzen: Nehmen wir an, der Hirsch taucht 60 Meter vor Ihnen auf der Fahrbahn auf. Bei Tempo 80 und sofortiger Reaktion kommen Sie gerade noch rechtzeitig zum Stehen. Zeigt Ihr Tacho aber Tempo 100 an, haben Sie laut ADAC schon einen Bremsweg von 79,2 Metern und erfassen das Tier – mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 61,1 km/h. Bei Tempo 110 beträgt der Bremsweg sogar 92,8 Meter, die Aufprallgeschwindigkeit dementsprechend 79,8 km/h.

Selbst ein Reh prallt bei diesem Tempo mit einem Gewicht von bis zu zwei Tonnen auf der Motorhaube auf. Gehen die Unfälle für Fahrer dank Airbag und stabilisierter Fahrgastzelle auch oft glimpflich aus, entstehen deshalb doch nicht selten größere Schäden am Fahrzeug.

Zahl der Wildunfälle steigt.

Dass es sich immer lohnt, in der Dämmerung vorsichtig zu fahren, sieht man an den aktuellen Wildunfall-Statistiken des ADAC und des Deutschen Jagdverbandes. Daraus wird ersichtlich, dass die Anzahl der Wildunfälle mit Paarhufern (Reh, Wildschwein, Rot- und Damhirsch) im Jahr 2017 gegenüber dem 5-Jahres-Durchschnitt von 2011 bis 2016 deutlich gestiegen ist – von 217.510 auf 228.150. Das entspricht einem Plus von 5 Prozent.

Am häufigsten waren dabei Unfälle mit Rehen (195.400). Es folgen Unfälle mit Wildschweinen (26.170).

Rechnen Sie immer mit Wildwechseln.

Je besser Sie das Verhalten von Wildtieren einschätzen können, desto eher vermeiden Sie Unfälle. Zunächst einmal ist es wichtig, ihr Bewegungsmuster zu kennen. Wildschweine, Hirsche und Rehe sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv. Laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat trifft man sie während dieser Zeit häufiger in Fahrbahnnähe an. Generell sollten Sie in Gebieten vorsichtig sein, in denen sich Wälder und weitläufige Felder abwechseln. Auch auf neuen Fahrbahnen in Waldnähe ist mit Wildwechseln zu rechnen. Die Tiere kennen den neuen Weg noch nicht und halten sich entsprechend arglos dort auf. 

Ihre Bewegungen sind oft nicht berechenbar. Sie schauen nicht auf die Straße und stürmen in vollem Lauf über den Asphalt – besonders gefährlich dabei: Sie bewegen sich oft in Rudeln. Problematisch ist dabei auch, dass sie die Entfernung zu Fahrzeugen vor allem in der Dunkelheit nicht richtig abschätzen können. Besonders stark ist ihre Aktivität während der Brunftzeit zwischen September und Oktober.

Tierschaden: Rehe nachts auf der Straße

So verhalten Sie sich bei Wildkontakt.

Wildwechsel treten oft plötzlich auf. Im Normalfall haben Sie keine Zeit zu reagieren. Deshalb rät unter anderem die Deutsche Wildtier Stiftung, dass Sie schon vorher genau wissen sollte, was Sie tun.

Unser erster Tipp: Halten Sie geradewegs auf das Tier zu und greifen Sie das Lenkrad fest. Versuchen Sie bei Tempo 100 kein Ausweichmanöver. Vor allem, wenn die Straße früh noch kalt und glatt ist, kommen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Schlingern. Das kann dann schnell im Graben enden. Daneben gibt es noch weitere Tipps, die Sie während der Fahrt beachten sollten:

  • Hupen Sie und blenden Sie ab, wenn Sie Wild auf der Fahrbahn bemerken.
  • Drosseln Sie bei dunklen Lichtverhältnissen das Tempo.
  • Behalten Sie die Umgebung rechts und links der Straße im Blick.
  • Halten Sie Abstand zum Vordermann.
  • Achten Sie auf Schilder, die vor Wildwechseln warnen.
  • Rechnen Sie beim Auftreten eines Wildtiers mit einem Rudel.

Haben Sie doch mal ein Reh oder ein Wildschwein angefahren, bewegen Sie Ihr Auto zunächst an den Straßenrand, schalten die Warnblinkanlage ein und sichern die Unfallstelle ab. Fassen Sie das verletzte Tier danach nicht an. Es könnte tollwütig sein oder aggressiv reagieren. 

Benachrichtigen Sie im Anschluss die Polizei und geben Sie den Vorfall zu Protokoll. Im Normalfall rufen die Beamten auch gleich den Förster, der sich um das verletzte Tier kümmert. Auf keinen Fall dürfen Sie die Unfallstelle einfach verlassen und das verletzte Tier liegen lassen. Das würde den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen.

Hinweis: Lassen Sie die Unfallstelle bis zur erfolgten Beweisaufnahme unverändert. Die Versicherung braucht Nachweise für den beschriebenen Unfallhergang, um den Schaden regulieren zu können.

Nicht jede Versicherung übernimmt alle Schäden.

Bei Versicherten herrscht oft Unklarheit darüber, welche Schäden übernommen werden und welche nicht. Sind Sie unsicher, werfen Sie einen Blick in Ihre Police-Unterlagen und prüfen Sie, ob Wildunfälle abgedeckt werden. Grundsätzlich unterscheidet man drei Varianten:

Die Beweispflicht liegt beim Unfallfahrer.

Egal ob Teil- oder Vollkasko – Sie müssen einen Wildunfall immer beweisen, damit die Versicherung zahlt. Dies kann durch Zeugen geschehen oder auch über offensichtliche Spuren an Ihrem Wagen. In jedem Fall müssen Sie nach einem Wildunfall die Polizei informieren. 

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