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Das Magazin von Volkswagen Financial Services.
  • 27.11.2020
  • 7 Minuten

Weihnachten in Corona-Zeiten: 3 internationale VW FS-Mitarbeiter berichten.

Weihnachten ist traditionell ein Fest, an dem die Familie zusammenkommt. Corona verwehrt es dieses Jahr allerdings vielen Menschen auch an den Festtagen, ihre Verwandten zu sehen. Insbesondere Menschen, deren Familien weit weg wohnen, sind betroffen. So auch drei internationale Mitarbeiter von Volkswagen Financial Services (VW FS) aus Griechenland, China und Brasilien. Sie arbeiten hier in Deutschland, ihre Familien aber wohnen in der alten Heimat. Für manche von ihnen ist 2020 das erste Jahr, in dem sie Weihnachten ohne Eltern, Geschwister, Tanten und Onkel verbringen. Wie es ihnen damit ergeht, haben sie uns erzählt.

Interviewpartner Aristotelis Foukos aus Griechenland

Aristotelis Foukos aus Griechenland.

„Ich bin – mit einer kurzen Unterbrechung – seit 2004 in Deutschland. Zunächst lebte und arbeitete ich in Berlin. Seit 2013 bin ich in Braunschweig und arbeite bei VW FS. Bevor ich mich hier beworben habe, wusste ich gar nicht, dass es eine Stadt wie Braunschweig in Deutschland überhaupt gibt (lacht), aber mittlerweile fühle ich mich sehr wohl hier.

Seitdem ich in Deutschland lebe, war ich eigentlich jedes Jahr an Weihnachten in Griechenland und habe meine Familie besucht. Dieses Jahr wird alles anders sein.

Ich lebe allein, habe keine Kinder, aber seit kurzem eine Freundin, die zwar Deutsche ist aber deren Familie in Spanien lebt. Also haben wir beschlossen, zusammen Weihnachten zu feiern. Wir werden also ein deutsch-griechisches Fest zu zweit veranstalten. Wir werden eine mit Pflaumen, Reis, Rosinen, Feigen und Walnüssen gefüllte Gans zubereiten. Das kannte meine Freundin gar nicht, fand sie aber super. Und ich werde griechisches Gebäck backen – wahrscheinlich Melomakarona und Kourabiedes. Die Rezepte finden Sie im Internet – sehr lecker! In Griechenland backen wir die immer um die Weihnachtszeit. Eigentlich sind Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage für die Griechen nicht so wichtig – sie feiern eher Silvester beziehungsweise Neujahr.

Und dennoch ist Weihnachten bei uns ein wichtiger Anlass, die Familie zu treffen. Aber es wird ruhiger und zurückgezogener als in Deutschland verbracht. Auch Geschenke sind nicht so üblich. Als ich klein war, gab es kaum welche. Mit der Zeit haben wir in Griechenland aber auch die typischen westlichen Weihnachtsbräuche übernommen – mit Geschenken und Weihnachtsbaum.

Natürlich werden auch meine Freundin und ich dieses Jahr einen Weihnachtsbaum aufstellen – wir sind nur noch auf der Suche nach einer möglichst ökologischen Variante. Und wir werden uns auch etwas schenken – ich habe auch schon ein tolles Geschenk für sie – aber verraten Sie es nicht! (lacht) Weihnachten ist ihre Lieblingsjahreszeit – sie ist traurig, dass sie wegen Corona ihre Familie nicht sehen kann. Aber wir werden einfach das Beste daraus machen. Es bleibt uns ja auch nichts anderes übrig. Wir werden es uns zu Hause gemütlich machen und unsere Familien per Video-Call anrufen. Das ist ja irgendwie auch toll – Weihnachten wird dadurch für uns internationaler. Schließlich können wir Menschen aus drei Ländern an einen Tisch bringen.

Übrigens wird meine Nichte, die in Griechenland lebt, über das Internet das griechische „Jingle Bells“ auf der Gitarre spielen und unsere Familie und Freunde werden singen und die Leute um Spenden bitten – die Griechen geben für solche Aktionen tatsächlich gerne ein bisschen Geld. Und wir werden die Einnahmen an Hilfsorganisationen für Kinder spenden.

Ich versuche einfach, das Positive in der Situation zu sehen. Die Coronazeit ist für uns alle eine riesige Herausforderung. Auch ich vermisse meine Familie und möchte sie gerne sehen. Aber meine Eltern sind alt und ich möchte sie nicht in Gefahr bringen. Meine Partnerschaft gibt mir jetzt Halt. Ich habe meine Freundin kurz vor dem Ausbruch der Pandemie in Deutschland kennengelernt und durch sie ging es mir in der Zeit des Lockdowns und der ganzen Unsicherheiten gut. Außerdem kann ich in meinem Job sehr gut von zu Hause aus arbeiten – ich spare sogar Zeit, habe mehr Ruhe, kann für mich kochen und arbeite insgesamt effektiver. Aber ich habe eben auch keine Kinder. Für Kollegen mit Familie ist die Herausforderung sicherlich eine andere.

Für das neue Jahr wünsche ich mir persönlich, dass es im Großen und Ganzen so weiter geht. Ehrlich, es geht mir gut. Und Corona wird uns ohnehin noch eine ganze Weile begleiten. Ich wünsche mir aber auch, meine Eltern bald wieder ohne schlechtes Gewissen besuchen zu können – ohne die Angst, sie anzustecken.“

Interviewpartnerin Hongying Wang aus China_2

Hongying Wang aus China.

„Ich bin seit 2011 in Deutschland und kam der Liebe wegen hierher. Mein Mann ist Deutscher und ich hatte ihn eine Weile zuvor während einer Dienstreise in Deutschland kennengelernt. Er war der Kollege eines Kollegen. Ich habe auch in China schon für VW FS gearbeitet. Als ich aus China wegging, habe ich mich in Deutschland neu beworben und bin in einer neuen Abteilung eingestiegen.

Meine Familie lebt nach wie vor in China und normalerweise würde ich sie bald besuchen fliegen. In China gibt es zwar im Grunde keine wirkliche Weihnachtstradition – aber wir feiern traditionell das chinesische Neujahrsfest, auch Frühlingsfest genannt, von Ende Januar bis Mitte Februar sehr groß. In der Zeit kommt dann die Familie zusammen und die Älteren schenken den Jüngeren zum Beispiel Geld, um ihnen Glück zu wünschen.

Ich selbst habe meinen Eltern in den vergangenen Jahren auch die eine oder andere Reise geschenkt. Zum Beispiel habe ich sie nach Deutschland eingeladen und sie haben sich dann auch ein paar der europäischen Länder angeschaut. All das ist jetzt nicht möglich. Aber das ist okay, denn irgendwie wird das, was wir alle gerade erleben, auch wieder enden.

Tatsächlich habe ich mit Corona schon sehr früh meine ersten Erfahrungen gemacht. Denn auch Anfang 2020 habe ich mit meinem Mann meine Familie in China besucht. Und wie wir alle wissen, hat dort alles begonnen. Und wir waren Zeugen des ganzen Prozesses. Wir haben hautnah miterlebt, wie sich das normale Leben bis zum Stillstand entwickelt hat. An unserem letzten Abend in China habe ich zum Beispiel die ganze Familie zum Essen eingeladen und wir waren die Einzigen im Restaurant. Das war wirklich gruselig, denn normalerweise sind in der Zeit die Restaurants rappelvoll.

Wir sind schließlich am 30. Januar zurückgeflogen, nachdem im Vorfeld einige unserer Flüge gecancelt oder verlegt worden waren. Und das war wie in einem Horrorfilm und auch ein wenig beängstigend: Im Flugzeug trugen alle Chinesen Masken. Sie hatten schon ihre Erfahrungen gemacht. Die meisten anderen Passagiere hatten keine Masken. Das war damals schließlich noch nicht obligatorisch.

Aber am Ende haben wir Glück gehabt und sind noch nach Hause gekommen. Wir mussten zwar 14 Tage in Quarantäne, aber das war nicht so schlimm. Interessant war aber, wie dadurch unsere Einstellung zur Corona-Situation in Deutschland beeinflusst wurde. Lange Zeit herrschte hierzulande ja die Einstellung, dass man keine Masken tragen muss und dass die auch nicht helfen. Ich habe meinem Mann im März immer wieder gesagt, dass er bei der Arbeit eine Maske tragen und auch seine Kollegen dazu anhalten sollte. Das Bewusstsein war hier noch nicht angekommen, aber wir hatten es ja in China miterlebt.

Grundsätzlich ist die Art zu leben hier in Deutschland jetzt auch eine komplett andere: Wir sind nicht mehr so viel unterwegs und haben kaum soziale Kontakte. Das führt dazu, dass wir mehr Zeit haben, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Aber wir ermutigen uns auch immer wieder, Kontakt zu anderen zu halten. Mit meinen Freunden zum Beispiel unterhalte ich mich mindestens zweimal wöchentlich über Chats oder Video-Calls. Und mein Mann und ich treffen uns auch öfter mal mit Nachbarn und seiner Familie – natürlich coronakonform auf Abstand.

Und so wird es auch Weihnachten sein. Wir werden uns auf jeden Fall mit irgendwem treffen. Die Idee ist, dass wir eine Art kulinarischen Mini-Weihnachtsmarkt zu Hause veranstalten. Draußen und mit all den Leckereien, die man üblicherweise auf einem Weihnachtsmarkt bekommt. Anfang Oktober hat einer unserer Nachbarn schon mal ein Fest draußen veranstaltet und uns alle eingeladen. Das war richtig toll – es gab Getränke und Musik in einem Zelt in seinem Garten. Es hat zwar den ganzen Tag geregnet und es war kalt, aber das war uns egal. Wir saßen von 13.00 bis 19.00 Uhr zusammen, haben getanzt und hatten viel Spaß. Weihnachten möchten wir gerne etwas Vergleichbares tun. Natürlich dürfen wir das in diesen Zeiten nicht mehr in dem Ausmaß tun, aber hoffentlich dürfen wir wenigstens ein Nachbarspaar einladen. Und die Alternative zum Mini-Weihnachtsmarkt wäre dann ein chinesischer Abend – im Zweifel zu zweit.

Ich finde, wir müssen es uns gerade deswegen dieses Jahr besonders schön machen, weil die Rahmenbedingungen so schwierig sind. Wir müssen uns schließlich ein wenig selbst ermutigen. Denn je schwieriger die Situation ist, desto stärker sollten wir im Herzen sein. Wir müssen uns immer wieder selbst zeigen, dass wir noch Hoffnung haben und daran glauben, dass das alles enden wird und wir am Ende wieder zu unserem normalen Leben zurückkehren werden.

Ich denke und hoffe, dass wir das Schlimmste schon hinter uns haben. Und Hoffnung ist nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern ganz generell das Wichtigste im menschlichen Leben. Die chinesische Mentalität ist sehr optimistisch. Wir versuchen, immer das Positive auch in einer negativen Situation zu sehen. Ich zum Beispiel kann jetzt viel häufiger chinesisches Essen kochen. Wir müssen einfach die Dinge akzeptieren, die wir nicht ändern können. Wenn wir uns ärgern, verändert sich schließlich auch nichts. Nur mit einer Fokussierung auf das Positive kommt man in der Dunkelheit klar – das ist mein Motto. Und das wird auch das Motto für das diesjährige Weihnachtsfest sein.

Familie von Anderson Tolentino aus Brasilien

Anderson Tolentino aus Brasilien.

„Ich arbeite seit knapp acht Jahren für VW FS und bin dafür mit meiner Familie aus Brasilien nach Deutschland gezogen. Meine Tochter ist mittlerweile 9 Jahre alt – das heißt, sie hat fast ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht und ist zweisprachig aufgewachsen. Ach, und in der Coronazeit haben wir auch Familiennachwuchs bekommen – wir haben uns nämlich einen Hund angeschafft. Wir fühlen uns hier in Deutschland heimisch.

Um die Weihnachtszeit allerdings fliegen wir normalerweise nach Brasilien und treffen unsere Familien. Wir wohnen dann in der Regel zwei bis drei Wochen bei unseren Eltern. Dann gibt es immer eine große Weihnachtsfeier mit viel Kochen und Essen. Qualitätszeit mit Familie eben. Grundsätzlich unterscheidet sich das brasilianische Weihnachtsfest nicht von dem deutschen. Der größte Unterschied ist wohl, dass in Brasilien an Weihnachten Sommer ist (lacht). Ansonsten werden an Heiligabend die Geschenke verteilt und wir haben einen Weihnachtsbaum – genau wie in Deutschland.

Dieses Jahr bleiben wir natürlich im schönen Deutschland und feiern im engsten Kreis ganz coronakonform zu Hause in Braunschweig. Es wird ein klassisches Weihnachtessen geben – zum Beispiel Truthahn oder Ente. Das ist natürlich eine ungewöhnliche Situation und wir werden die Familie in Brasilien vermissen. Aber wir werden dennoch versuchen, die Zeit zu genießen. Ich bin grundsätzlich ein sehr sozialer Mensch und treffe gerne Leute. Daher fällt mir das sehr schwer. Und auch für meine Tochter ist die Situation eine große Herausforderung, denn sie ist traurig, ihre Großeltern nicht treffen zu können. Aber wir werden einfach in Video-Calls zusammen feiern und der Weihnachtsmann kommt dann eben per Post. (lacht)

Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und immer positiv zu bleiben. Man lernt schließlich auch immer etwas in solchen Situationen und kann daraus eine bessere Zukunft gestalten. Ich zum Beispiel habe jetzt schon gelernt, wie schön die viele gemeinsame Zeit mit der Familie ist. Wir sind enger zusammengewachsen und das ist sehr gut. Und auch das mit dem Hund hat jetzt super gepasst – wir wollten schon lange einen haben. Der ist auch ein guter Anlass, öfter mal rauszugehen und frische Luft zu schnappen.

Für das nächste Jahr wünsche ich mir natürlich dennoch ein Leben ohne Corona. Ich möchte reisen und Leute treffen. Corona soll mir dann bitte nur noch in Form eines Biers begegnen (lacht). In Zukunft werde ich sagen: Ich habe mal eine weltweite Pandemie erlebt und ich kann das definitiv niemandem empfehlen.

Weihnachten in Coronazeiten

Frohe Weihnachten allerseits.

Unsere internationalen Kollegen erleben dieses Jahr wie die meisten anderen auch eine ungewöhnliche Weihnachtszeit. Aber sie sind positiv gestimmt und machen das Beste daraus. In diesem Sinne wünschen wir ihnen und unseren Lesern eine fröhliche Weihnachtszeit. Bleiben Sie gesund! Und in den Worten unserer Interviewpartner: Feliz Natal, 圣诞节快乐 und καλά Χριστούγεννα!

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